Leserpost: „Wiedererweckung der Medaille“ durch Alfred Lichtwark, Julius Friedlaender und Georg Habich
- Fritz Arnold
- vor 2 Tagen
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Lieber Herr Dr. Kreutzer,
haben Sie herzlichen Dank für das Interview mit Annabelle Görgen-Lammers und die Information über die mir noch unbekannte Münz- und Medaillensammlung und die Ausstellung Skulptural in der Hamburger Kunsthalle. Bei Alfred Lichtwark fiel mir ein, dass sich er und andere Kunstfreunde und Münzexperten vor und nach 1900 um die Verbesserung der deutschen Münzen und Medaillen bemüht und damit auch teilweise Erfolg hatten. Der damalige Direktor des Berliner Münzkabinetts, Julius Friedlaender, beklagte die „Kulturlosigkeit unserer Münzen“ und forderte, die künstlerisch und formal darniederliegende Medaillenkunst „aus dem Schlaf zu wecken“. Die Herstellung von Medaillen sollte nicht weiter Ministerialbeamten und Technikern überlassen sein. Da sie Kunstwerke sind, würden sie unter die Herrschaft einer Kunstbehörde fallen, „welche die Sachverständigen und Künstler kennt und berufen kann“.
Die Medaille auf Paul Sturm und Gemahlin mit einer ganz ungewöhnlichen Rückseite zeigt, dass die Mahnungen namhafter Experten zur Wiedererweckung der Medaille auf fruchtbaren Boden fielen.

Bei der Suche nach neuen, dem Jugendstil verpflichteten Formen und Inhalten war auch die Pforzheimer Kunstprägeanstalt B. H. Meyer erfolgreich.
Auch der Hamburger Museumsdirektor Alfred Lichtwark und der Kunsthistoriker, Numismatiker und Direktor der Staatlichen Münzsammlung München, Georg Habich, hielten die „Wiedererweckung der Medaille“ für dringend geboten. Für sie waren die neuen „jugenstiligen“ Formen vorbildlich, wie sie seit Jahren in Frankreich, Österreich und anderen Ländern gepflegt wurden. Und tatsächlich ließen innovative Designer von althergebrachten, noch ganz dem Klassizismus des 19. Jahrhunderts verpflichteten Formen ab. Zu erkennen ist das auch an deutschen Reichsmünzen dieser Zeit.

Die Gedenkmünzen zu fünf Mark aus Baden von 1906 und zur 500-Jahrfeier der Universität Jena von 1908 zeigen vom Üblichen abweichende Bilder.

Mit besten Grüßen und weiter so!
Ihr Fritz Arnold








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