Leserpost: Informationen aus „Ius in nummis“
- Fritz Arnold
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Lieber Herr Kreutzer,
zu Ihrer Besprechung des neuen Buches Ius in nummis – Die Sammlung Thomas Würtenberger aus dem Battenberg Bayerland Verlag (Regenstauf) am 18. Dezember 2025 habe ich einen kleinen Nachtrag. Dort werden zu meiner Freude auf den Seite 112 f. silberne Jetons aus Frankreich vor der Revolution von 1789 erwähnt, die auch in meiner Sammlung zum Thema „Münztechnik auf Münzen und Medaillen“ als Originale aus dem 18.Jahrhundert bzw. Nachprägungen der Monnaie de Paris liegen.

Die französischen Medaillen aus dem 18. Jahrhundert, auch Jetons genannt, zeigen Königsbildnisse, Wappen und allegorische Figuren sowie Geräte, mit denen Mitarbeiter der einer besonderen Gerichtsbarkeit unterliegenden Münzstätten arbeiteten.
Was ich bisher nicht wusste ist, dass es in unserem Nachbarland eine besondere Gerichtsbarkeit in Bezug auf alles gab, was sich mit der Herstellung von Münzen und Medaillen befasste. Diese Instanz hatte mit der Verfolgung und Bestrafung von Münzfälschern und mit Verstößen gegen die Feingehaltsvorschriften von Münzen zu tun. Solche Verbrechen wurden mit sehr harten Strafen und nicht selten mit der Todesstrafe geahndet, heißt es in dem Katalog.

Wer sich für das Thema „Ius in nummis“ interessiert, kann gleich vor der eigenen Haustür beginnen, denn diese Fünf-Mark-Stücke von 1971 und 1973 und das Zehn-Mark-Stück von 2001 gehören in eine solche Spezialsammlung. Der Katalog bietet dazu viel Hintergrundwissen.
Die Münzgerichtsbarkeit des Ancien Régimes wurde zunächst von den den Königen und weiteren Münzherren ausgeübt, ging aber in der Neuzeit an die Münzkammer in Paris über. Die einschlägigen Medaillen mit Königsbildnissen, Wappen und allegorischen Darstellen bilden ein kleines, aber feines Sammelgebiet. Zu sehen ist die schon aus der Antike bekannte Justitia mit Waage und Schwert mit einer Spindelpresse an der Seite. Sie war bis zum 19. Jahrhundert das modernste und effektivste Gerät zur Herstellung von Münzen und Medaillen. Auf ihr dürften auch die erwähnten Jetons aus Silber in der Größe zwischen 28 und 32 mm hergestellt worden sein. Die Information in dem wunderbar gelungenen Buch ist für mich ein Ansporn, gezielt nach weiteren Belegen zu suchen und zu erkunden, ob es ähnliche Institutionen in anderen Ländern gab. Dank an das Berliner Münzkabinett, das die Sammlung Würtenberger sowohl durch die Ausstellung von 2023/24. als auch jetzt durch den Katalog auf eindrucksvolle Weise gewürdigt hat.
Fritz Arnold




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