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Hort von Rena: Rarität von nationaler Bedeutung in Wikinger-Münzschatz entdeckt

Autorenbild: Dietmar Kreutzer
Dietmar Kreutzer
vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Im Wikingerschatz von Rena ist eine äußerst seltene Münze aus der Zeit von König Olav II. Haraldsson entdeckt worden. Bei der Untersuchung des Münzschatzes, der inzwischen auf 5.500 Exemplare angewachsen ist, hat Anne Skogsfjord vom Museum für Kulturgeschichte eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Münze sah auf den ersten Blick wie eine angelsächsische aus dem Haus von König Æthelred II. aus. Daher wurde sie monatelang nicht näher beachtet. Dann betrachtete die Archäologin die Münze jedoch genauer: „Ich las, dass da ONLAF R+ NORMANORV steht. Ist das wirklich eine Olav-Haraldsson-Münze, die ich da in den Händen halte?! Und tatsächlich, es war eine! Es war ein ganz besonderer Moment, und mir wurde klar, dass wir einen nationalen Schatz gefunden hatten.“ Die Münze zeigt auf der Vorderseite den König im Profil mit einemn Kampfhelm. Die Inschrift bedeutet: „Olav, König der Norweger“. Auf der Rückseite sind ein Kreuz und eine christliche Inschrift zu sehen: „Mein Anführer, mein Herr“. Aus der Frühzeit der norwegischen Münzprägung unter Olav II. Haraldsson sind nur 20 Münzen erhalten geblieben, von dem im Schatz entdeckten Typ sind nur vier bekannt. Eine befindet sich in der Sammlung des Osloer Münzkabinetts, die anderen drei in Schweden.


Silberpfennig von Olav II. Haraldsson aus dem Rena-Schatz

Bildquelle: Kulturhistorisk museum, Chepstow-Lusty


Vergleichsobjekt, geprägt auf einem viereckigen Silberplättchen

aus dem norwegischen Hole (Region Ringerike)

Bildquelle: Wikimedia, Fingalo


Am 10. April 2026 hatten zwei Sondengänger auf einem landwirtschaftlich genutzten Gelände in der Region Østerdalen die ersten 19 Silbermünzen Wikingerschatzes von Rena entdeckt. Der Hort befindet sich östlich von Lillehammer, im Südosten von Norwegen. Die archäologisch geschulten Schatzsucher meldeten den Fund den Archäologen der örtlichen Behörde. In den Wochen nach der Entdeckung sind etwa 3.000 Münzen geborgen worden. Die Fachstellen sprachen von einem „Münzfund ohne Beispiel im norwegischen Kontext“. Zuletzt war in Norwegen im Jahr 1950 ein größerer Münzfund aus der Zeit der Wikinger entdeckt worden, teilte das Museum für Kulturgeschichte in Oslo mit. Der damalige Hort enthielt rund 900 Münzen. Der Großteil der Stücke stammt aus der Zeit zwischen dem späten 10. und frühen 11. Jahrhundert. Da bis zur Einführung einer eigenen norwegischen Münzprägung in der Mitte des 11. Jahrhunderts der norwegische Geldumlauf von ausländischen Münzen bestimmt wurde, kommen die meisten Münzen aus England und Deutschland, nur einige haben ihre Ursprung in Norwegen bzw. Dänemark. In der Region gab es vor eintausend Jahren eine bedeutende Eisenproduktion. Es wird vermutet, dass der Handel mit den Verhüttungsprodukten das Geld ins Land brachte.


Olav II. Haraldsson (995-1030) als Heiliger

Gemälde von Pius Welonsky (1893)

Bildquelle: Wikimedia, Rabax63


Olav II. auf einer Goldmünze der Nordischen Münzunion

(20 Kroner, Norwegen, 1910, 900er Gold, 9,0 Gramm, 23 mm)

Bildquelle: Heritage Auctions


Die Münze mit dem Porträt von Olav II. Haraldsson ist für Norwegen von nationaler Bedeutung. Bis zum 9. Jahrhundert bestanden im Gebiet der Norweger verschiedene Kleinkönigreiche, die um 872 erstmals durch Harald I. Schönhaar vereinigt wurden. Bis Mitte des 11. Jahrhunderts unternahmen die Wikinger der Region viele Raub-, Erkundungs- und Handelszüge, die sie bis nach England, ins nordwestliche Frankreich, nach Grönland und an die nordamerikanische Küste führten. Das Christentum kam über England nach Norwegen und wurde um 1000 von den Königen Olaf I. Tryggvasson und Olav II. Haraldsson teils gewaltsam verbreitet. Im Jahre 1028 eroberte der dänische König Knut der Große das Land und beherrschte es für einige Jahre. Schon kurz nach seinem Tod wurde Olav zu einem Märtyrer verklärt. Noch im 11. Jahrhundert wurde er heilig gesprochen. Der Kult um Olav breitete sich rasch über Skandinavien aus. Ganze Kirchen wurden ihm geweiht, in einigen wurden Altäre zum Gedenken aufgestellt. Auf den ersten Goldmünzen von König Haakon VII. ist Olav auf einem menschenköpfigen Drachen dargestellt, über den er triumphiert. Der Drache ist Olavs heidnischer Gegenspieler, mit dem er erfolgreich gerungen hat. Von Olav ist eine Reihe derartiger Darstellungen bekannt.


Dietmar Kreutzer

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