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Künker: Vorbericht zu den Auktionen 438-441

  • Künker
  • vor 5 Stunden
  • 15 Min. Lesezeit

Spezialsammlungen und Nachlässe in der Künker März-Auktion


Antike Münzen mit großen Partien Kelten und Byzanz, frühneuzeitliche Münzen aus Dänemark, Habsburg, Malta, Norwegen, Polen, Württemberg, Sachsen, Sachsen-Coburg-Gotha und dem Habsburger Reich, und last but not least Orden aus dem Nachlass von Wilhelm Herzog in Bayern - das ist die Künker März-Auktion.


Wenn es um die Auflösung großer und bedeutender Sammlungen geht, dann ist Künker die beste Lösung. So sehen es heute viele Sammler, was die kommenden Künker-Auktionen im Frühjahr wieder einmal beweisen. Sie finden vom 16. bis zum 20. März 2026 statt und enthalten etliche bedeutende und umfangreiche Sammlungen.


Münzen der antiken Welt

Drei große Sammlungen beherrschen die Auktion 438 mit Münzen der antiken Welt. Angeboten werden die Sammlung Topp / Dormagen, die Sammlung Jürgen und Erika Schmidt / Bovenden und die Everglades Collection. Das heißt für jeden, der antike Münzen liebt, dass er aus allen Bereichen sorgfältig ausgewählte Münzen findet, die das Sammlerherz höher schlagen lassen.


Keltische Münzen

Das gilt vor allem für die keltischen Münzen, die zum größten Teil aus der Sammlung Topp stammen. Abgedeckt wird mit mehr als 100 zum Teil hochkarätigen Losen das volle Spektrum von England bis zum Balkan. Vor allem Gallien ist hervorragend vertreten mit etlichen frühen Nachahmungen der Goldmünzen Philipps II., wie sie von den Münzen inspiriert wurden, die keltische Söldner während der makedonischen Feldzüge verdient hatten.

Höhepunkt ist ein äußerst seltener Goldstater des Vercingetorix, der es bis in die moderne Populärkultur geschafft hat. Einst gelang es dem Fürsten der Averner, die keltischen Stämme gegen die Römer zu vereinen und so fast Caesars Eroberung Galliens zu verhindern. Im 19. Jahrhundert wurde Vercingetorix zu einem Symbol französischer Identität und als solches sieht man ihn noch heute in Asterix-Comics und Filmen, wenn er Caesar bei seiner Kapitulation die Waffen nicht vor, sondern auf die Füße wirft. Münzen, auf denen sein Name zu lesen ist, gehören zu den großen und begehrten Raritäten der keltischen Numismatik.

Nr. 14: Kelten. Gallien. Anonym. Goldstater, Typ "Pons Sainte-Eanne", frühes 2. Jh. v. Chr. Selten. Aus Sammlung Topp. Fast vorzüglich. Taxe: 6.000 Euro

Nr. 29: Kelten. Gallien. Vercingetorix, 52 v. Chr. Goldstater. Sehr selten. Prägeschwächen, sonst sehr schön. Taxe: 40.000 Euro

Nr. 104: Kelten. Süddeutschland. Goldstater, Regenbogenschüsselchen. Äußerst selten. Aus Sammlung Topp. Sehr schön. Taxe: 7.500 Euro



Griechische Münzen

Auch im Bereich der griechischen Münzen finden Sie viele sorgfältig ausgewählte Stücke von großer Schönheit und in ausgezeichneter Qualität. Für Freunde des amerikanischen Gradings sei angemerkt, dass alle Münzen der Everglades Collection bewertet sind.

Interessant ist eine Partie von 20 Kyzikenern, jenen Elektronstateren, die auf der Vorderseite immer den Thunfisch zeigen.

Das Ehepaar Schmidt interessierte sich vor allem für die Feinde der Römer, für jene Völker, die im Osten an der Grenze des römischen Reichs lebten. Sie werden eine reiche Auswahl an parthischen und sasanidischen Prägungen finden, darunter auch selten zu sehende Herrscher und Herrscherinnen wie eine Tetradrachme von Phraatakes und Musa sowie eine Drachme der Königin Buran und der gesamten königlichen Familie Vahrans II. Natürlich gibt es auch ein umfassendes Angebot baktrischer Prägungen aus der Sammlung Schmidt. Wenn Sie also die antiken Kulturen des Ostens reizen, nehmen Sie sich die Zeit, den Katalog in Ruhe zu studieren.

Nr. 162: Syrakus (Sizilien). 100 Litren, 295-289. Selten. Fast vorzüglich. Taxe: 10.000 Euro

Nr. 320: Rhodos (Karien). Goldstater, 125-88. Äußerst selten. Sehr schön. Taxe: 50.000 Euro

Nr. 388: Parther. Phraatakes und Musa. Tetradrachme, 2 v. - 4 n. Chr., Daisios 312 der seleukidischen Ära (= Mai 1 n. Chr.). Sehr selten. Gutes sehr schön. Taxe: 5.000 Euro

Nr. 416: Sasaniden. Buran, 630-631. Drachme, Jahr 2 Sakasan. Sehr selten. Aus der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt. Vorzüglich. Taxe: 1.000 Euro

Nr. 449: Zeugitania. Karthago. Trihemistater, um 260 v. Chr. Sehr selten. NGC AU, 4/5, 4/5, Fine Style, light marks. Vorzüglich. Taxe: 40.000 Euro



Gold, Silber und Bronze aus Rom

Natürlich gibt es auch im Bereich der römischen Münzen eine Fülle von spannenden Stücken zu entdecken. Ganz gleich, ob Sie Münzen der Republik, der Bürgerkriegszeit, der Kaiserzeit oder Spätroms sammeln, ganz gleich wie hoch Ihr Budget ist. Sie finden in dieser Auktion das Stück Ihrer Träume.

Nr. 518: M. Iunius Brutus. Denar, 42, Lagermünzstätte in Kleinasien oder Nordgriechenland. Sehr selten. Av. schön. Rv. schön bis sehr schön. Taxe: 50.000 Euro

Nr. 559: Römisches Kaiserreich. Spintrie, 22-37. Äußerst selten. Vorzüglich. Taxe: 8.000 Euro

Nr. 691: Pertinax, 193. Aureus. Sehr selten. Fast vorzüglich. Taxe: 40.000 Euro



Eine umfangreiche Sammlung byzantinischer Münzen

Zum größten Teil aus der Sammlung Topp stammen die byzantinischen Raritäten, die in Auktion 438 angeboten sind. Freuen Sie sich auf seltene Solidi in Erhaltungen, wie man sie nur selten sieht. Höhepunkt ist ein wohl unpublizierter Solidus, der während der Revolte der Heraclii entstanden ist. Damals rebellierte der Exarch von Karthago, Herakleios und sein gleichnamiger Sohn gegen den unbeliebten Phokas. Bemerkenswert sind Titel und Tracht der beiden: Sie bezeichnen sich nämlich auf dieser Münze als Konsuln, ein Titel, den ihnen der Senat von Karthago verliehen hatte. Das ist nicht die einzige Seltenheit. Die Sammlung Topp versammelt viele Münzen historisch interessanter Persönlichkeiten, so auch einen Solidus der Kaiserin Irene und einen des Michael III. mit seiner Mutter Theodora und seiner Schwester Thekla.

Nr. 945: Byzanz. Revolte der Heraclii, 608-610. Solidus, unbestimmte Münzstätte. Äußerst selten. Wohl unediert. Aus Sammlung Topp. Fast vorzüglich. Taxe: 15.000 Euro

Nr. 1025: Byzanz. Irene, 797-802. Solidus 802. Selten. Aus Sammlung Topp. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro

Nr. 1034: Byzanz. Michael III. mit Theodora und Thekla. Solidus 842/3. Sehr selten. Aus Sammlung Topp. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro



Raritäten der Gupta

Freunde der indischen Kultur werden in dieser Auktion zwei überaus seltene Goldmünzen der Gupta finden. Sie wurden von Kumaragupta I. zwischen 415 und 455 geprägt. Seine Regierungszeit gilt heute als späte Blüte des Guptareiches, in der Wirtschaft und Kunst sich noch einmal entfalten konnten, ehe regionale Interessen das Guptareich nachhaltig schwächten und den langsamen Machtverlust einleiteten.

Nr. 1076: Gupta. Kumaragupta, 414-455. Stater, Rhinoceros-Slayer-Typ. Sehr selten. Fast vorzüglich.

Taxe: 25.000 Euro

Nr. 1077: Gupta. Kumaragupta, 414-455. Stater, Elephant-Rider-Typ. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 20.000 Euro



Altdeutschland

Auf drei Kataloge verteilt finden Sie die Münzen aus Altdeutschland:

  • Goldmünzen und -medaillen in Künker 439,

  • Silbermünzen und -medaillen mit der Sammlung Dr. Wolfgang Kümpfel Sachsen, Coburg und Gotha in Künker 441,

  • sowie Württembergischen Raritäten aus der Sammlung Gaiser in Künker 440.

Und das sind nur einige Stichpunkte zum Thema Altdeutschland.


Wir präsentieren Ihnen in diesem Vorbericht nur einige von vielen Highlights. Aus Preußen stammt zum Beispiel eine Prämienmedaille der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie, die 1893 an Professor Adolf Fick verliehen wurde (Nr. 2380). Adolph Fick war der wohl bedeutendste Physiologe des 19. Jahrhunderts. Er arbeitete sowohl mathematisch als auch experimentell und ging so einen völlig neuen Weg in der medizinischen Forschung. Noch heute sprechen Kardiologen von einem Fickschen Prinzip und Physiker von den Fickschen Gesetzen. Wie wichtig dieser Forscher für die Entwicklung der modernen Medizin war, sei daran gezeigt, dass sein Wikipedia-Artikel in 33 Sprachen übersetzt ist.


Eine Nürnberger Goldmedaille (Nr. 2458) erinnert an ein zentrales Ereignis der Geldgeschichte im 30-jährigen Krieg. Am 15. Mai 1624 beschlossen auf einem Probationstag in Regensburg die drei südwestdeutschen Reichskreise Schwaben, Franken und Bayern ein neues, stabiles Kursverhältnis zwischen Kleinmünzen und wertbeständigen Münzen wie Taler und Dukat. Damit endete im Süden des Reiches die verheerende Kipper- und Wipperzeit, die den Handel durch die unberechenbare Geldverschlechterung nachhaltig geschädigt hatte. Dass sich hier die drei großen Reichsstädte Augsburg, Regensburg und Nürnberg die Einhaltung der Konvention - zumindest auf ihrem Gebiet - garantierten, darf als großer diplomatischer Erfolg gewertet werden.

Man schreibt die unsignierte Medaille, die daran erinnert, heute Christian Maler zu, der 1603 die Werkstatt seines Vaters in Nürnberg übernahm und dort bis nachweislich 1625/27 arbeitete. Er erhielt übrigens im Jahr 1613 ein kaiserliches Privileg, das all seine Medaillenentwürfe vor Nachahmungen schützen sollte.


Wer sich für Brakteaten interessiert, entdeckt - verteilt über den gesamten Bereich Altdeutschland - eine reiche Auswahl in Auktion 441. Sie stammen aus der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt. Sie zeichnen sich durch Qualität und künstlerischen Anspruch aus. Man sieht, wie sorgfältig das Sammlerehepaar die Stücke selektierte. Es gelang, etliche Raritäten zu erwerben. Zu ihnen gehört ein Brakteat der Abtei Quedlinburg von Äbtissin Beatrix II. von Winzenburg (Nr. 4350), einer der mächtigsten Frauen der hochmittelalterlichen Kirchenhierarchie Deutschlands. Auf sie gehen gleich mehrere Klostergründungen zurück. Machtbewusst lässt sie sich im vollen Ornat darstellen: Sie thront auf einem Faltstuhl, wie er für offizielle Anlässe genutzt wurde, und hält als Insignien ihres Amtes ein offenes Buch und den Kreuzstab. Dieser Brakteat gehört darüber hinaus zu den seltenen Beispielen, auf denen eine deutlich lesbare Legende zu sehen ist.


Erwähnen wir zuletzt den prachtvollen Reichstaler Augusts des Starken mit der Darstellung des polnischen Ordens des Weißen Adlers (Nr. 4464). Er wurde 1705 von gestiftet, um Augusts Anhänger zu belohnen, die ihm wieder auf den Thron verholfen hatten. Die ungewöhnliche Münzinschrift "Restaurator Ordinis Aquilae Polonicae" (= Wiederhersteller des Ordens des polnischen Adlers) geht darauf zurück, dass August sich auf einen - in Wirklichkeit - inexistenten Orden König Władysławs I. berief, den er vorgab, neu belebt zu haben. So umging er den Widerstand des polnischen Adels gegen die neue Auszeichnung.

Nr. 2380: Brandenburg-Preußen. Preismedaille der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie, verliehen 1893 an Prof. Adolf Fick, geprägt mit den Stempeln von 1789. Sehr selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro

Nr. 2458: Nürnberg. Goldmedaille 1624, auf die Münzkonvention der drei korrespondierenden Kreise Bayern, Franken und Schwaben. Sehr selten, nur wenige Exemplare in Gold bekannt. Fast Stempelglanz. Taxe: 10.000 Euro

Nr. 2506: Sachsen, Königreich. Anton, 1827-1836. Goldmedaille 1831 von A. F. König auf die Verfassung. NGC MS63*. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 15.000 Euro


Nr. 4255: Hameln. Reichstaler 1639. Sehr selten. Aus Auktion Sally Rosenberg 49 (1920), 1497. Sehr selten. Sehr schön. Taxe: 7.500 Euro


Nr. 4304: Mühlhausen. Reichstaler 1619. Aus Auktion Hess Nach. 214 (1933), Nr. 1536. Sehr selten. Gutes sehr schön. Taxe: 6.000 Euro

Nr. 4350: Quedlinburg. Beatrix II. von Winzenburg. Brakteat. Sehr selten. Aus der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 3.000 Euro


Nr. 4464: Sachsen. Friedrich August I. (August der Starke), 1694-1733. Reichstaler 1696, Dresden. Fast vorzüglich. Taxe: 1.500 Euro



Große Serie Löser

Wieder einmal kann das Auktionshaus Künker eine große Partie von Braunschweiger Lösern anbieten. Darunter befindet sich ein äußerst seltenes Exemplar zu 10 Reichstalern von 1614, das Friedrich Ulrich in Goslar oder Zellerfeld prägen ließ. Ebenfalls angeboten wird ein Löser zu zwei Reichstalern auf den Tod Augusts des Jüngeren sowie ein Löser Friedrichs zu 4 Reichstalern von 1639 aus Clausthal.

Nr. 4111: Braunschweig-Wolfenbüttel. Friedrich Ulrich, 1613-1634. Löser zu 10 Reichstalern 1614, Goslar oder Zellerfeld. Äußerst selten. Aus Altbestand der Preussag in Goslar, erworben am 28. Februar 1977. Sehr schön. Taxe: 100.000 Euro

Nr. 4134: Braunschweig-Wolfenbüttel. Auf den Tod Augusts des Jüngeren, +1666. Löser zu 2 Reichstalern 1666, Zellerfeld. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 20.000 Euro

Nr. 4164: Braunschweig-Lüneburg-Celle. Friedrich, 1636-1648. Löser zu 4 Reichstalern 1639, Clausthal. Sehr selten. Fast vorzüglich. Taxe: 15.000 Euro



Sammlung Dr. Wolfgang Kümpfel: Sachsen-Coburg-Gotha

60 Lose der Ernestischen Linien in Coburg und Gotha kommen am Nachmittag des 19. März 2026 zur Versteigerung. Sie stammen aus der Sammlung des Chemikers Dr. Wolfgang Kümpfel, der sich mit Begeisterung für seine Geburtsstadt Gotha einsetzt. Ihn faszinierte ihre Geschichte, inspiriert von der ehemaligen Residenz, in der sich so viele Zeugnisse einstiger Größe bewahrt haben. Deshalb legte der Sammler bei der Auswahl seiner Stücke auf ihre historische Bedeutung und auf attraktive Darstellungen Wert. Ein gutes Beispiel dafür ist der Taler von 1680 auf den Bau von Schloss Friedrichswerth - nicht zu verwechseln mit Schloss Friedenstein in Gotha - oder der Dukat von 1692, der im Auftrag Friedrichs II. von Sachsen-Gotha-Altenburg auf seine Huldigung in Gotha geprägt wurde. Wir wissen, dass der Fürst damals 45 Stücke dieser mit insgesamt 115 Stücken winzigen Emission erhielt, um sie als Geschenke an fürstliche Besucher der Huldigungszeremonie zu verteilen. 

Nr. 4504: Sachsen-Gotha-Altenburg. Friedrich I. Taler 1680, Gotha, auf den Bau des Schlosses Friedrichswerth. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 3.500 Euro

Nr. 4516: Sachsen-Gotha-Altenburg. Friedrich II. Dukat 1692, Gotha, unsigniert von C. Wermuth, auf die am 15. Juni stattgefundene Huldigung in Gotha. Äußerst selten. Sehr schön bis vorzüglich.

Taxe: 4.000 Euro



Sammlung Heinz-Falk Gaiser: Württemberg, Teil 3

Mittlerweile sind wir bei der dritten und letzten Auktion mit württembergischen Münzen der Sammlung Heinz-Falk Gaiser angelangt. Sie umfasst 153 Lose aus der Periode von 1797 bis 1918. Wieder sind zahlreiche Raritäten in außergewöhnlicher Erhaltung zu entdecken, die nicht nur Sammler württembergischer Münzen entzücken werden. Dazu gehören der äußerst seltene Friedrichs d'or von 1810 mit dem Königstitel, der so genannte Königstaler von 1806 und der sehr seltene, außergewöhnlich gut erhaltene Konventionstaler von 1809. Für all diejenigen, die sich für Münzen des Kaiserreichs interessieren: Vergessen Sie nicht, sich auch die Sammlung Gaiser anzusehen. 13 außergewöhnlich gut erhaltene Stücke stammen aus dieser Periode.

Nr. 3528: Württemberg. Friedrich II. / I., 1797-1805. Friedrichs d'or 1810. Sehr selten. Aus Sammlung Gaiser. Vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro

Nr. 3537: Württemberg. Friedrich II. / I., 1797-1805. Konventionstaler 1806, Königstaler. Sehr selten. Aus Sammlung Gaiser. Vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro

Nr. 3540: Württemberg. Friedrich II. / I., 1797-1805. Konventionstaler 1809. Sehr selten. Aus Sammlung Gaiser. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 15.000 Euro

Nr. 3652: Württemberg. Wilhelm II., 1891-1918. 3 Mark 1916. Regierungsjubiläum. Wohl nur 350 Stück erhalten. Vorderseite mattiert, polierte Platte, minimal berührt. Taxe: 4.000 Euro



Deutsche Münzen nach 1871

Und damit sind wir beim Thema Kaiserreich: Natürlich offeriert Künker auch diesmal ein umfassendes Angebot an Münzen nach 1871, und damit an Münzen des deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Viele Stücke stammen aus der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, darunter eine interessante Partie von Kleinmünzen in Stempelglanz sowie etliche Münzen der Weimarer Republik in Polierter Platte.

Außergewöhnlich ist außerdem eine kleine, aber sehr feine Partie von Proben von Reichssilbermünzen.

Nr. 2537: Deutsches Kaiserreich. 5 Pfennig 1874. Aus Sammlung Jürgen und Erika Schmidt. Sehr selten. Stempelglanz. Taxe: 100 Euro

Nr. 2600: Deutsches Kaiserreich. Oldenburg. Friedrich August. 5 Mark 1900. PCGS PR67. Prachtexemplar. Polierte Plate. Taxe: 6.000 Euro

Nr. 2855: Deutsches Kaiserreich. Sachsen-Meiningen. George II. 20 Mark 1882. Sehr selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 15.000 Euro

Nr. 2887: Deutsch-Neu-Guinea. 10 Neu-Guinea Mark 1895. Nur 2.000 Exemplare geprägt. Polierte Platte. Taxe: 50.000 Euro

Nr. 2903: Weimarer Republik. 5 Reichsmark 1927 A, Bremerhaven. Aus Sammlung Jürgen und Erika Schmidt. PCGS PR66 CAM. Polierte Platte. Taxe: 1.250 Euro

Nr. 2946: Deutsches Kaiserreich. Sachsen. Georg. Probe zu 5 Mark 1902. Äußerst selten, wohl nur dieses Exemplar bekannt. Vorzüglich bis Stempelglanz aus polierter Platte. Taxe: 30.000 Euro



Münzen des Habsburgerreichs aus der Sammlung Dr. Herbert Wenzel u. a.

Auch in dieser Auktion wird ein umfangreicher Teil der spektakulären Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel, Wien, angeboten. Es handelt sich um Münzen des Habsburgerreiches, die sich durch ihre Seltenheit und ihre außergewöhnliche Qualität auszeichnen. Wir nennen an dieser Stelle ein im Gewicht von 8 Dukaten bisher unbekanntes Multiplum von Matthias, geprägt 1609 in Wien (Nr. 2264) sowie eine tragbare Goldmedaille zu 40 Dukaten von 1711 auf die Ankunft Kaiser Karls VI. anlässlich seiner Krönung in Frankfurt (Nr. 2287). Bei diesem Stück dürfte es sich um ein Unikum handeln.


Bemerkenswert ist auch der vierfache Schautaler von 1629, den Ferdinand III. in Prag prägen ließ (Nr. 4757). Die Numismatik des 19. Jahrhunderts wollte die Prunkausgabe mit der kaiserlichen Genesung von den Pocken erklären, was ziemlich unwahrscheinlich ist. Viel realistischer ist eine Verwendung als diplomatisches Geschenk im Rahmen des Regensburger Kurfürstentag. Ferdinand II. versuchte damals, die Wahl seines Sohnes zum König durchzusetzen. Dies scheiterte, weil die spanischen Habsburger in den Niederlanden militärische Hilfe benötigten. So musste der Kaiser bei diesem Treffen im Tausch gegen die Unterstützung der Reichsfürsten nicht nur auf das Versprechen verzichten, seinen Sohn zum König zu wählen, sondern auch den bei den Kurfürsten sehr unbeliebten Wallenstein opfern.

Beenden wir unsere kleine Exkursion ins Habsburgerreich mit einem Konventionstaler aus dem Jahr 1790, der in Wien für Ungarn geprägt wurde (Nr. 4896). Außergewöhnlich ist an dem interessanten Stück vor allem seine Erhaltung. Es handelt sich um einen perfekt erhaltenen Erstabschlag aus besonders frischen Stempeln, der jedes Detail der Darstellung zeigt.

Nr. 2264: Römisch-Deutsches Reich. Matthias, 1608-1612-1619. 8 Dukaten 1609, Wien. Äußerst selten. Im Gewicht von 8 Dukaten unediert. Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel, Wien. Sehr schön. Taxe: 10.000 Euro

Nr. 2287: Römisch-Deutsches Reich. Karl VI., 1711-1740. Tragbare Goldmedaille zu 40 Dukaten 1711 von B. Richter, auf seine Ankunft zur Krönung in Frankfurt. Äußerst selten, vermutlich Unikum. Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 40.000 Euro

Nr. 4757: Römisch-Deutsches Reich. Ferdinand III., 1625-1627-1657. Vierfacher Schautaler 1629, Prag. Äußerst selten. Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel. Fast vorzüglich. Taxe: 10.000 Euro

Nr. 4896: Römisch-Deutsches Reich. Leopold II., 1790-1792. Konventionstaler 1790, Wien für Ungarn. Sehr selten. Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel. Erstabschlag. Fast Stempelglanz. Taxe: 15.000 Euro



Polnische Raritäten

Interessieren Sie sich für polnische Münzen? Dann werden Sie begeistert sein von dem, was Künker in Auktion 439 zu bieten hat. Mehrere Großgoldmünzen von Sigismund III. sowie das, was man unter polnischen Sammlern einen weißen Raben nennt, den Dukat von 1630 aus Bromberg.

Die Münzprägung Sigismunds III. genießt bei polnischen Sammlern geradezu ikonischen Status, weil unter ihm das Münzwesen in beispiellosem Maße ausgebaut wurde. Eine Fülle von neuen Münzstätten entstanden. Man spricht von neun königlichen und sechs städtischen Münzstätten. Kenner der polnischen Münzprägung begeistern sich für den fabelhaften Stempelschnitt, der vor allem bei der Goldprägung Anwendung fand.

Highlight der bei Künker angebotenen Partie ist ein äußerst seltener Portugalöser zu 10 Dukaten von Sigismund III. (Nr. 2173), vermutlich aus Krakau. Aber auch die anderen Stücke haben es in sich. Zwei weitere äußerst seltene 10-fache Dukaten werden angeboten, einer mit dem Prägeort Olkusz, ein weiterer aus Vilnius. Dazu kommen zwei Dukaten, einer von Sigismund I. geprägt 1532 in Krakau, und dann der berühmte "weiße Rabe", der Dukat Sigismunds III. des Jahres 1630 aus Bromberg. Er gilt als äußerst selten. Tatsächlich scheinen lediglich zwei Exemplare auf dem freien Sammlermarkt zu kursieren. Scheint deshalb, weil wir Probleme haben, die Abbildungen aus alten Auktionskatalogen eindeutig mit modernen Münzen zu identifizieren. Wahrscheinlich stammt das bei Künker 2021 und jetzt erneut versteigerte Stück aus den Sammlungen Chelminski - Otto Helbing (25. April 1904) - und Frankiewicz - Felix Schlessinger (15. September 1930). Allerdings wurden für die Lichtdrucktafeln der alten Auktionskataloge von den Münzen Gipse angefertigt, auf eine Tafel geklebt und so das gesamte Foto der Tafel gemacht. Deshalb lässt sich die Form des Schrötlings in alten Auktionskatalogen nicht bestimmen, was die eindeutige Identifizierung einer Münze, die sich heute auf dem Markt befindet, mit einem Foto in einem alten Auktionskatalog erschwert.

Übrigens, auch beeindruckende Prägungen aus den Städten Danzig und Thorn gibt es in Auktion 439 zu entdecken.

Nr. 2173: Polen. Sigismund III., 1587-1632. Portugalöser zu 10 Dukaten o. J., vermutlich Krakau. Äußerst selten. Gutes sehr schön. Taxe: 125.000 Euro

Nr. 2176: Polen. Sigismund III., 1587-1632. Dukat 1630, Bromberg. Äußerst selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 75.000 Euro

Nr. 2183: Polen. Danzig. 3 1/2 Dukaten 1650. Äußerst selten. Fast vorzüglich. Taxe: 50.000 Euro



Spezialserie: Johanniter auf Rhodos und Malta

Der Johanniterorden und seine Münzprägung ist ebenfalls ein sehr beliebtes Sammelgebiet. 27 Lose können Sie in der Künker Auktion 439 entdecken, darunter zahlreiche große Seltenheiten wie eine Zecchine, die sozusagen am Übergang zwischen Rhodos und Malta steht (Nr. 2131). Sie stammt von Philippe Villiers de l'Isle-Adam, der 1521 Großmeister wurde. Er erwartete die Invasion des osmanischen Heeres, die tatsächlich im Juni des Jahres 1522 begann. Trotz dem monatelangem Kampf konnten sich die Johanniter nicht halten. Sie kapitulierten gegen freien Abzug mit Waffen und persönlichem Besitz am 22. Dezember 1522. Damit verlor der Orden nach 213 Jahren sein Hauptquartier auf Rhodos. Kaiser Karl V. begann sofort, nach einer sinnvollen Alternative zu suchen. Diese fand sich allerdings erst im Jahr 1530, als Malta den Johannitern als erbliches Lehen übergeben wurde. Als Tribut war nur ein einzelner Falke pro Jahr vereinbart. Es handelt sich um jenen in der Populärkultur nur allzu bekannten Malteserfalken, den Dashiell Hammett unsterblich machte. Wo genau die Zecchine geprägt wurde, die Künker mit einer Schätzung von 7.500 Euro anbietet, ist nicht gesichert. Sie könnte durchaus noch 1522 während der Belagerung auf Rhodos entstanden sein.

Nr. 2131: Johanniter auf Rhodos und Malta. Philippe Villiers de L'Isle Adam, 1530-1534. Zecchino o. J. vermutlich Rhodos. Äußerst selten. Gutes sehr schön. Taxe: 7.500 Euro



Ausland

Natürlich finden Sie noch viele andere Seltenheiten aus dem Ausland in den Auktionen 439 und 441. So zum Beispiel eine Partie von je 26 dänischen Gold- und Silbermünzen, zum größten Teil aus einer Sammlung aus adligem Privatbesitz.

Hier sehen Sie einige besonders bemerkenswerte Stücke des Auslands:

Nr. 2023. Dänemark. Christian V. Dukat, 1692, Kopenhagen. Reiterdukat. Sehr selten. Fast vorzüglich. Taxe: 2.500 Euro

Nr. 2042: Frankreich. Philippe IV. le Bel, 1285-1314. Masse d'or o. J. (1296), 1. Emission. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 10.000 Euro

Nr. 2087: England. James I., 1603-1625. Rose Ryal o. J. (1605-1606), London. Sehr selten. Gutes sehr schön. Taxe: 7.500 Euro

Nr. 2113: Sardinien. Karl Emanuel III., 1730-1773. 5 Doppie 1755, Turin. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 40.000 Euro

Nr. 2158: Niederlande. Haarlem. Goldmedaille 1778 von J. G. Holtzhey, Ehrenmedaille von Teyler's Godgeleerd Genootschap, verliehen 1796 an den Pastor und Lehrer Jan Brouwer. Äußert selten. Vorzüglich. Taxe: 40.000 Euro

Nr. 2185: Portugal. Sancho I., 1185-1211. Morabitino (18 Dinheiros), Coimbra. Sehr selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 15.000 Euro

Nr. 2191: Russland. Nikolaus I., 1825-1855. 3 Rubel Platin 1828, St. Petersburg. PCGS PR65. Sehr selten. Prachtexemplar. Polierte Platte. Taxe: 12.500 Euro

Nr. 2236: Peru. 8 Escudos 1712, Lima. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 12.500 Euro



Orden und Ehrenzeichen aus dem Nachlass von Wilhelm Herzog in Bayern (1752-1837)

Last but not least kann Künker wieder einmal eine Partie von Orden und Ehrenzeichen aus altem deutschen Adelsbesitz anbieten. Der phaleristische und numismatische Nachlass von Wilhelm, Herzog in Bayern wird versteigert.

Wilhelm wurde 1752 in Gelnhausen als Sohn von Johann von Pfalz-Birkenfeld-Gelnhausen geboren. Damit gehörte er zwar dem Hause Wittelsbach an, aber nur einer Nebenlinie. Diese hatte 1704 die verpfändete Reichsstadt Gelnhausen sowie eine Leibrente erhalten. Da Gelnhausen aber 1746 an Hessen-Kassel verkauft wurde, besaß Wilhelms Vater nur den Titel, aber weder Territorium, noch Armee. Es war also ein echter Glücksfall, dass Wilhelm durch seine Heirat mit Maria Anna von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein zum Schwager des zukünftigen bayerischen Königs Maximilian I. Joseph wurde. Mit ihm schloss er 1797 den Ansbacher Hausvertrag, der die Einheit und Unteilbarkeit aller wittelsbachischen Länder fixierte. Zum Ausgleich erhielt Wilhelm beim Amtsantritt seines Schwagers den Titel eines Herzogs in Bayern - nicht zu verwechseln mit der Titulatur des regierenden Hauses Herzog von Bayern.

Angeboten wird u. a. aus dem persönlichen Besitz von Wilhelm in Bayern das Kleinod des Kurfürstlich Pfälzische Hausritterorden vom hl. Hubertus, die Ordensdevise besetzt mit ca. 56 runden und länglichen Diamanten in Altschliff, Diamantrosen und -splittern.

Wilhelm wurde bereits am 2. Februar 1768 von Kurfürst Carl Theodor in den Orden aufgenommen. Dieser Orden wurde von König Max I. Joseph zum höchsten Orden des Königreichs Bayern erhoben. Da es sich aber de jure immer um einen Hausorden handelte und handelt, kann er bis in die Gegenwart durch den jeweiligen Chef des Hauses Wittelsbach in seiner Funktion als Großmeister des Ordens verliehen werden.


Nr. 4025: Kurfürstlich Pfälzischer Hausritterorden vom hl. Hubertus. Großes, sehr gewichtiges Kleinod zum Schulterband, Anfertigung von ca. 1767. Äußerst selten. Aus dem persönlichen Nachlass von Herzog Wilhelm in Bayern. II. Taxe: 15.000 Euro


Porträt von Herzog Wilhelm in Bayern im Ordensornat des Pfälzischen Hausritterordens vom hl. Hubertus. Charakteristisch ist nicht nur Orden und Collane, sondern auch das Gewand: Eine schwarze Samtjacke mit dem (hier nicht sichtbaren) roten Ärmelaufschlag und einem -Spitzenjabot. Links davon ist auf dem ebenfalls schwarzen Radmantel nicht etwa ein anderer Orden, sondern der Bruststern des Hubertusordens zu sehen. Viele bayerische Herrscher und Hochadelige ließen sich in dieser Tracht abbilden.

Ölbild eines unbekannten Malers, wohl um 1820. © Nachlass Christian Mitko / NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG



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