Leserpost: Ein lebender US-Präsident auf Münzen?
- Fritz Arnold
- vor 2 Stunden
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Lieber Herr Kreutzer,
mit Interesse las sich Ihren Bericht über die geplante Trump-Münze. Der Präsident schreckt vor nichts zurück, nicht einmal vor den Gründervätern der Vereinigten Staaten. George Washington, der erste US-Präsident forderte und bekam für sein vor nunmehr 250 Jahren gegründetes Land ein eigenständiges Münzsystem, das sich auch äußerlich von dem des Alten Europa unterscheiden sollte. Namensgeber des Dollar war der gute alte Joachimsthaler, der in großen Mengen zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der böhmischen Bergstadt Sank Joachimsthal und dann in unzähligen anderen Münzstätten im Römisch-Deutschen Reich sowie mit anderen Namen außerhalb seiner Grenzen geschlagen wurden.
Washington lehnte den Vorschlag ab, sein Porträt auf amerikanischen Münzen abzubilden. Als er einige Musterstücke sah, war er wenig beglückt. Er befand, sein Porträt sei europäischen Münzen mit den Bildnissen regierender Monarchen nachempfunden. Um die Unabhängigkeit von der alten Kolonialmacht England zu unterstreichen, forderte Washington, dass eine künstlerisch gestaltete „Lady Liberty“ die US-Münzen schmücken soll. An Gedenkmünzen hat man damals nicht gedacht. Sie sind eine Errungenschaft der Moderne und bilden ein hochinteressantes Sammelgebiet.
Mit freundlichen Grüßen
Fritz Arnold
Cent (Token, USA, 1791, Kupfer)
Bildquelle: Numismatic Guaranty Company
Zu den vom Leser genannten Musterstücken (siehe obige Abbildung) wird bei Numista ausgeführt:
Dieser Typ wurde von W. und Alex Walker aus Birmingham, England, hergestellt, um den Kongress der Vereinigten Staaten davon zu überzeugen, dass ihr privates Unternehmen der neuen Nation qualitativ hochwertige Münzen zu geringeren Kosten liefern konnte als eine staatliche Münzprägeanstalt. Die Prägestempel für diesen Typ werden John Gregory Hancock, Jr. zugeschrieben, der auch den berühmten Washington Roman Head Cent von 1792 entworfen hat. Walker lieferte etwa 1.500 Small Eagle Cents (sowie 2.500 Large Eagle Cents) an Thomas Ketland & Sons in Philadelphia, um sie den Abgeordneten zu präsentieren. Die meisten dieser Exemplare gelangten schließlich in den münzarmen Vereinigten Staaten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Umlauf, aber die heutigen Sammler können sich glücklich schätzen, dass viele hochwertige Exemplare von Sammlern und anderen Personen in England erhalten wurden.
Dietmar Kreutzer








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