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Buchvorstellung: Ortsnamenverzeichnis von Sachsen


Wieland Schäfer: Ortsnamenverzeichnis von Sachsen – für Sammler und Heimatforscher. Bearbeitet von Peter Helfricht. Verlag Gunter Oettel, Görlitz 2018. 784 Seiten, Festeinband, Format 22,0 x 30,5 cm, Preis 45 Euro, ISBN 978-3-944560-46-5

Der bekannte Löbauer Geldscheinsammler Wieland Schäfer hat sich und der sächsischen Sammlerschaft mit der Herausgabe dieses opulenten Ortsverzeichnisses einen großen Dienst erwiesen. Auf nahezu achthundert Seiten werden sämtliche Ortschaften Sachsens, darüber hinaus aber auch alle katastrierten Ortsteile, Eisenbahnhaltestellen, Einzelgüter und vieles mehr verzeichnet, die es jemals im Königreich Sachsen in den Grenzen ab 1815, während der DDR-Zeit in den Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig sowie im heutigen Freistaat Sachsen gegeben hat bzw. gibt. Als Basis wurde das „Alphabetische Orts-Verzeichniß des Königreichs Sachsen“ aus dem Jahr 1862 gewählt – ein durchaus sinnvoller Schnitt, kommen doch übliche Sammelobjekte, z. B. Ansichtskarten, Poststücke, Notgeldscheine oder Medaillen, meist erst ab dieser Zeit vor. Sämtliche gedruckten amtlichen und historischen Ortsverzeichnisse Sachsens ab 1862, kaum jemand wird all diese Bände sein Eigen nennen, hat Schäfer für sein neues Buch herangezogen und ausgewertet, zuletzt das mehrbändige, von Karlheinz Blaschke herausgegebene Historische Ortsverzeichnis von 2006. Der Benutzer kann so von größtmöglicher Vollständigkeit ausgehen, zumal weitere Veränderungen bis 2017 berücksichtigt wurden.

Das vorliegende Ortsverzeichnis ist vordergründig an Sammler und Heimatforscher gerichtet. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es nahezu ausschließlich aus tabellarischen Übersichten besteht, die frei von historisch-wissenschaftlichen Fakten sind. Ohne große Vorreden ist das Verzeichnis selbsterklärend und praktisch handhabbar.

Im Teil I (alphabetisches General-Ortsverzeichnis) sind 5630 Orte und Ortsteile mit ihren früheren Kreis- und Amtshauptmannschaften sowie Landkreisen in den Jahren 1952, 1994 und 2008 verzeichnet. Sofern seit 1862 Veränderungen wie Eingemeindungen oder Umgliederungen stattgefunden haben, ist dies in sämtlichen Fällen vermerkt – eine äußerst nützliche Spalte. Der Benutzer erkennt so ohne Umschweife, wo sich ein gesuchter Ort befindet oder aufgegangen ist. Der II. Teil gliedert die Ortschaften dann nach Amtshauptmannschaften (Stand 1923), wodurch jeder Nutzer mühelos die Orte und Besonderheiten seiner Region findet.

Die Teile III bis VI widmen sich der DDR-Zeit bis zur Gegenwart. Zunächst ein alphabetisches Ortsverzeichnis (Stand 1952), gefolgt von der Gliederung nach Landkreisen zum selben Zeitpunkt. Daran schließen sich zwei Gemeindeverzeichnisse von 2008 und 2017 an (zuletzt nur noch 422 Gemeinden). Diese Übersichten beinhalten nun auch die unterschiedlichen Postleitzahlen, die amtlichen Gemeindeschlüssel und sofern vorhanden den sorbischen Namen. All dies sind mögliche Ordnungsmerkmale für den Sammler.

Insgesamt ein praktisches Nachschlagewerk zur Verwaltungsgliederung sächsischer Ortschaften seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Denn wer weiß schon aus dem Stegreif, woher ein „Gruß aus Tetta“ kommt oder welches „Neudorf, Neudörfel oder Neudörfchen“ gemeint ist, wenn es in Sachsen 29 davon gab?

Der Bezug ist über den Verlag möglich. Internet: www.verlag-oettel.de / E-mail: info@verlag-oettel.de

Lars-Gunter Schier