top of page

Modernes Antiquariat: SUUM CUIQUE - Medaillenkunst und Münzprägung in Brandenburg-Preußen

Die Sonderausstellung Suum Cuique war eine bedeutende Schau des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie wurde im Jahr 2008 im Kunsthistorischen Museum Wien präsentiert und beleuchtete die Geschichte der Medaillenkunst und Münzprägung in Brandenburg-Preußen. Begleitend zur Ausstellung erschien eine Buchpublikation. In deren Einleitung heißt es: "Suum cuique - Jedem das Seine. Mit dieser Devise hat der Hohenzoller Friedrich (...) am 17 Januar 1701, dem Vorabend seiner Krönung in Königsberg, den Hohen Orden vom Schwarzen Adler gestiftet. Dieser Orden war die größte Auszeichnung des neuen Königreiches, das seinen Namen von dem außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegenen Territorium Preußen erhielt."


SUUM CUIQUE

Hardcover, 279 Seiten

Preis: 24,90 Euro


Der Orden ist im Buch zwar nicht abgebildet, dafür aber eine Vielzahl von Münzen und Medaillen. Das Buch widmet sich schließlich beiden, stellt aber die Medaille in den Vordergrund. Nach einer Einführung zur Medaillenkunst in Brandenburg-Preußen werden die einzelnen Medailleure vorgestellt. In 400 Jahren Geschichte von Kurfürst Joachim I. bis zu Kaiser Wilhelm II. sind für den Katalogteil etwa 200 von über 4.000 offiziellen und privaten Prägungen ausgewählt worden. Der Fokus lag dabei auf der Abfolge der Regenten im Sinne einer Histoire Metallique. Eine ganze Reihe der abgebildeten Medaillen findet sich übrigens unter den Losen der kürzlich bei Künker versteigerten Imperial Collection wieder. Im Buch sind die Stücke an dem Bestandsvermerk Münzkabinett, Bestand Hohenzollernmuseum erkennbar. Nicht alle der so bezeichneten Stücke sind jedoch kürzlich versteigert worden. Die Goldmedaille Weihe des Kölner Doms von 1880 beispielsweise gehörte zum Bestand jenes Museums, ist aber wohl als kulturhistorisch bedeutsames Exemplar im Münzkabinett verblieben: "Die repräsentative Medaille wurde in Gold, Silber und Bronze verausgabt. Je ein goldenes Exemplar erhielten der Kaiser und die Kaiserin sowie der Papst. Das Exemplar des Münzkabinetts aus dem Bestand des ehemaligen Hohenzollernmuseums dürfte somit eine der beiden kaiserlichen Medaillen sein."


Weihe des Kölner Doms durch Kaiser Wilhelm I.

(Medaille, 1880, Gold, 315 Gramm, 80 mm)

Bildquelle: SMB, museum-digital


Der abschließende Teil des Buches widnet sich der Münzprägung in Brandenburg-Preußen von den Anfängen um 1150 bis zum Ende des Königreiches Preußen im Jahr 1918. Zehn durch historische Zäsuren unterteilte Perioden der Münzprägung werden im Text beschrieben, außerdem Münzsorten, Münzstätten, Münzpersonal und Münztechnik vorgestellt. Weiterhin geht es um Bild und Schrift der Münzen: "Die häufigsten Bildmotive sind die Darstellung des Landesherrn und des Wappens. (...) Die Münzinschriften geben in der Regel Namen und Titulatur des Regenten wieder, beides je nach Münzgröße mehr oder weniger stark abgekürzt. Die ausführlichsten Legenden finden sich auf den Talern, wobei auch hier Abbreviaturen, oft nur der Anfangsbuchstabe eines Titels oder Besitztums, benutzt werden." Es folgt ein Katalog, der eine Auswahl von 257 brandenburgisch-preußischen Münzen auf 20 Tafeln wiedergibt. Das Buch bietet zwar keinen vollständiger Katalog, gibt aber einen hervorragenden Überblick über das Münz- und Medaillenschaffen in Brandenburg-Preußen!


Dietmar Kreutzer

Kommentare


www.muenzen-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page