top of page

Die Preis-Explosion: Jahresbilanz der Edelmetalle

Gold, Silber, Platin und Palladium werden in unterschiedlichem Maße für Sammler- und Anlagemünzen verwendet. Veränderte Preise für diese Edelmetalle wirken sich auf den Handel daher unmittelbar aus. Die überraschende Preisexplosion bei allen vier Metallen im Jahr 2025 hatte gleich zwei Gewinner: Silber und Platin mit einem Plus von jeweils 141 Prozent. Der Preis von Palladium stieg um respektable 77 Prozent. Aufgrund des Preisanstiegs der letzten Jahre von hohem Niveau gestartet, legte Gold noch einmal um 64 Prozent zu.


Kanadischer Silberbarren zu 10 Unzen

Bildquelle: Wikimedia, Lamc9in6


Die vier bedeutendsten Edelmetalle hatten im Jahr 2025 mit ihrer Wertentwicklung einen beeindruckenden Auftritt. Der größen Preissprung gab es beim Silber. Der Zuwachs von knapp 30 Dollar auf über 71 Dollar bedeutete ein Plus von über 141 Prozent. Für die hohe Nachfrage nach dem Edelmetall gibt gibt es handfeste Hintergründe. Auf Das Investment, einer Website für Anleger, war jüngst zu lesen: "Tatsächlich steht Silber im Spannungsfeld unterschiedlicher Nachfragetreiber. Das Metall wird benötigt für Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz, für Elektrofahrzeuge und Solarzellen. Die US-Regierung nahm Silber zudem in die Liste kritischer Mineralien auf. Erwartete Importzölle haben die Einfuhren in die USA zuletzt stark erhöht, was andernorts zu Engpässen führte." Erkennbar ist, dass die hohe Leitfähigkeit von Silber für die Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre gebraucht wird. Die Engpässe haben aber auch Spekulanten auf den Plan gerufen. Die von der Terminbörse in Chicago kurz vor Jahresende verschärften Anforderungen für Terminkontrakte bei Edelmetallen haben die Rallye denn auch über Nacht gestoppt. Das positive wirtschaftliche Umfeld für den Rohstoff bleibt zwar erhalten, die zuletzt aber in großem Umfang aufgetretenen Spekulanten sind aber abgeschreckt.


Sammler- und Anlagemünzen aus Platin

Bildquelle: Money Metals


Im Juli 2025 meldete Ideas, das Magazin der Société Générale, dass das Edelmetall Platin endlich seinen Winterschlaf beendet habe: "Der Platinpreis ist aus seiner monatelangen Lethargie erwacht. Ende Mai erreichte er erstmals seit zwei Jahren 1.100 US-Dollar. Zwei Wochen später überwand er die Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze. Zuletzt kostete Platin bereits 1.350 US-Dollar, so viel wie seit nahezu elf Jahren nicht." Bis zum Jahresende legte Platin um 141 Prozent zu, auf über 2.052 Dollar pro Unze. Mit einer seit Jahren starken Nachfrage war der Preisanstieg nicht allein zu erklären. Die Automobilindustrie ist ein Hauptabnehmer für Platin, da es in Katalysatoren zur Abgasreinigung verwendet wird. Das ist aber nicht neu. Eher fällt schon der Rückgang der Minenproduktion in Südafrika ins Gewicht, dem mit Abstand wichtigsten Produzentenland. Dort war es u.a. zu einer Schließung von unrentablen Minen gekommen. Entscheidend für den Preissprung war jedoch der jahrelange Anstieg des Goldpreises. Dadurch kam es in mehreren Bereichen zu einer Substitution des kaum noch erschwinglichen Edelmetalles. Platin wird als preisgünstige Alternative gesehen. Zu erkennen ist das an einer anziehenden Nachfrage nach Platin aus der Schmuckindustrie, aber auch an kräftigen Zuflüssen in die Platin-Fonds.


Sowjetische Münze aus Palladium

Bildquelle: Wikimedia, Krotov


Der Preis für Palladium ist im Jahr 2025 auf 1.613 Dollar pro Unze gestiegen. Das waren fast 77 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Im Rohstoff-Profil auf Wallstreet Online heißt es: "Oft wird Palladium als das günstigere Platin bezeichnet, weil beide Edelmetalle Ähnlichkeiten bezüglich ihrer chemischen Konsistenz aufweisen. (...) Gleich wie Platin wird auch Palladium hauptsächlich in der Automobilindustrie als Katalysator in Abgasreinigungssystemen verwendet. Palladium spielt aufgrund seines niedrigen Schmelzpunkts und seiner hohen Korrosionsbeständigkeit eine wichtige Rolle bei der Herstellung von elektronischen Bauteilen, Schmuck und medizinischen Geräten. Außerdem wird es in der Dentalindustrie sowie und in Brennstoffzellen als alternative Energie verwendet." Die Nachfrage im Jahr 2025 war zunächst von einem knappen Angebot und einer robusten Nachfrage getrieben. Das Angebot blieb wegen der Sanktionen gegen russische Förderunternehmen knapp. Auf der Nachfrageseite ermöglichen die neuen Perspektiven für Verbrennungsmotoren in der Europäischen Union die weitere Verwendung von Palladium in Automobilkatalysatoren. Wegen des hohen Goldpreises griffen auch Anleger auf das Metall zurück. Sie hofften wegen des niedrigen Preises auf hohe Renditen.


Goldbarren und Anlagemünzen

Bildquelle: Pexels


Der Anstieg des Goldpreises war im Jahr 2025 in aller Munde. Der Wertzuwachs von fast 1.700 Dollar auf auf 4.310 Dollar zum Jahresende bedeutete ein Plus von etwa 64 Prozent. Die Website der Tagesschau erklärte am 2. Weihnachtsfeiertag, warum Gold alle Rekorde gebrochen hat: "In dieser Rekord-Rally spiegelt sich die Unsicherheit, die Märkte und die Weltwirtschaft gerade bewegt. Zum Einen war die sprunghafte Handelspolitik von Donald Trump ein Grund für die Wertsteigerung des Edelmetalls.

Auch der Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten verunsichern. Dazu kommt das wirtschaftliche Stottern vieler Volkswirtschaften. Zugleich ist ein entscheidender Faktor die starke Gold-Nachfrage von Notenbanken. Gerade Staaten, die sich unabhängiger vom Dollar machen möchten, schichten ihre Geldreserven in Gold um." Vor allem die Zentralbank der Volksrepublik China setzt seit einigen Jahren verstärkt auf Gold. Im zweiten Halbjahr wurde allerdings deutlich, dass auch die Psychologie eine Rolle spielt. Die Voraussage weiterer Preissteigerungen lösten Impulse bei den Käufern aus. Sie spragen auf den fahrenden Zug auf. Das befeuerte den Preis zusätzlich. Wenden sich die Spekulanten am Ende der Rallye ab, sinkt der Preis auf ein realistisches Maß.


Dietmar Kreutzer

Kommentare


www.muenzen-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page