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Leserpost: „Woraus bestanden denn die Silbermünzen aus Regensburg?“

Autorenbild: Dietmar Kreutzer
Dietmar Kreutzer
vor 6 Stunden
2 Min. Lesezeit

Hi,

im letzten Newsletter stand ein Beitrag über perfekt gefälschte Anlagemünzen, die in rauen Mengen auf einem Flohmarkt in Regensburg auftauchten. Woraus bestanden denn die Münzen?

Eli

(Bayreuth)


Original (links) und Fälschung

Bildquelle: Numismatic Guaranty Company


Hallo Eli,

das wurde nicht bekanntgegeben. Jedenfalls ist es bisher nirgends nachzulesen. Daher kann nur angenommen werden, dass es sich um Fälschungen handelt, die in Gewicht und Abmessungen als auch der Optik schwer von den Originalen zu unterscheiden sind. Die Fälschungen werden nämlich immer besser. Schauen wir uns eine der bekanntesten, zu Anlagezwecken ausgegebenen Silbermünzen an, den American Eagle. Eine versilberte Fälschung mit Messingkern war von einem Händler vor längerer Zeit mit einem Gewicht von 30,3 Gramm aussortiert worden. Das Normgewicht liegt bei 31,1 Gramm. Der Durchmesser von knapp 40 mm war bei der gefälschten Münze annähernd korrekt. Die Dicke der Münze wich jedoch vom Original ab. Statt 2,8 mm betrug sie 3,0 mm. Auf der Bildseite waren einige Details im Kleid der Lady Liberty anders als im Original, such einige Konturen des Wappens auf der Wertseite. Inzwischen sind die Falsifikate, die oft aus China kommen, aber besser geworden. Aktuell bestehen gefälschte Silver Eagles aus preiswerten Legierungen. Ein untersuchtes Falsifikat enthielt 65 Prozent Kupfer, 21 Prozent Zink und 13,5 Prozent Nickel. Das Gewicht lag mit 31,5 Gramm im Normbereich der Originale, die oft etwas mehr wiegen als angegeben. Die Dichte der Metalle war allerdings geringer als bei Silber. Daher ließ sich die Fälschung beim Vermessen und Wiegen aufgrund der Dicke der Münze identifizieren. Abweichende Details in der Prägung waren auch feststellbar, aber nur, wenn man Original neben der Fälschung unter der Lupe verglich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bald Fälschungen auftauchen, mit denen die spezifische Dichte von Silber erreicht wird. Theoretisch sind dafür Molybdän und eine Blei-Zinn-Legierung geeignet. Auch mit Kupfer-Blei-Legierungen kann die Dichte erreicht werden. Eine Waage und ein Messschieber helfen dann nicht mehr. Dennoch gibt es Möglichkeiten, eine Fälschung vom Original zu unterscheiden, etwa durch einen Klangtest oder die Prüfung magnetischer Eigenschaften. Für einen Laien ist die Identifizierung einer trickreichen Fälschung jedoch schon heute schwer. Daher haben viele Münzstätten inzwischen augenfällige Sicherheitsmerkmale eingeführt.

Dietmar Kreutzer


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