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Plantation Tokens of the Dutch East Indies


A. J. Lansen, M. L. F. van der Beek: Plantation Tokens of the Dutch East Indies. Privatdruck, Ijsselstein 2018. 178 S., farbig bebildert, 29,50 Euro, Bezug: A. J. Lansen, Haanderik 94, 3401 ET IJsselstein. The Netherlands; E-Mail ajlansen@caiway.nl

Ein enges numismatisches Sammelgebiet und trotzdem ein riesiges geografisches Gebiet umfassend, das ist das „Plantagengeld“ der niederländischen Besitzungen in Ostindien. Es ist einem Sammler und der Hilfe vieler anderer Sammler zu verdanken, dass es dazu eine Katalogliteratur gibt. Der Autor A. J. Lansen publizierte 1992 seine eigene Sammlung und legte 2001 zusammen mit L. T. Wells einen Katalog vor. Seine weiteren Forschungen veranlassten ihn nun, ein neues Katalogwerk zu veröffentlichen.

Plantagen-Token in Niederländisch Ostindien entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Metallmarken ab ca. 1870, Papierausgaben ab ca. 1890, sie wurden zumeist bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs verwendet. Die Gründe für diese Ausgaben waren vielfältig. Besonders an der Ostküste Sumatras gab es einen gewissen Mangel an Silbergeld, aber es war auch eine Sicherheitsfrage, keine größeren Silbergeldbestände auf den Plantagen zu halten oder zu transportieren. Es war zudem für die Plantagen wirtschaftlich günstig, die Arbeiter erst am Ende ihrer Vertragslaufzeiten in gesetzlichen Zahlungsmitteln zu entlohnen. Die Token dienten so als Vorschusszahlungen, zwangen die Arbeiter, auf der Plantage zu bleiben, und verschafften den Betreibern finanzielle Spielräume, bis sie selbst Erntegewinne erzielten. Hergestellt wurden die Token in verschiedenen Materialien, neben Metall z.B. aus Bambus und Papier.

Lansen kann 354 Token mit vielen interessanten neuen Details katalogisieren und wo immer möglich auch farbig abbilden. Die Stücke werden ausreichend beschrieben, Zusatzinformationen sind angefügt, außerdem Referenznummern des Katalogs von 2001. Das Buch hat eine Einführung in Niederländisch und Englisch, der Katalog selbst ist in Englisch verfasst. Ein paar Literaturhilfen und ein Inhaltsverzeichnis wären noch erwünscht.

Der Katalog, in dem auch einige deutsche Unternehmen mit ihren Token auftauchen, ist für Spezialsammler natürlich ein Segen, aber auch Interessenten der Kolonialgeschichte und der Wirtschaftsgeschichte werden ihn gerne benutzen.