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Buchvorstellung: Russland-Kataloge


Janusz Parchimowicz: Münzkatalog Russland und Staaten der ehemaligen Sowjetunion + Katalog der Münzen der russischen Zaren Alexander II. (1865–1881), Alexander III. (1881–1894), Nikolaus II. (1894–1917). Verlag NEFRYT, Stettin 2019. 286 Seiten, s/w bebildert, 17 x 24,2 cm, 1. Auflage, Klebebindung, 20,90 Euro, ISBN 978-83-87355-83-8.

Mit dem vorliegenden Werk ist bei Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR eine Lücke zwischen dem letzten Katalog in polnischer Sprache zu diesem Gebiet bis Ende 2018 geschlossen worden, was auch deutschen Sammlern sehr hilft. Bekanntlich sind die Kataloge aus dem Verlag NEFRYT denkbar einfach und übersichtlich aufgebaut, polnische Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, weil man die meisten Prägeanlässe anhand der guten und großen Abbildungen erraten oder in Weltmünzenkatalogen nachschlagen kann. Im Buch sind nun die Umlauf- und Gedenkmünzen der Jahre 2017 und 2018 katalogisiert, die in Armenien, Estland, Kasachstan. Litauen, Lettland, Moldawien, Transnistrien, der Ukraine und Weißrusslands ausgegeben wurden, dazu natürlich auch Russland bzw. die UdSSR. Hier gibt es alle notwendigen Informationen zu Material, Masse, Durchmesser usw. und auch Preise in Zloty (PLN), die mit ca. 1:4 leicht zu überschlagen und in Euro umzurechnen sind.

Zu den Preisen muss man etwas präziser sagen, dass es im Internet ja bekanntlich Foren gibt, bei denen bei Russland-Silberstücken z. B. ganz genaue Verkaufspreise anhand von Zuschlägen bei eBay zum Beispiel mit zwei Kommastellen ermittelt wurden, wenn man z. B. eine repräsentative Anzahl von Verkaufspreisen gefunden hat. Statistiker wissen aber, dass man schwer oder gar keine Analysen vornehmen kann, wenn neben Extrema nur wenige oder gar keine normalen Zahlen zu beschaffen sind. Das dürfte bei einigen der Neuheiten aus dem Baltikum, aber auch bei Ukraine und Weißrussland zutreffen. Man staunt immer wieder, welche Prägungen plötzlich extrem teuer werden, während andere, hübschere Münzen mit geringeren Auflagen reichlich und billig angeboten werden. Ein System scheint es bei dieser Form der Spekulation nicht zu geben. Hier kann der Bewertungsteil des Buchs sehr gute Dienste nicht nur Sammlern, sondern auch Händlern leisten. Lettland-Sammler z.B. werden bemängeln, dass die letzten Ausgaben auf Seite 108 vielleicht zu niedrig angesetzt wurden, auch wenn die allerletzte Münze Nr. 18/6 schon ins aktuelle Preisbild passt, im Unterschied zur Nr. 18/2, wo das Doppelte von 250 Zloty nicht reicht, um diese „Honigmünze“ zu bekommen.

Russland-Spezialsammler werden feststellen, wie exakt hier der Preisspiegel für gut erhaltene Kleinmünzen ab Alexander II. die Realität wiedergibt. Zwei Preisspalten gibt es für die Erhaltungen II und III, also vorzüglich und sehr schön, so wie die Münzen in der Regel auch vorkommen und sammelwürdig sind. Russische Numismatiker haben den Verleger und Autor hier beraten. Alles in allem kann dieses Buch, schon wegen des recht günstigen Preises, nur empfohlen werden.