Leserpost: „Wann kommen die Verantwortlichen im Finanzministerium endlich zur Vernunft?“
- Dietmar Kreutzer

- vor 12 Minuten
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Frage:
Seit über 30 Jahren sammle ich die deutschen Gedenkmünzen aus Silber. Damit ich nicht zu jedem Ausgabetermin in meine örtliche Filiale der Bundesbank fahren muss, bekomme ich die Münzen über ein Abo zum Jahresende vom Münzhändler im Paket zugeschickt. In den letzten Monaten habe ich die Kapriolen um die Änderung des Nennwertes und der Silberlegierung verfolgt. Nach demn jüngsten Rückgang des Silberpreises soll ich nun also 35-Euro-Münzen bekommen, deren Materialwert am heutigen Tage bei 12,94 Euro liegt! Wann kommen die Verantwortlichen im Finanzministerium endlich zur Vernunft und verkaufen die Gedenkmünzen zum Tagespreis des Edelmetalles plus Prägekosten? Ich würde eine solche Ausgabepolitik begrüßen. In Österreich und anderen Ländern wird sie längst praktiziert. Bleibt alles beim Alten, muss ich mein Abo wohl überdenken.
Karsten Schneider (Berlin)

„Elly Heuss-Knapp - 75 Jahre Müttergenesungswerk“ ist nach einer Umfrage unter Sammlern die unpopulärste deutsche Sammlermünze des Jahrganges 2025.
Antwort:
In § 2 Abs. 3 des Münzgesetzes vom 16. Dezember 1999, zuletzt geändert am 22. Dezember 2011, kann das Bundesministerium der Finanzen für Sammlermünzen einen über dem Nennwert liegenden Verkaufspreis festlegen. Davon wir allerdings im Fall der silbernen Sammlermünzen in der Prägequalität Stempelglanz kein Gebrauch gemacht. Ähnlich wie bei den Zwei-Euro-Sonderausgaben soll ein niedrigschwelliges Angebot zum Festpreis unterbreitet werden. Als Vorteil eines solchen Angebotes wird genannt, dass die Münzen in der Filiale der Bundesbank jederzeit wieder zum Nennwert in handelsübliches Bargeld umgetauscht werden können. Der Nachteil dieses Angebots besteht in einer gelegentlichen Anpassung des Nennwertes bzw. der Legierung an schwankende Edelmetallpreise. Um derartigen Schwankungen nicht mehr ausgesetzt zu sein, könnte das Ministerium wie bereits 1979 und 2011 auf den Silberranteil verzichten. Die Sammlermünzen, deren Themen und Motive zunehmend aus der Zeit gefallen erscheinen, verlören dann aber ihre Anziehungskraft vollends. Ohne einen Anteil an Edelmetall lassen sich heute nämlich nur noch moderne, im Trend der Zeit liegende Münzen verkaufen. Gravierende Änderungen am Programm der oft kulturpolitisch motivierten Münzthemen sind jedoch nicht geplant. Damit ist ein Silberanteil als Verkaufsargument unentbehrlich. Um dem unberechenbaren Marktgeschehen nicht mit immer neuen Parametern hinterherzulaufen, müsste das Bundesministerium der Finanzen den Abgabepreis flexibel gestalten. Passend zur Schwerfälligkeit des ganzen Landes, können sich die dort sitzenden Beamten aber offenbar nicht durchringen.
Dietmar Kreutzer




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