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GIGANTE 2026 von Fabio Gigante

Der hier vorgestellte Katalog Gigante delle monete italiane ist seit Jahrzehnten eines der wichtigsten und maßgeblichsten Referenzwerke zur modernen italienischen Numismatik. Herausgegeben vom Verlag Gigante, einem bereits im Jahr 1967 gegründeten und seit 34 Jahren jährlich publizierenden Fachverlag und Handelsunternehmen, verbindet das Werk sowohl eine editorische Kontinuität als auch eine marktnahe Expertise. Die in der Zwischenzeit beinahe 800 durchgehend farbig gestalteten Seiten dokumentieren keinesfalls nur einen beeindruckenden materiellen Umfang, sondern auch die Ambition, Vollständigkeit, Systematik und Aktualität in einem Band zu vereinen.


Fabio Gigante

GIGANTE 2026

Catalogo delle monete italiane

dal '700 alla fine della lira

34. Auflage

Varese 2025

27 Euro
















Aufbau und Inhalt


Der zeitliche Horizont des Katalogs erstreckt sich vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der italienischen Lira im Jahr 2001. Die Euro-Münzen bleiben bewusst ausgeklammert. Diese temporäre Setzung kann aus wissenschaftlicher Sichtweise als konsequent bezeichnet werden, da sie ein klar umrissenes Zeitalter monetärer, politischer und ikonografischer Entwicklung umfasst. Kein Kapitel – von den Zäsuren der napoleonischen Herrschaft bis zur monetären Integration Italiens in die europäische Währungsunion – bleibt unberücksichtigt.


Bemerkenswert ist überdies die Einbeziehung jener Herrschaftshäuser, deren Souveränität während der napoleonischen Expansion unterbrochen wurden, jedoch nach Napoleons Sturz ihre Herrschaft wiederlangten und in der darauffolgenden Epoche erneut Münzen prägen ließen. Der Katalog schließt folglich eine historiografisch sensible Lücke, indem er politische Diskontinuitäten und Brüche numismatisch nachvollziehbar macht und Übergangsphasen nicht isoliert, sondern im Kontinuum staatlicher Münzprägung darstellt.


Methodik und Bewertungssystem


Im Zentrum der hier zu besprechenden Publikation steht die detaillierte und präzise Beschreibung sämtlicher zeitgenössischer italienischer Münzen, die sowohl im Mutterland als auch in abhängigen oder kolonialen Gebieten geprägt wurden. Jede Ausgabe wird nach Typ, Nominalwert, Jahrgang, Prägestätte, Varianten und gegebenenfalls nach Besonderheiten systematisch erfasst. Eine außerordentliche Bedeutung kommt der Bewertung in verschiedenen Erhaltungsgraden zu. Die marktbezogene Preisangabe erfolgt differenziert nach konservatorischem Zustand und spannt den Bogen von stark umlaufbedingt bis hin zu prägefrischen Exemplaren.


Somit fungiert der Katalog nicht nur als ein geschichtliches Kompendium, sondern auch als ein praxisorientiertes Instrument für Sammler, Händler und Gutachter. Die Symbiose von wissenschaftlicher Dokumentation und marktorientierter Einschätzung verleiht dem 1,03 kg schweren Opus magnum seine besondere Stellung zwischen akademischer Referenzliteratur und Handels- bzw. Sammlerleitfaden. Die auch digital zugängliche Fassung umfasst Münzserien aus dem Königreich Sardinien (ab 1720), dem Königreich Italien (1861–1946), der Kolonie Eritrea, Italienisch-Somaliland, Albanien (zweite Periode unter italienischer Einflussnahme), die Italienische Sozialrepublik (RSI), unterschiedliche Token- und Jetonserien sowie der Republik Italien (1946–2001). Gerade die Berücksichtigung kolonialer und politisch außergewöhnlicher Emissionen zeigt den Anspruch des Werkes, keineswegs bloß reguläre Umlaufmünze, sondern auch geschichtlich-komplexe und kontrovers konnotierte Prägezeitalter vollständig zu dokumentieren.


Digitale Erweiterung und Zugänglichkeit


In zeitgemäßer Ergänzung zur Papierausgabe erhalten Käufer mittels eines individuellen Codes Zugang zur Onlineversion des Katalogs sowie zu einer eigens entwickelten App. Diese digitale Komponente gewährt dem Händler oder dem Sammler eine fortlaufende Aktualisierung und perspektivische Erweiterung der Inhalte. Auf diese Weise reagiert der Verlag auf die Dynamik des Münzmarktes ebenso wie auf die Anforderungen moderner Praxis in der Recherche.


Fazit


Alles in allem erweist sich der Gigante delle monete italiane als editorisch konsistentes, wohldurchdachtes und inhaltlich breit angelegtes Nachschlagewerk, das historische Tiefe mit praktischer Anwendbarkeit zu einer Einheit verschmilzt. Seine jährliche Aktualisierung garantiert Marktnähe, während die systematische Erfassung der Prägegebiete ein solides Fundament für wissenschaftliche wie sammlerische Arbeit leistet. Mehr noch: Als Brücke zwischen numismatischer Forschung, Sammlerleidenschaft und wirtschaftlicher Bewertung nimmt der Katalog eine sehr gute Stellung innerhalb der italienischen Fachliteratur ein und darf mit Recht als Standardreferenz für die moderne italienische Münzprägung angesehen werden.


Andreas Raffeiner

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