Deutsche Sammlermünzen aus Silber: Erst höherer Nennwert, nun auch weniger Silber!
- Dietmar Kreutzer

- vor 13 Stunden
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Am 5. Februar 2026 teilte das Bundesministerium der Finanzen mit: „Der Silbergehalt der deutschen Sammlermünzen in Stempelglanz wird ab sofort geändert. Der in den letzten Monaten verzeichnete außergewöhnlich starke Anstieg des Silberpreises beeinflusst ebenfalls die Ausgabe von Sammlermünzen aus diesem Edelmetall. Die im Jahr 2025 vorgenommenen Nominalanpassungen haben sich als unzureichend erwiesen, um die Überschreitung des Materialwerts über den Nennwert zu kompensieren. Das Bundesministerium der Finanzen hält es daher für erforderlich, bei den 35- und 50-Euro-Münzen in der Prägequalität Stempelglanz eine Anpassung der Silberlegierung vorzunehmen. Dementsprechend wird ab dem Ausgabejahr 2026 die Legierung der 35-Euro-Sammlermünzen von
Ag 925 auf Ag 444 reduziert. Zudem wird die Masse dieser Münzen von 18 Gramm auf 16,667 Gramm verringert. Bei der 50-Euro-Weihnachtssammlermünze wird die Legierung von Ag 999 auf Ag 500 reduziert, die Masse bleibt unverändert. Diese notwendigen Anpassungen haben zur Folge, dass die 35-Euro-Münze „Elisabeth Schwarzhaupt“ nicht wie geplant am 26. März 2026 erscheinen kann. Die Emission dieser Münze ist nun für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Auch bei den weiteren Münzen des Ausgabeprogramms 2026 können Änderungen der Ausgabedaten erforderlich werden. Die präzisen Ausgabetermine werden in Kürze veröffentlicht.“

Das erste "Update" zu den Silbermünzen kam im Oktober 2025.
Bildquelle: Münze Deutschland
Nach dem Münzgesetz (MünzG) aus dem Jahr 1999, zuletzt geändert 2011, sind deutsche Euro-Sammlermünzen, auch solche aus Silber, im Inland gesetzliche Zahlungsmittel. In § 2 Abs. 3 MünzG heißt es: „Das Bundesministerium der Finanzen kann für Sammlermünzen einen über dem Nennwert
liegenden Verkaufspreis festlegen." Die naheliegendste Lösung für den Fall eines Silberpreises, der den Nennwert übersteigt, wäre also die Ausgabe der Münzen zum Silberpreis zuzüglich eines Aufschlages für die Präge- und Vertriebskosten gewesen. Die DeutscbheBundesbank bringt jedoch Münzen in Stempelglanz-Qualität grundsätzlich zum Nennwert in den Verkehr. Das heißt, der Verkaufspreis der Münzen entspricht dem aufgeprägten Wert. Die Verkaufspreise der Sammlermünzen in der Prägequalität Spiegelglanz liegen dagegen zumeist über dem Nennwert. Weil diesbezüglich keine kurzfristige Änderung zu erwarten ist, wurde in den letzten Monaten zunächst der Nennwert der Sammlermünzen aus Silber angehoben, nun auch der Silberanteil gesenkt. Unter der Überschrift Silbermünzen endgültig entwertet: Bundesregierung kapituliert vor dem Silberpreis heißt es dazu auf der Website eines Münzhändlers: „Jetzt ist die Entscheidung gefallen – und sie fällt brutal aus. Die Bundesregierung reagiert auf den explodierenden Silberpreis nicht mit Ehrlichkeit, nicht mit einem klaren Bekenntnis zur Realität der Märkte, sondern mit dem altbekannten Instrument staatlicher Krisenbewältigung: Verwässerung. Was bislang als Silber-Sammlermünze galt, wird ab 2026 faktisch zu einem Legierungsprodukt mit Erinnerungswert. Die Absenkung von 925er auf 444er Silber bei der 35-Euro-Münze ist kein Detail, sondern ein radikaler Einschnitt. Weniger als die Hälfte Silbergehalt – flankiert von einer gleichzeitigen Gewichtsreduktion." (Quelle:kettner-edelmetalle.de)
Dietmar Kreutzer




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