Münzen als Anlagegold: Mit Sicherheit gegen Fälschungen
- Dietmar Kreutzer

- vor 1 Tag
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Die am häufigsten gefälschten Anlagemünzen im Jahr 2025 werden in den USA anhand von Daten des Zertifizierungsdienstleister Numismatic Guaranty Company (NGC) sowie von Umfragen der Anti-Counterfeiting Educational Foundation (ACEF) erhoben. Sie zeigen aktuelle Trends auf, wobei die Rangfolge nicht allerorten gleich ist. Anlagemünzen werden aufgrund ihrer Beliebtheit bei Anlegern besonders häufig gefälscht. Laut den Händlerumfragen und Branchenberichten führt der American Silver Eagle die Liste der Fälschungen an. Insgesamt 43,3 % der US-Händler berichten von Fälschungen. Die Häufigkeit wird auf den hohen Marktanteil der Münzen in den USA zurückgeführt. Auf Platz 2 folgt der American Gold Eagle mit 41,2 % der Händler, die auf Fälschungen gestoßen sind. Diese tauchen häufig im Online-Handel auf. Der goldene Krügerrand aus Südafrika wird von 30,4 % der Händler gemeldet. Seine weltweite Beliebtheit machen ihn zu einem bevorzugten Ziel von Fälschern. Auf Platz 4 steht der Maple Leaf aus Gold: Von 24,2 % der Händler wird diese Münze gemeldet. Auch hier spielt die hohe Akzeptanz des Anlageproduktes eine Rolle. Die mexikanischen Anlage-Goldmünzen zu 50 Pesos werden von 20,1 % der US-Händler identifizierte Fälschungen gemeldet.

Original und Fälschung mit Wolfram-Kern
Bildquelle: ESG Edelmetall-Handel
Viele Fälschungen werden aus vergoldetem Silber hergestellt. Besonders hochwertig aber mit Wolfram gefälscht. Das Material weist annähernd die gleiche Dichte wie Gold auf. Maße und Gewicht fallen damit fast identisch aus. Einziges ist Problem ist die große Härte von Wolfram, was eine Prägung erschwert. Daher wird für zahlreiche Fälschungen lediglich ein Wolframkern verwendet. Der wird mit einem Feingoldblech umhüllt, das beprägt wird. In Europa wird der südafrikanische Krügerrand, der chinesische Panda und der kanadische Maple Leaf im alten Design besonders häufig gefälscht. Walter Hell-Höflinger vom Goldhändler Gold & Co. wurde unlängst in einem Pressebeitrag mit der Aussage zitiert, dass "der Philharmoinker in der Riege der Top-sechs-Bullionmünzen wahrscheinlich am seltensten gut gefälscht wird", da dieser wesentlich detailreicher gestaltet sei. Andrea Lang von der Münze Österreich erklärte dies so: "Er ist durch seine Prägung mit einer Vielzahl an komplexen Details im Münzbild, die qualitativ hochwertige Prägung, die markante Randform gleichsam mit einem Echtheitszertifikat ausgestattet." Der Herstellungsprozess des Wiener Philharmonikers sei derart komplex, "dass eine Fälschung nicht nur nahezu unmöglich, sondern zudem auch wirtschaftlich nicht lohnend ist".

Folierter Maple Leaf mit Wolfram-Kern
Bildquelle: Reddit, Bughunter47
Als visuell mit bloßem Auge am sichersten als Original erkennbare Anlagemünze kann heute die Britannia bezeichnet werden. Die Münzen weisen seit der Ausgabe von 2021 vier Merkmale auf, anhand derer sie sofort als Orinigal oder Fälschung identifizierbar sind. In der Produktbroschüre heißt es: "Das neue Design der Britannia verfügt über einen Mikrotext mit den Worten Decus Et Tutamen, was übersetzt Zier und Schutz bedeutet und Merkmale beschreibt, die die Münze sowohl zieren als auch schützen. Ein latentes Bild wechselt je nach Betrachtungswinkel zwischen Dreizack und Sicherheitsschloss, was die maritime Stärke Britannias und die Sicherheit der Münze unterstreicht. Auch die Union Flag auf dem Schild der Briannia auf dem Schild wurde speziell mit Tinkturlinien hervorgehoben. Darüber hinaus verfügt der Hintergrund über eine Oberflächenanimation, die die Bewegung von Wellen widerspegelt, sobald die Münze gedreht wird." (Royal Mint, 2021) Alle vier Details sind auf der Bildseite mit der stehenden Britannia unterbracht. Durch ein Kippen und Betrachten der Münze im Licht kann somit auch ein Laie leicht feststellen, ob er ein Original und eine Fälschung in der Hand hält. Eine moderne Prägetechnik mit sogenannten Picosekundenlasern macht es möglich.

Britannia (Großbritannien, 2025, 999er Gold, 31,1 Gramm, 33 mm)
Bildquelle: MEZEI Münzen Edelmetalle
Sicherheitsmerkmale Mikrotext (links) und Latentbild (rechts)
Bildquelle: Royal Mint, gold.de
Sicherheitsmerkmale Tinkturlinien (links) und Oberflächenanimation (rechts)
Bildquelle: Royal Mint, gold.de
Für die Oktoberausgabe der Fachzeitschrift moneytrend hat der Numismatiker Sebastian Wieschowski auch die Sicherheitsmerkmale der anderen Anlagemünzen zusammengetragen. Demnach hat der kanadische Maple Leaf seit 2013 schrittweise Sicherheitsmerkmale eingeführt. Zunächst war das die Mikro-Lasergravur eines Ahornblattes, später kamen Radiallinien, die ein komplexes Strahlenmuster im Hintergrund erzeugen, und eine DNA-Technologie mit einem speziellen Code hinzu. Der Krügerrand enthält jetzt eine versteckte Mikroschrift und einen SARB-Jahrescode. Auch der Australian Kangarroo ist mit einer versteckten Laser-Gravur im Design versehen worden. Diese Merkmale sind allerdings erst bei einer fachkundigen Prüfung erkennbar. Der American Eagle hat nun eine von Jahr zu Jahr variierende Randkerbe, die allerdings recht einfach imitiert werden kann. Sebastian Wieschowski: "Obwohl der American Eagle mit der Randkerbe einen ersten Schritt gemacht hat, gilt er im Vergleich als weniger aufwendig geschützt als Britannia oder Maple Leaf. Viele Anleger hätten sich deutlich sichtbarere Feature gewünscht." Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass der American Eagle in der "US-Hitparade" der von Händlern erkannten Falsifikate noch immer weit oben steht!
Dietmar Kreutzer












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