• Helmut Kahnt

Otto Lilienthal mit Degussa-Thaler geehrt


Die aktuelle Medaillenedition in Silber und Gold aus dem Haus Degussa ist dem deutschen Flugpionier Otto Lilienthal gewidmet. Es gibt – wie bei den Degussa-Thalern üblich – drei Versionen: in Gold, in Silber und in Silber mit Antik-Finish. Die Rückseite ist wie bei allen Degussa-Thalern einer Taler-Vorderseite der Freien Stadt Frankfurt im 19. Jahrhundert nachempfunden.

Otto Lilienthal (1848–1896) gilt als Pionier des Menschenflugs. 1891 gelang ihm sein erster Flug. Mit einem Hängegleiter legte er eine Strecke von 20 m in der Luft zurück. Er war wohl der erste Mensch, der erfolgreich und wiederholbar Gleitflüge mit einem Flugzeug (Gleitflugzeug) absolvierte und dem Flugprinzip „schwerer als Luft“ damit zum Durchbruch verhalf.

Otto Lilienthal wurde 1848 in Anklam (Pommern) geboren. Er arbeitete als Maschinenbauingenieur und gründete 1881 eine eigene Fabrik für Dampfmaschinen und Dampfkessel. 1867 begann Lilienthal, die Grundlagen des Fliegens zu erforschen. Experimente an Flugmodellen und theoretische Erkenntnisse wechselten sich dabei ab.

Lilienthal untersuchte mit wissenschaftlicher Genauigkeit den Flug der Vögel und unternahm zahlreiche Messungen, mit denen er die Theorie der Aerodynamik, also die Lehre von den Bewegungsgesetzen der Gase, begründete. Seine Erkenntnisse faßte er 1889 in dem bahnbrechenden Werk „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ zusammen. Noch heute wird dieses Buch als Standardwerk der Vogelflugforschung betrachtet.

Über 20 Jahre hatte sich Lilienthal mit der Theorie des Fliegens beschäftigt, bevor er 1890 zum ersten Mal mit einem selbst gebauten Fluggerät von einer Rampe sprang. 1891 gilt als das Jahr, in dem zum ersten Mal ein Mensch mit einem Flugzeug flog. 25 m legte Lilienthal mit seinem Derwitzer Apparat, wie er das Fluggefährt nannte, zurück.

Insgesamt entwickelte und teste er 17 verschiedene Apparate. Er sprang mit ihnen von bis zu 60 m hohen Hügeln und flog 1893 sogar 250 m weit. Lilienthal machte innerhalb von sieben Jahren über 2000 Flugversuche, manchmal bis zu 80 an einem Tag. Er war dabei keineswegs zimperlich und nahm verstauchte Füße und Armverletzungen in Kauf.

Seine Flugzeuge bestanden aus einem Geflecht von Weidenzweigen, die mit Baumwollstoff bespannt waren. Einige Modelle hatten bewegliche Flügel, einige waren Doppeldecker. Vier Flugmaschinen wurden patentiert.

Am 9. August 1896 stürzte Lilienthal bei Stölln am Gollenberg aus etwa 15 m Höhe ab. Ursache war eine „Sonnenbö“ (eine thermische Ablösung), deren Aussteuerung ihm nicht gelang, und nicht etwa ein Konstruktionsfehler. Kurz darauf erlag er seinen schweren Verletzungen.

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