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Lexikon: Vreneli

Aktualisiert: 28. Apr.

Vreneli: volkstümliche Bezeichnung für das sehr populäre goldene 20-Franken-Stück der Schweiz, das auf der Vorderseite unter der Landesbezeichnung HELVETIA einen Mädchenkopf mit einer Edelweißkette zeigt, der als Vreneli (Kurzform von Veronika) bezeichnet wird.

Schweiz, Vreneli zu 20 Franken 1930 B, Münzstätte Bern

Bildquelle: Historia Hamburg


Diese 20-Franken-Stücke wurden von 1897 bis 1916 und 1922, 1925 bis 1927, 1930, 1935, 1947

und 1949 geprägt. Das Vreneli hat ein Rauhgewicht von 6,45 g und ist 900⁄1000 fein.



Über die "frivole" Haarlocke, die im Jahr 1897 auf der Porträtseite der Münze entfernt werden musste, ist viel geschrieben worden. Bis zum Jahr 1935 wurde die Münze millionenfach für den Geldumlauf geprägt. Wie das Vreneli endete, ist ebenfalls nachzulesen. In dem Beitrag eines Specials der MünzenRevue über die Schweiz geht es einleitend um die von der Weltwirtschaftskrise verursachte Abwertung des Franken: Durch den Bundesbeschluss über außerordentliche Maßnahmen zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts im Bundeshaushalt vom 27. September 1936 wurde die Goldparität des Franken von 0,29 Gram auf 0,19 bis 0,215 Gramm Feingold gesenkt. Der Schritt bewirkte, dass die umlaufenden Goldmünzen über Nacht aus dem Zahlungsverkehr verschwanden. Die Standard-Goldmünze zu 20 Franken, wegen des Porträts auf der Vorderseite "Vreneli" genannt, hatte nach der Abwertung immerhin einen Goldwert von 28 Franken. Die Pflicht der Schweizerischen Nationalbank, Banknoten in Gold umzutauschen, wurde aufgehoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Vreneli jedoch eine überraschende Renaissance. Die Schweizerische Nationalbank gab einen Teil ihrer üppigen Goldbestände frei: Sie nahm den Verkauf von Goldmünzen für den Publikumsmarkt wieder auf. Die im Angebot befindlichen Goldmünzen aus Bankbeständen wurden nicht als Umlaufmünzen zum Nennwert, sondern als Anlagemünzen zum Goldwert abgegeben. Auf neuen Münzen wurde zunächst das letzte Prägejahr 1935 angegeben, ergänzt um den Buchstaben L für Lingot.


Schweiz, Vreneli zu 20 Franken L 1935 B, Münzstätte Bern

Bildquelle: SwissGoldShop


Damit sollten die 1946/47 geprägten Stücke von denen der Vorkriegszeit unterschieden werden. Etwa 20 Millionen solcher Vrenelis kamen heraus. Auf den folgenden Ausgaben wurde das Jahr 1947 angegeben. Mit dieser Kennzeichnung erschienen 9,2 Millionen Exemplare. Vom Prägejahr 1949 folgten noch einmal zehn Millionen Stück. Die Randschrift: AD LEGEM ANNI MCMXXXI.

(Zitiert nach Dietmar Kreutzer: Fluchtwährung Franken - Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg; in: MünzenRevue 5/2017, S. 63ff.)

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