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Emporium Hamburg: Nachbericht zur Auktion 111

Vom 04. bis 07. Mai 2026 fand im Hause Emporium Hamburg die Frühjahrsauktion 111 „Münzen & Medaillen“ statt.


Antike


Den Auftakt machte der Bereich Antike: Hier übertrafen gleich zu Beginn einige Lose ihren Schätzwert um ein Vielfaches. Eine Tetradrachme der Ostkelten (Los 20), genauer Raum Südkarpaten, aus dem 3. Jahrhundert überzeugte mit schöner Patina in vorzüglicher Erhaltung und erreichte einen Zuschlag von 1.250,- € (Schätzpreis 200,- €). Aus Kleinasien, Karien, der Stadt Kaunos erzielte ein AR Stater (Los 82) dank seiner schönen Details und seines hohen Seltenheitswertes einen Zuschlag von 2.100,- € (Schätzpreis 400,- €). Das Höchstgebot in der Antike fiel auf einen AV Aureus von Gordian III. (Los 388): Auf dieser vorzüglich erhaltenen Münze sind sowohl das Porträt des römischen Kaisers als auch die Darstellung der Felicitas auch noch knapp 1.800 Jahre später gestochen scharf zu erkennen. Allgemein erfreute sich der Bereich Antike, vor allem das Römische Reich, großer Beliebtheit.


Los 20. Ostkelten. Geate. AR Tetradrachme (3. Jh. v. Chr.), schöne Patina, vz. Schätzpreis: 200,- €. Zuschlag: 1.250,- €.

Los 82. Kleinasien. Karien, Stadt Kaunos. AR Stater (410-390 v. Chr.), ss-vz. Schätzpreis: 400,- €. Zuschlag: 2.100,- €.

Los 388. Römisches Reich. Gordian III. AV Aureus (243-244 n. Chr.), vz. Schätzpreis: 6.900,- €.

Zuschlag: 7.000,- €.


Alle Welt


Die Kategorie Ausland entwickelte sich schnell zum erfolgreichsten Bereich der Auktion. Besondere Erwähnung verdienen zwei Lose aus Polen und aus dem Iran. Los 800, 5000 Dinars (5 Kran 1880) geprägt unter dem Schah Nasir al-Din, erreichte einen Zuschlag von 9200,- €. Der sehr seltene polnische Taler aus dem Jahr 1631, geprägt unter Sigismund III., überzeugte mit feinen Details und sehr schöner Erhaltung (Los 920).


Auch das Titelstück, ein Guinea-Doppeldukat, Zeugnis der dänischen Kolonialzeit in Ghana, fand im Rahmen der Auktion einen neuen Besitzer. (Los 681).


Ein wahrer Bieterwettstreit entwickelte sich um das Los 929 (Rumänien, 5 Lei 1880). Gestartet bei einem Schätzpreis von 75 € überschlugen sich die Gebote, bis der Zuschlag bei 460,- € fiel. Weiteren großen Anklang fanden die Lose aus Nord- und Südamerika, Großbritannien und Russland.


Los 681. Dänemark. Frederik IV. Doppeldukat 1704, Kopenhagen, f. vz. Schätzpreis: 6.000,- €.

Zuschlag: 6.400,- €.


Los 800. Iran. Nasir al-Din Shah. 5000 Dinars (5 Kran) AH 1297 (=1880), Prachtexemplar. Schätzpreis: 1.250,- €. Zuschlag: 9.200,- €.


Los 920. Polen. Sigismund III., Taler 1631, sehr selten, ss. Schätzpreis: 1.000,- €. Zuschlag: 9.600,- €.


Los 929. Rumänien. Karl I., 5 Lei 1880 B, ss+. Schätzpreis: 75,- €. Zuschlag: 460,- €


Auch der Bereich Medaillen stieß auf reges Interesse. Das Interesse fällt zwar traditionell etwas geringer aus, dennoch zeigt sich der Bereich konstant stabil. Unter den Medaillen, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, glänzten Los 1106, eine Hamburger Silbermedaille von 1814, und Los 1140, eine große Gussplakette mit dem Abbild des Philosophen Immanuel Kant, mit starken Geboten. In dieser Kategorie findet sich sogar eines der höchsten Gebote der Auktion: Los 1236, eine Goldmedaille des Berliner Medailleurs Christoph Carl Pfeuffer, wurde mit 21.000,- € zugeschlagen.


Los 1106. Hamburg, Stadt. Tragbare Silbermedaille o. J. (1814) auf den vaterländischen Kampf. 720 Exemplare verliehen, vz. Schätzpreis: 100,- €. Zuschlag: 240,- €.


Los 1140. Einseitige Bronzegussplakette o. J.

aus der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei Wien

mit Brustbild Immanuel Kant, vz. Schätzpreis: 50,- €. Zuschlag: 100,- €.


Los 1236. Brandenburg-Preußen. Wilhelm I., Goldmedaille o. J. (1861) von C. Pfeuffer. Große Staatsmedaille für Kunst, kl. Kratzer, PP. Schätzpreis: 7.800,- €. Zuschlag: 21.000,- €.


Deutsche Lande


Die großen Gewinner im Bereich Altdeutschland stammen aus den Mecklenburger Landen, vor allem Taler aus Rostock aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die seltenen Stücke aus den Jahren 1629 bis 1633 überzeugen durch ihre sehr schöne Erhaltung und hohe Seltenheit (Los 1392-1396). So ist der ½ Reichstaler 1631 (Los 1396) in der einschlägigen Literatur nicht verzeichnet. Ebenfalls aus dieser Zeit holten sehr seltene Taler aus Mecklenburg-Schwerin (Los 1358) und Wismar (Los 1470) hohe Zuschläge ein. Dass Seltenheit den Preis hochtreibt, zeigt auch ein Exemplar aus Siegen: Hinter Los 1464 verbarg sich ein Denar aus dem 13. Jahrhundert, der für den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg geprägt wurde. Von diesem äußerst seltenen Denar sind nur 3 Exemplare bekannt.


Los 1358. Mecklenburg-Schwerin. Adolph Friedrich, Taler 1633, sehr selten, ss-vz. Schätzpreis: 2.000,- €. Zuschlag: 8.000,- €.


Los 1392. Rostock, Stadt. Taler 1629 mit Titel Ferdinand II., schöne Patina, ss+. Schätzpreis: 300,- €. Zuschlag: 4.100,- €.


Los 1396. Rostock, Stadt. ½ Reichstaler 1631 mit Titel Ferdinand II., extrem seltener Jahrgang, nicht aufgelistet, ss. Schätzpreis: 1.500,- €. Zuschlag: 8.400,- €.


Los 1464. Siegen, Stadt. Denar o. J. für den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg 1275-1297), äußerst selten, 3 Exemplare bekannt, ss-vz. Schätzpreis: 500,- €. Zuschlag: 2.700,- €.


Los 1470. Wismar, Stadt. Reichstaler 1632 (32 Schillinge) mit Titel Kaiser Ferdinand II., selten, ss. Schätzpreis: 1000,- €. Zuschlag: 2450,- €.


Während in Altdeutschland der Norden zahlreiche Gebote auf sich zog, dominierte im 20. Jahrhundert der südlichere Teil: Hohe Zuschläge erzielten unter anderem Klassiker wie ein Erstabschlag des Geschichtsdoppeltalers auf die Geburt des Erbprinzen Ludwig (Los 1497), oder ebenfalls ein Erstabschlag des Württemberger Kronentalers 1833 (Los 1725).


Los 1497. Bayern. Ludwig I., Geschichtsdoppeltaler 1845 auf die Geburt des Erbprinzen, Erstabschlag. Schätzpreis: 650,- €. Zuschlag: 1950,- €.


Los 1725. Württemberg. Wilhelm I., Kronentaler 1833 W-D, Prachtexemplar, Erstabschlag. Schätzpreis: 650,- €. Zuschlag: 1400,- €.


Weiterhin beliebt waren die Stücke aus den Bereichen Weimarer Republik, Danzig und den Kolonien. Die Lose starteten zum Teil mit einem moderaten Schätzpreis, wie Los 2695, wurden aber durchweg mit einem Vielfachen dessen zugeschlagen. Auch hochpreisige Lose zogen zahlreiche Bieter an, wie das Los 2677 zeigt.


Los 2677. Danzig, Freie Stadt. 5 Gulden 1932, Prachtexemplar, st. Schätzpreis: 2.700,- €.

Zuschlag: 11.000,- €.


Los 2695. Kolonien, Deutsch-Ostafrika. ½ Heller 1905 A, vz. Schätzpreis: 10,- €. Zuschlag: 140,- €.


Nach der Auktion ist vor der Auktion


Der Nachverkauf der Auktion 111 ist bis zum 24. Mai 2026 geöffnet. Die Ergebnisliste und weitere Informationen erhalten Sie unter www.muenzkurier.de/auktion. Die nächsten Auktionen 112 & 113 „Münzen & Banknoten“ finden vom 23. bis 27. November 2026 statt. Einlieferungen werden noch bis zum 31. Juli 2026 entgegengenommen. Wir bedanken uns bei allen EinlieferInnen und BieterInnen für die rege Teilnahme und das uns entgegengebrachte Vertrauen!



Emporium Hamburg

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Süderstr. 288

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Tel.: 040 / 25799-140

Fax: 040 / 25799-100


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