Heidelberger Münzhandlung erzielt Höchstpreise für russische Münzen
- Heidelberger Münzhandlung
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Auktion 92 der Heidelberger Münzhandlung Herbert Grün war voller Überraschungen. So kletterte ein äußerst seltener Imperial von Katharina II. von 10.000 auf 325.000 Euro. Auch andere Münzen erzielten beeindruckende Preise. Hier ein Überblick.
Russische Münzen sind immer für eine Überraschung gut. Das erlebten diejenigen, die bei der letzten Auktion der Heidelberger Münzhandlung, Herbert Grün eK mitboten. Enthalten war darin eine kleine, aber feine Partie von 50 Losen mit russischen Münzen. Ungewöhnlich war die Erhaltung und die Seltenheit der Stücke. Das erregte bei Sammlern aus dem In- und Ausland großes Interesse.

Russland. Katharina II., 1762-1796. 10 Rubel 1763, St. Petersburg. Äußerst selten. Vorzüglich. Startpreis: 10.000 Euro. Zuschlag: 325.000 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 346. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Zum Überflieger der Auktion wurde ein äußerst seltener Imperial zu 10 Rubel von Kaiserin Katharina II. Äußerlich ähnelte er all den anderen Imperialen dieser Herrscherin. Den Unterschied macht das Entstehungsjahr. Imperiale von 1763 gehören nämlich zu den großen Raritäten der russischen Numismatik. Denn Ende des Jahres entschied die Zarin, den Münzfuß der Imperialen zu verändern. Fortan wurden sie mit 20% weniger Gold hergestellt. Das veranlasste die Regierung, alle alten Imperialen, die an die Staatskasse zurückflossen, einzuschmelzen, um die billigeren neuen Imperialen herzustellen. Damit wurden die vor allem kursierenden Imperialen des Jahres 1763 zum größten Teil eingezogen, wieder eingeschmolzen und sind heute eine Seltenheit, die in dieser perfekten Erhaltung kaum auf den Markt kommen.

Russland. Michael Feodorowitsch, 1613-1645. 4 Dukaten o. J., St. Petersburg. Novodel. Äußerst selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Startpreis: 10.000 Euro. Zuschlag: 30.500 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 321. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Auch das Novodel des vierfachen Dukaten von Michael Feodorowitsch in perfekter Erhaltung kletterte von seiner Schätzung mit 10.000 Euro auf ein Endergebnis von 30.500 Euro. Grund hierfür war die sagenhafte Erhaltung der interessanten und seltenen Münze. Wenn Sie interessiert, was genau ein Novodel ist, empfehlen wir den zugehörigen Artikel in der MünzenWoche.

Russland. Elisabeth I., 1741-1761. 10 Rubel 1757, St. Petersburg. Sehr selten. Fast vorzüglich. Startpreis: 20.000 Euro. Zuschlag: 47.000 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 342. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Ein ebenfalls sehr seltener Imperial von Elisabeth I. zu 10 Rubel in der Erhaltung fast vorzüglich verdoppelte seine Schätzung von 20.000 Euro auf 47.000 Euro, während ein halber Imperial von Katharina der Großen aus dem Jahr 1764 von seinem Startpreis mit 2.000 Euro auf mehr als das Elffache mit 23.500 Euro kletterte.
Russische Münzen sind eben immer für eine Überraschung gut!

Hamburg. Bankportugalöser zu 10 Dukaten 1667. Vorzüglich. Startpreis: 30.000 Euro. Zuschlag: 46.500 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 1032. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Auch Münzen anderer Gebiete brachten sehr zufriedenstellende Preise. Die Heidelberger Münzhandlung ist Spezialist für Altdeutschland und das Deutsche Kaiserreich, so dass der größte Teil des interessanten Angebots aus diesen Gebieten stammt. Wir zeigen Ihnen einen perfekten Bankportugalöser der Stadt Hamburg aus dem Jahr 1667, der eine beeindruckende Hafenszenerie mit vielen großen und kleinen Schiffen abbildet. Er stieg von 30.000 Euro Startpreis auf 46.500 Euro.

Würzburg. Johann Philipp von Greiffenklau zu Vollraths. 5 Dukaten 1702. Äußerst selten. NGC MS63 prfr. Startpreis: 45.000 Euro. Zuschlag: 46.000 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 1494. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Herbert Grün konnte in seiner Auktion auch eine sehr interessante Sammlung von Würzburger Raritäten anbieten. Zum teuersten Stück der Partie wurde mit 46.000 Euro ein äußerst seltenes 5 Dukaten Stück von 1702.

Mecklenburg-Strelitz. 20 Mark 1873. Fast Stempelglanz. In dieser Erhaltung äußerst selten. Startpreis: 17.500 Euro. Zuschlag: 24.000 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 1860. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Werfen wir noch einen Blick auf die Preise, die für Münzen des Deutschen Kaiserreichs erzielt wurden. Gerade im Bereich der Spitzenerhaltungen steigen die Preise, weil auch Sammler aus anderen Ländern dieses spannende Gebiet für sich entdecken. So brachte ein außergewöhnlich gut erhaltenes 20 Mark Stück mit dem Porträt Friedrich Wilhelms von Mecklenburg-Strelitz 24.000 Euro bei einem Startpreis von 17.500 Euro.

Mexiko. Silbermedaille 1869 auf die Erträge der 1861 von John Robinson erworbenen Silbermine in Batopilas. Startpreis: 125 Euro. Zuschlag: 2.700 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 502. Foto: Benjamin Seibt / Lübke & Wiedemann.
Verlassen wir mit unserer letzten Münze die Regionen der fünf- und sechsstelligen Ergebnisse, um zu illustrieren, wie sehr es sich auch lohnen kann, im dreistelligen Bereich zu sammeln. Die Heidelberger Münzhandlung bot unter den ausländischen Münzen eine sehr seltene Silbermedaille des Jahres 1869 an, die nicht nur an den großen Silberboom der mexikanischen Sierra Madre erinnert, sondern auch an einen ganz besonderen Unternehmer, wie ihn nur die Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts hervorbrachten.
John Robinson wurde um 1817 als Sohn einer Farmerfamilie geboren, die von Connecticut im Planwagen nach Ohio auswanderte. Das damals noch kleine städtische Zentrum Mansfield war das Ziel, weil dort bereits einige Verwandte der Robinson lebten. Zu ihnen gehörte ein Goldschmied, der den jungen John in die Lehre nahm. Mansfield wuchs und gedieh und das taten auch die Geschäfte des lokalen Juweliers. John konnte bald so viel Geld auf die Seite legen, dass er selbst zum Unternehmer wurde. Sein erstes Projekt: Eine Mühle, die er aufrüstete, industrialisierte, um dort das Getreide zu verarbeiten, das aus der ganzen Umgebung herbeigeschafft wurde. Als 1846 die Eisenbahn Mansfield erreichte und zu einem lokalen Hub der Getreideindustrie machte, gewann Robinson ein Vermögen. 20 Jahre später hatte er es wieder verloren. Dies trieb ihn nach Mexiko. Viele erzählten damals von den reichen Silberfunden in der mexikanischen Sierra Madre, so dass Robinson hoffte, für wenig Geld eine noch unerschlossene Mine zu kaufen, um sie mit Gewinn auszubeuten.
Auf einem Esel soll er durch die Täler der Sierra Madre geritten sein, bis er in Batopilas die Mine seiner Träume entdeckte und kaufte. Er gründete die Batopilas Mining Company und reiste zurück nach New York, um Geldgeber zu finden. Robinson gelang es, einige Investoren zu begeistern. Das erlaubte ihm die industrielle Ausbeutung des Bergwerks. 1868 war es so weit. Die Silbermine begann ein Vermögen abzuwerfen. Spätestens 1873 war Robinson wieder reich und hatte seinen Aktionären ein Vermögen verdient. Daran erinnert die bei der Heidelberger Münzhandlung verkaufte Medaille, die von einem Startpreis in Höhe von 125 Euro auf 2.700 Euro kletterte. Es ist ja auch viel Geschichte, die der Käufer für sein Gebot erhält.
Und damit schließen wir unseren Nachbericht mit dem üblichen Hinweis, dass es ganz gleich ist, ob Sie eine Münze für einen sechsstelligen, einen vierstelligen oder einen dreistelligen Betrag erwerben. Jedes einzelne Stück erzählt eine interessante Geschichte, die es nur zu rekonstruieren gilt.
Alle Ergebnisse der Auktion Heidelberger Münzhandlung finden Sie auf Sixbid.
Wenn Sie gerne bei der Heidelberger Münzhandlung einliefern möchten, nehmen Sie Kontakt auf mit Herbert Grün. Sie finden alle Kontaktadressen auf der Website der Heidelberger Münzhandlung.




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