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Wert oder Unwert von Medaillen: „Selbstverständlich sollte man sammeln!“

Lieber Herr Kreutzer,


Ihre Leserdiskussion über Wert oder Unwert von Medaillen regte mich an, bei mir nach aussagekräftigen Belegstücken zur Frage zu suchen, ob man Medaillen sammeln sollte oder nicht. Selbstverständlich sollte man das tun, und man wird überall fündig, auch in numismatischen Zeitschriften und Büchern, doch nicht nur dort. Wenn ich gelegentlich gefragt werde, ob sich das Sammeln von Medaillen lohnt und ob sie etwas wert sind, antworte ich scherzhaft: „Warten Sie 300 Jahre ab, dann sind sie es ganz bestimmt!“ Ich bezweifle, ob Ironie überall verstanden wird.


Fotos: Arnold

Beispielhaft stelle ich Ihnen zwei in die Sammelgebiete „Architectura in nummis“ und „Münztechnik auf Münzen und Medaillen“ passende Medaillen aus dem Jahr 1889 vor. Sie stellen das Panorama der französischen Hauptstadt mit dem Eiffelturm als neueste, zur Hundertjahrfeier der Revolution von 1789 erbaute Attraktion dar. Die Vorderseiten unterscheiden sich im Stil und in der Machart voneinander. Der Kopf der Marianne, der Symbolfigur der Französischen Republik, wurde in klassizistisch-traditioneller Weise von Eugène-André Oudiné geschaffen. Die Rückseite mit dem Eiffelturm ist ein bereits dem Geist des Jugendstils verpflichtetes Werk von Louis Bottée. Dieser Künstler gestaltete auch die Seite mit der Frau neben der für die Münzprägung eingesetzten Kniehebelpresse. Eine solche Presse war damals das Modernste, was die Geldproduktion zu bieten hatte. Der Genius mit einer Fackel im Arm reicht der Personifikation von Frankreich einen Lorbeerzweig.


Fritz Arnold

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