Lexikon: Krone, Goldkrone
Krone: Münz- und Währungseinheit verschiedener europäischer Staaten. Als älteste Kronen gelten die französischen Couronne d’or und der Écu d’or au soleil. Ihnen nachgeprägt wurden der spanische Escudo d’oro (Escudo) und 1540 bis 1589 die niederländische Zonnekroon, denen die englische Crown verwandt ist. Die englischen und dänischen silbernen Kronen sind Taler-Münzen.
Vereinskrone 1864 von Österreich, Münzstätte Wien
Bildquelle: Frühwald, Auktion 156, Los 728
Aus der neueren Zeit sind die Kronen als Vereinsgoldmünze 1857 bis 1871 (geprägt von Bayern, Hannover, Österreich, Preußen und Sachsen), die deutschen Gold-K. (10 Mark, halbe und Doppel-K.) nach dem Gesetz vom 4. Dezember 1871, die österreichische Kronen 1892 bis 1924 und die Kronen von Liechtenstein 1892 bis 1923 (1 Krone = 100 Heller) zu erwähnen. Heute gibt es Kronen-Währung in Dänemark (1 Krone = 100 Öre), Island (ohne Unterteilung), Norwegen (1 Krone = 100 Öre), Schweden (1 Krone = 100 Öre), Estland (1 Krone [Kroon] = 100 Cent [Senti]) sowie in den beiden Folgestaaten der Tschechoslowakei (1 Krone [Koruna] = 100 Heller).
Goldkrone: Bezeichnung für verschiedene Arten von Goldmünzen.
1. Goldmünze der Stadt Kaufbeuren aus der Mitte des 16. Jh. (o. J. [1545] und 1547). Es sind weitgehende Nachahmungen eines Scudo d’oro von Neapel. Mit einem Rauhgewicht von 3,3 g und einer Feinheit von 899⁄1000 liegen die Goldkronen im Wert deutlich unter den Dukaten. Die Rückseite zeigt ein Blattkreuz, das an den Enden jeweils mit einer Krone bestückt ist.
2. Deutsche Vereinskrone, die vom Deutschen Münzverein von 1857, dem bis 1866 auch Österreich angehörte, als Handelsmünze geschaffen wurde. Ihr Rauhgewicht betrug 11,111 g bei einem Feingewicht von 10,0 g; Gepräge: Kopfbild des Herrschers einer der beteiligten Staaten/Wertbezeichnung im Eichenkranz, Umschrift VEREINSMÜNZE – 50 EIN PFUND FEIN. Es gab auch 1⁄2-Kronen-Stücke.
3. Im Zusammenhang mit der Einführung der Goldwährung im Deutschen Reich 1871 geschaffene Goldkrone zu 10 Mark, deren Rauhgewicht 3,982 g bei einem Feingewicht von 3,584 g betrug. Ausgegeben wurden auch doppelte und halbe (nur 1877/78) G. Gepräge: Kopfbild des Herr-
schers eines der 22 deutschen Staaten bzw. Wappen einer der drei Hansestädte, auf der Rückseite Reichsadler. Die offizielle Bezeichnung Krone setzte sich für diese Münzen, deren Prägung zu Beginn des Ersten Weltkriegs eingestellt wurde, nicht durch.

Numismatische Postkarte (um 1900) mit 10, 20 und 100 ungarischen Goldkronen
Bildquelle: Picryl
4. Im Zusammenhang mit der Einführung der Goldwährung in Österreich 1892 geschaffene Goldmünzen zu 20 bzw. 10 Kronen. Das 10-Kronen-Stück hatte ein Rauhgewicht von 3,388 g bei einem Feingewicht von 3,049 g. Gepräge: Brustbild des Kaisers/Doppeladler; bei den ungarischen 10-Korona-Stücken: stehender Kaiser/Stephanskrone oberhalb des Wappenschilds. Die Republik Österreich veranlaßte gemäß Bundesgesetzen vom 31. Januar 1951 bzw. 3. Juni 1964 Neuprägungen von 100-, 20- und 10-Kronen- Stücken meist mit der Jahreszahl 1915 (bei 10-Kronen-Stücken meist 1912) unter Beibehaltung der Münzbilder.
5. Goldmünze von Uri, Schwyz und Unterwalden von 1556 und o. J. (um 1561) nach dem Vorbild des neapolitanischen Scudo d’oro wie bei 1. Auf der Vorderseite sind jedoch die Wappen der drei Orte dargestellt.
Aus: Helmut Kahnt - Das große Münzlexikon von A bis Z (Regenstauf 2005)




Kommentare