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Doppelausgabe: Silberne „Weihnachtsschüsseln“ zur Stillen Nacht

Autorenbild: Dietmar Kreutzer
Dietmar Kreutzer
vor 37 Minuten
5 Min. Lesezeit

Im November dieses Jahres erscheinen gleich zwei deutsche Sammlermünzen zu Weihnachten. Beide bestehen aus Silber und haben einen Nennwert von 50 Euro. Am 5. November erscheint die Sammlermünze „Heilige Drei Könige“. Es ist die fünfte und letzte Ausgabe der Serie „Weihnachten“. Sie sollte ursprünglich schon im vergangenen Jahr ausgegeben werden. Die Ausgabe verzögerte sich allerdings, weil angesichts des steigenden Silberpreises ein neuer Nennwert festgelegt werden musste. Nur wenige Tage später, nämlich am 9. November erscheint die regulär für dieses Jahr vorgesehene Münze „Stille Nacht, heilige Nacht“. Es ist die erste aus der fünfteiligen Serie „Weihnachtslieder“. Eine Gelegenheit, auf die Abfolge der Weihnachtsausgaben zurückzublicken!



Als das Bundesfinanzministerium vor Jahren bekanntgab, dass es eine Serie von Weihnachtsmünzen geben würde, sind gleich mehrere Gründe für die Emission angeführt worden. Erstens gehe es um die Traditionspflege. Die Münzen würdigten Weihnachten als eines der wichtigsten feste der Christenheit, das Kultur und Brauchtum hierzulande maßgeblich prägt. Zweitens verbinde sich mit den Münzen eine Geschenkidee. Die Stücke seien bewusst als werthaltiges Weihnachtsgeschenk konzipiert worden. Die Ausgabe in „Spiegelglanz“ komme eigens mit einer kleinen Öse an der Münzkapsel heraus, damit man sie an den Weihnachtsbaum hängen kann. Drittens biete die Ausgabe eine numismatische Innovation. Die Münzen bestehen aus reinem Feinsilber (999/1000) und werden als Tellerprägung ausgeführt. Sie sind auf der Bildseite konkav gewölbt, was den Figuren plastische Tiefe verleiht.


Erste Weihnachtsmünze: Geburt Christi (2021)



Das erste Motiv stammt von der Potsdamerin Adelheid Fuss, die sich im Wettbewerb durchsetzte. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Der Entwurf nutzt die Möglichkeit der Tellerprägung aus, indem er das Motiv der Heiligen Familie in das Zentrum stellt und damit größtmögliche Plastizität erreicht. Eine Nähe zum Betrachter entsteht durch den Blickkontakt mit der Figur der Maria. Die Darstellung transportiert das historische Ereignis in die heutige Zeit. Die Lebendigkeit der Familienkomposition strahlt auf das gesamte Münzbild aus. Die Freude über die Geburt des Kindes wird in eine spielerische Leichtigkeit übersetzt. Den Reichtum des Heilsgeschehens findet der aufmerksame Betrachter in den verschiedenen Motiven im Randbereich. Das Firmament mit dem Stern von Bethlehem krönt die ganze Szenerie. Die Wertseite harmoniert mit der Bildseite und zeigt ein würdiges Adlermotiv.“


Zweite Weihnachtsmünze: Herrnhuter Stern (2022)



Das Motiv stammt von dem tschechischen Künstler Martin Dašek, die sich im Wettbewerb durchsetzte. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass sich das Motiv von den meisten anderen eingereichten Entwürfen unterscheidet, indem nicht nur der Stern selbst gezeigt wird, sondern als weiteres Detail das Glockentürmchen auf dem Dach des Herrnhuter Kirchensaals. Damit wird auf die Herkunft des weltberühmten Weihnachtssterns verwiesen. Der dreidimensionale Stern eignet sich gut für die Darstellung in sogenannter Tellerprägung, bei der das zentrale Motiv in der konkaven Vertiefung des Münzgrunds besonders plastisch zur Geltung kommt. Die exzentrische Position des Sterns nutzt allerdings die Möglichkeiten der Tellerprägung nicht voll aus. Die gewählte Position findet auf der Wertseite mit der nicht mittigen Anordnung des Bundesadlers eine Entsprechung.


Dritte Weihnachtsmünze: Erzgebirgischer Schwibbogen (2023)



Die Weihnachtsmünze wurde im November 2023 hochkarätig präsentiert, nämlich in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin, im Beisein des Bundesfinanzministers und des sächsischen Ministerpräsidenten. Das Motiv, gestaltet vom Künstler Reinhard Eiber aus Feucht, orientiert sich an hölzernen Schwibbögen des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden Motive der heimatlichen Stube mit Vorbereitungen zum Heiligen Abend. Kretschmer: „Sachsen ist Weihnachtsland. Der Erzgebirgische Schwibbogen gehört für viele Familien zur Weihnachtszeit wie der Christbaum oder der Christstollen. Es freut mich deshalb sehr, dass es den Schwibbogen, der seinen Ursprung im vom Bergbau geprägten Erzgebirge hat, nun auch auf einer Münze gibt. Es ist gut, wenn wir unsere Traditionen pflegen, bewahren und weitertragen. Mein Dank gilt dem Bundesfinanzministerium als Herausgeber und Münzherr sowie dem Künstler Reinhard Eiber, der die neue Sammlermünze gestaltet hat.“


Vierte Weihnachtsmünze: Adventskranz (2024)



Das Motiv stammt von dem Baden-Badener Medailleur Victor Huster, der sich im Wettbewerb durchsetzte. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Der Siegerentwurf interpretiert das Thema Adventskranz vielschichtig und in seiner historischen Entwicklung. Er verbindet hervorragend die Elemente des Adventskranzes von Johann Hinrich Wichern mit dem heute gewohnten Erscheinungsbild. Das Bildwerk verwendet die gesamte kreisförmige Fläche der Münze in konzentrischer Anordnung, bestehend aus dem Tannenkranz, dem ursprünglichen Wagenrad und den vier Kerzen. Dabei wird die Idee von Johann Hinrich Wichern umgesetzt, dass das Licht zum Weihnachtsfest zunimmt. Drei Kerzen sind bereits entzündet. Über dem Kranz ist ein Komet im Universum zu sehen. Damit wird der Brauch vom vorweihnachtlichen Adventskranz mit dem Stern von Bethlehem und der Geburt Jesu verbunden. Der Schriftzug ADVENTSKRANZ umgibt die ganze Münze.“ Die Wertseite des Entwurfes werde, so hieß es, mit einer würdigen Adlerdarstellung in überzeugender Weise komplettiert.


Fünfte Weihnachtsmünze: Heilige Familie (2025/2026)




Das Motiv stammt von Christian Dögerl aus Marquartstein, der sich im Wettbewerb durchsetzte. Gezeigt werden die Heiligen Drei Könige mit ihren Geschenken, darunter das Christuskind in der Krippe und im Hintergrund zwei Dromedare. Über der Szene steht der Stern von Bethlehem mit seinem typischen Schweif. Die Jury begründete ihre Entscheridung so: „Interessant ist die Dreigliederung des Motivs in verschiedene technische Vorgehensweisen: die Könige und das Jesuskind sind in filigraner Weise ausmodelliert, die beiden Dromedare im Hintergrund sind flächenhaft gehalten und suggerieren dadurch räumliche Distanz. Der am Himmel schwebende Stern mit seinem Schweif ist linear gearbeitet und behauptet so seine Bedeutung. Die Gesamtkomposition besticht durch die filigrane Ausarbeitung, die trotz der Fülle der Darstellung nicht überladen wirkt.“ Die Ausgabe der Münze wurde im Herbst 2025 vom Bundesfinanzministerium abgesagt, weil der Preis des in ihr enthaltenen Silbers den Nennwert von 25 Euro überstiegen hätte. Die bereits hergestellten Münzen wurden eingeschmolzen und mit einem Nennwert von 50 Euro versehen. Sie sollen in diesem Jahr ausgeben werden.


Erste Münze „Weihnachtslieder“: Stille Nacht, heilige Nacht (2026)



Die Münze Stille Nacht, heilige Nacht ist einem der weltweit bekanntesten Weihnachtslieder gewidmet und zugleich Inbegriff des Weihnachtsbrauchtums im deutschen Sprachraum. Der Entwurf der Münze stammt von dem Künstler Bodo Broschat aus Berlin. Die Bildseite ist annähernd symmetrisch komponiert. Der Liedtitel ist auf die Wortgruppen Stille Nacht links und Heilige Nacht rechts verteilt worden. Im Mittelpunkt steht die Krippendarstellung als gotischen Schrein. Maria und Josef sitzen auf einer Art Chorgestühl. In ihrer Mitte befindet sich das Kind in einem geometrisierten Futtertrog. Über dem Giebel des Schreins ist ein stilisiertes alpenländisches Panorama zu sehen, das auf den Entstehungsort des Liedes im Salzburgischen verweist. Der Schrein selbst wird rechts zum ehemaligen Kirchturm von Oberndorf. Die linke Giebelspitze integriert den Stern von Bethlehem. Die Grundfläche der Krippen-Darstellung ist in den Segmentbogen einer Weltkugel eingefügt. Die Kugel versinnbildlicht die weltweite Heils- und Friedensbotschaft, sowie die internationale Verbreitung des Liedes.



Bei allen Weihnachtsmünzen lautet die Wertbezeichnung nun auf 50 Euro. Es werden zwei Ausgaben hergestellt. Die Version in Spiegelglanz wird wie bisher aus Feinsilber geprägt. Sie wiegt 22 Gramm und hat einen Durchmesser von 30 mm. Wie der Website von „Münze Deutschland“ zu entnehmen ist, liegt der Verkaufspreis in diesem Jahr bei 94,95 Euro. Die Münzen in Stempelglanz, deren Auflage deutlich höher als bei jener in Spiegelglanz liegt, besteht ab diesem Jahr nicht mehr aus 999er Silber, sondern nur noch aus 625er Silber. Sie ist daher etwas leichter, wiegt nur noch 21 Gramm. Diese Münzen gelangen, wie vom Gesetzgeber beabsichtigt, zum Nennwert in den Vertrieb.


Dietmar Kreutzer


Bildquelle: Münze Deutschland 

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