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Leserpost: Gibt es einen lukrativen Zweitmarkt für moderne Sammlermünzen?

Autorenbild: Dietmar Kreutzer
Dietmar Kreutzer
vor 18 Minuten
2 Min. Lesezeit

Lieber Herr Dr. Kreutzer,


vor einiger Zeit habe ich begonnen, moderne Sammlermünzen zu erwerben. Es fing mit einem Zwei-Euro-Stück an, das ich aus Italien mitgebracht hatte. Kurz darauf legte ich mir das silberne 20-Euro-Stück zur Berlinale zu. Inzwischen habe ich auch einige der künstlerisch hochwertigen Sonderprägungen aus Österreich, Frankreich und Kanada. In letzter Zeit frage ich mich allerdings, ob ich die Stücke künftig wieder zu einem vernünftigen Preis verkaufen kann. Von einem Gewinn will ich erstmal gar nicht sprechen. Die französische Münzprägestätte etwa bewirbt ihre Sonderausgaben mit dem Argument von Kleinauflagen, die das Potenzial künftiger Raritäten hätten. Bei seriösen Händlern sehe ich aber kaum solche Münzen. Was wird also später einmal aus meiner Sammlung?


Tom Kamrodt (per Mail)

Allegorien von Gerechtigkeit und Wahrheit

50 Dollar, Kanada, 2025, 999er Silber, teilvergoldet, 31,4 Gramm, 38 mm, Auflage: 7.500 Stück

Design: Steven Rosati, Rebecca Yanovskaya

Bildquelle: Global Coin


Hallo Herr Kamrodt,


wegen der Kosten, die Sie für Ihre Sammlung aufwenden, stellen Sie sich offenbar gerade die Frage, warum Sie sammeln. Ist es wegen der Stücke, von denen Sie sich angezogen fühlen, oder sehen Sie das Sammeln auch unter dem Gesichtspunkt einer Investition? Da sind Sie nicht der einzige. Die Motive zum Sammeln sind komplex. In vielen Fällen spielt heute die finanzielle Absicherung durch eine Anlage in Edelmetallen eine Rolle. Viele Sammler fangen zudem klein an. Einige von ihnen bieten später auf Auktionen tausende von Euro für eine außergewöhnliche Rarität.

Die Antwort auf ihre Frage lautet, dass es für moderne Sammlermünzen durchaus einen Zweitmarkt gibt. Es gibt ihn weniger bei Fachhändlern, sondern eher auf Online-Plattformen wie Ebay oder Hood. Die Nachfrage nach solchen Münzen ist jedoch gering, der Preis dementsprechend niedrig. In vielen Fällen wird nur der Schmelzwert des enthaltenen Edelmetalles geboten. Das ist auch nachvollziehbar. Während historische Münzen eine Geschichte erzählen, gelten die heutigen Sammlerprägungen als Massenware. Daran ändern auch die Kleinauflagen einzelner Ausgaben nichts.

Sie stehen damit vor der Entscheidung, ob Sie in Edelmetalle in Münzform investieren wollen oder das Sammeln ohne den Hintergrund eines Werterhalts oder einer Wertsteigerung fortsetzen wollen. Im ersten Fall sollten Sie sich für Anlagemünzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder Panda entscheiden, die Sie jederzeit zum Metallwert verkaufen können. Dabei ist, je nach Spotpreis des Edelmetalles, ein Wertverfall oder eine Wertsteigerung drin. Einige dieser Münzen erscheinen mit jährlich wechselnden Motiven. Damit gibt es sogar einen kleinen Anreiz für Sammler.

Bei hochwertig gestalteten Sammlermünzen, die ihren Preis haben, müssen Sie im Fall des Verkaufs mit einem Wertverfall bis zum Metallwert rechnen. Wollen Sie in historische Werte investieren, sollten Sie sich auf seltene und zugleich besonders gut erhaltene Stücke ausrichten. Hier ist sogar ein Wertzuwachs möglich. Der Markt kann sich jedoch auch dort verändern. Mit dem nachlassendem Interesse junger Menschen am Sammeln von Münzen kann in den kommenden Jahrzehnten die Nachfrage nach solchen Raritäten sinken. Auch sie könnten dann deutlich im Wert fallen.


Dietmar Kreutzer

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