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Silke Bettermann: Kleine Denkmäler für einen großen Komponisten. Beethoven in der Medaillenkunst


Silke Bettermann: Kleine Denkmäler für einen großen Komponisten. Beethoven in der Medaillenkunst, Bonn 2022, 64 Seiten, farbig bebildert, Format: 17 x 24 cm, Broschur, ISBN: 978-3-88188-180-7, Preis: 12,00 Euro.


2020 hätte das große Beethoven-Jahr werden sollen. Vieles war dafür vorbereitet, auch ein Deutsches Münzsammlertreffen in Bonn, der Geburtsstadt des genialen Musikers. Die Corona-Pandemie ließ all die schönen Träume platzen, die Enttäuschung war groß. Einiges konnte inzwischen nachgeholt werden.

Zur Ausstellung „Beethoven-Darstellungen in der Medaillenkunst“ im Beethoven-Haus in Bonn, die kürzlich beendet wurde, erschien ein schmales, aber sehr bildreiches Bändchen, das Medaillenfreunden hiermit ans Herz gelegt sei.

Die Zahl der Medaillen, Plaketten und Münzen, auf denen Beethoven dargestellt wird, ist fast unübersehbar. Silke Bettermann zeichnet die Historie dieser Darstellungen nach und ordnet sie in die Geschichte der Beethoven-Ikonografie ein. Hierbei wird auch die Beethoven-Medaillen-Edition von 2020 dokumentiert.

Beethoven, der bereits im frühen 19. Jahrhundert als einer der größten Komponisten galt, war für zahlreiche bildende Künstler schon zu seinen Lebzeiten außerordentlich interessant. So wurde er immer wieder von jungen Malern und Bildhauern darum gebeten, ihnen für die Gestaltung seines Porträts auf Gemälden oder Medaillen aber auch in Form von Büsten Modell zu sitzen. Nach seinem Tod nahm das Interesse an Erinnerungsstücken schnell zu, und damit wurden auch Beethoven-Medaillen rasch beliebt. Schon im Todesjahr des Komponisten 1827 wurden in Wien und Paris die ersten Prägungen mit seinem Bild hergestellt. Seitdem entstand bis in die jüngste Gegenwart hinein eine kaum überschaubare Menge an Medaillen, Plaketten und Gedenkmünzen, die ihn ehren.

Im vorzustellenden Buch finden sich nicht nur neue Lesarten bekannter Darstellungen, sondern auch Um- und Neudeutungen, die einen Perspektivwechsel anbieten.

Eines der am stärksten herausragenden Stücke in der Bonner Sonderausstellung war eine Medaille, die nach einem Beethoven-Porträt von Salvador Dali gestaltet wurde. Die in dessen Werk „Beethovens Kopf" von 1973 außerordentlich zerrissenen Gesichtszüge des Musikers werden im Relief der Medaille wieder stärker zusammengefasst.

Besondere Beachtung verdienen aber nicht nur die Vorderseiten der Medaillen, die meist eine frei aus der Phantasie der Medailleure geschaffene Darstellung – meist ein Porträt Beethovens – zeigen, sondern auch die Rückseiten. Hier sind häufig Wappen, Symbole, musikalische Motive oder Allegorien zu sehen. Beliebt sind auch Inschriften, die auf den besonderen Anlass der Ausgabe einer Medaille oder Plakette hinweisen. Neben Medaillen sind seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch zahlreiche Gedenkmünzen auf Beethoven entstanden.

Der besondere Reiz des Bändchens besteht darin, dass in übersichtlicher Form, nicht als dickes Spezialwerk, ein preiswerter Zugang zu den Beethoven-Darstellungen in der Numismatik eröffnet wird.

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