World Money Fair in Berlin: Internationale Neuheiten und Stars im Media-Forum
- Dietmar Kreutzer

- vor 1 Stunde
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Goetz-Ulf Jungmichel begrüßte am Vormittag des ersten Messetages auf der World Money Fair die Teilnehmer des Media-Forums. Nach ihm sprach Elliot Dawson, Managing Director der Tower Mint London, dem diesjährigen Guest of Honour der Messe. Seit 50 Jahren ist das vom Münzdesigner Raphael Maklouf gegründete Unternehmen, das auch im Staatsauftrag tätig ist, nun am Markt. Aus diesem Anlass präsentiert es The Unseen Effigies, eine Sammlung ungesehener Porträts des Firemengründers zum 100. Geburtstag der verstorbenen britischen Queen. Tom Froggatt von der Royal Canadian Mint setzte die Vortragsreihe mit einer Präsentation der neuen Gold- und Silberbarren für Investoren und Sammler fort. Marc Schwartz und Nicolas Dumont von der Monnaie de Paris stellten beeindruckende Zahlen vor: Im vergangenen Jahr produzierte die französische Münzstätte mehr als 1,5 Milliarden Münzen, gegenüber dem Jahr 2020 ein Zuwachs von 50 Prozent. Darunter befanden sich 250 Sammlermünzen, 36 Serien und sieben Innovationen.

Berlin-Auktion von Künker am Vortag der Messeeröffnung

Wenige Minuten vor Messebeginn

Ausdrucken der Pässe für den Eintritt

Bildwand der Tower Mint London im Foyer
Dr. Adam Trexler von Valaurum aus Portland (USA) trug zu Nanotech Gold Money: Breakthrough and Patents in Gold Bills vor. Er erklärte, dass eine Goldunze wegen des hohen Materialpreises für den Normalbürger kaum noch erschwinglich sei. Er sehe das Gramm als neue Verkaufseinheit. Von Gold gedeckte Bills könnten künftig als Zahlungsmittel eingesetzt werden, zunächst im US-Bundesstaat Texas, wo dies bereits gesetzlich ermöglicht wurde. Falk Liebnitzky und sein Team von der seit 55 Jahren im Geschäft befindlichen CIT COIN Invest AG stellte mit einem beeindruckenden Kurzfilm das Programm der für den Winter geplanten Ausgaben vor, das Drachen, Clowns und einem Talisman im dunklen Antik-Finish bevölkert wird. Die Vertreter der Bank of Greece präsentierten ihr numismatisches Programm unter den Titel Heroism and Glory. Die Jahrtausende zählende Geschichte des Landes steht im Mittelpunkt. Die South African Mint ließ ihren Bildhauer das erste Motiv der neuen Serie The African Range Coin vorstellen, mit fünf Ausgaben im Hochrelief.

Präsentation des chinesischen Münzprogramms im Media-Forum

Medailleur Dylan Lewis (Südafrika) mit seinem Entwurf

CIT-Messestand

Falk Liebnitzky von CIT im Gespräch
Der hoch betagte Sir Joseph Bossano von der Gibraltar National Mint präsentierte zum 100. Geburtstag der Queen unter dem Titel Heads of State, Hearts of Gibraltar sieben Porträts der verstorbenen Monarchin, entworfen von Raphael Makhlouf. Die China Gold Coin Group, die im Lande für Planung, Produktion und Vertrieb der Edelmetall- und Gedenkmünzen zuständig ist, beschloss den Reigen der Vorträge mit ihrem Jahresprogramm an Gedenkmünzen. Während ansonsten alle Vertreter in Englisch vortrugen, hörte man jetzt Chinesisch, von einer Mitarbeiterin simultan ins Englische übersetzt. Die Themen der Ausgaben reichen von Motiven aus dem Schatz nationaler Tradition bis zu Wissenschaft und Umweltschutz. Auch eine Münze zum Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) war diesmal dabei. Erstmals vorgestellt wurde der neue Chinese Dragon Silver Bullion. An die Teilnehmer des Forums erging eine Einladung zur Beijing Coin International Exhibition 2026.

Blick auf die Händlerauslagen

Münze Deutschland diesmal ohne Silbermünzen

Preise für Goldmünzen nur mit Bleistift ausgewiesen

Sammlermünzen der Monnaie de Paris

Beratungsgespräche im "Estrel-Saal"

Prägen eines "Geiger-Talers" an der Spindelpresse

Abstempeln eines Münzpasses

Selbst prägen im Minting Experience Center

Einladung zur Teilnahme für den Publikumspreis
Die zahlreichen Innovationen stehen im Mittelpunkt der Messe. Bis zur Fertigung der Stempel wird inzwischen alles digital gesteuert. Im Entwurf schreitet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) voran. Die Sammlermünzen warten mit Mikrogravuren, Farbeffekten und luminiszenten Bildern auf. Das neue Verfahren Smartminting ermöglicht ungewöhnlich hohe Reliefs, mit denen skulpturale Designs möglich werden. Die angesagten "Tellerprägungen" mit einem gewölbten Münzgrund werden in Deutschland bei der Fertigung von Gedenkmünzen inzwischen sogar von Staats wegen eingesetzt. Anlagemünzen erhalten Mikrogravuren und Kippbilder, werden so fälschungssicher. Im Minting Experience Center darf man sich diesmal übrigens eine Souvenir-Medaille prägen, die von der der Tower Mint London entworfen wurde. Am Samstag wird ein neuer Publikumspreis für das beste Münzdesign vergeben, der World Money Fair Awards. Gleich im Eingangsbereich der Messe konnte man für die in Vitrinen ausgestellten Stücke in Gold und Silber an mehreren Monitoren abstimmen.
Text und Fotos: Dietmar Kreutzer




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