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Leserpost: Galvanos im Münzkabinett?

Hallo,

vor einigen Tagen habe ich mir mit einem Freund die aktuelle Sonderausstellung zur Pazzi-Verschwörung im Berliner Münzkabinett angeschaut. Bei einem anschließenden Rundgang durch die Dauerausstellung fiel mir auf, dass die große Goldmünzen und -medaillen aus mehreren Vitrinen durch einfache Abbildungen der Stücke ersetzt wurden. Auf einem Zettel in den Vitrinen steht, dass die Objekte im Dezember 2019 zeitweilig entnommen worden seien. Wie steht es um die wertvollen Abukir-Medaillons? Hier scheinen weiterhin die Originale ausgestellt zu sein. Jedes von ihnen liegt allerdings mit einer Vorder- und einer Rückseite aus. Es gibt aber von jedem Medaillon nur ein Exemplar. Ist eine der beiden Seiten eine Nachbildung? Im Schaukasten steht, einige Stücke seinen "Galvanos". Die Vorderseiten, die Rückseiten? Das Aufsichtspersonal konnte mir die Frage nicht beantworten.

Marold Geis

Berlin



Berliner Abukir-Medaillon Dressel C

(Gold, 84,3 Gramm, 56 mm)

Bildquelle: SMB, Münzkabinett

Antwort:

In Münzausstellungen ist nicht immer alles echt und alt. Eine Nachfrage bei Prof. Dr. Bernhard Weisser, dem Direktor des Münzkabinetts, brachte Klarheit. Nach dem Diebstahl der 100 Kilogramm schweren kanadischen Gold-Münze mit dem Bildnis von Queen Elizabeth II. auf der Vorderseite und dem Ahornblatt auf der Rückseite am 27. März 2017 wurden die Goldmedaillons von Abukir aus Sicherheitsgründen noch im gleichen Jahr durch so genannte Galvanos ausgetauscht. Wie solche Kopien angefertigt werden, wurde jüngst in der Ausstellung „Lange Finger – Falsche Münzen“ gezeigt.

Helmut Caspar

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