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Die Jagd nach der Muskatnuss von Christian Schüle

Autorenbild: Dietmar Kreutzer
Dietmar Kreutzer
vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) entstand im März 1602 durch einen Zusammenschluss niederländischer Kaufmannskompanien, womit der interne Wettlauf um Marktanteile im Ostindien-Geschäft beendet wurde. Der niederländische Staat protegierte die Kompanie durch ausgedehnte Handelsmonopole sowie Hohheitsrechte im Landerwerb, in der Kriegsführung und im Festungsbau. Der Hauptsitz der Kompanie befand sich in Amsterdam und Middelburg. Die Handelsschifffahrt wurde von Batavia gesteuert, der heutigen Hauptstadt von Indonesien. Ene Reihe von Handelposten lag außerhalb des indonesischen Archipels, insbesondere im heutigen Japan, Iran, Bangladesh, Indien, Sri Lanka, Taiwan und Südafrika. Das Hauptaugenmerk galt der Gewürzroute im Indienhandel. Der Handelswert der nach Europa transportierten Waren belief sich auf fast 2,2 Millionen Gulden. Vor allem im 18. Jahrhundert florierte das Handelsgeschäft. Bis zu seiner Auflösung nach fast 200 Jahren hatte das Unternehmen etwa 4.700 Segelschiffe im Einsatz und beförderte etwa eine Million Menschen.


Christian Schüle: Die Jagd nach der Muskatnuss

Hardcover mit Schutzumschlag

13,5x21,5cm, 400 Seiten

Erschienen im Mai 2026

ISBN 978-3-8275-0182-0

Preis: 28 Euro


Das gut geschriebene Sachbuch zur Geschichte der Kompanie steigt mit deren Gründung im Jahr 1602 ein: "Durch die Herrschaft über den Warenverkehr kann die Compagnie niedrige Transportkosten diktieren. Das Monopol auf den Handel ermöglicht ein Monopol auf bestimmte Waren. Beide Monopole sind verknüpft mit dem politischen Hauptziel, Spanien und Portugal zu schwächen und so die Sicherheit des niederländischen Mutterlands zu stärken." Das Unternehmen ist das erste überhaupt, das Aktien ausgibt: "Jede und jeder kann in die sogenannte Beurs, die Börse, im Zentrum Amsterdams kommen, eine Aktie zeichnen und zu einem Partizipanten werden, wie man Aktionäre damals nannte. Wer eine Actie will, zahlt einem Buchhalter also eine Summe Gulden ein. Name und Summe werden in ein Registerbuch eingetragen, im Gegenzug erhält der Anleger einen Schein, auf dessen Rückseite Summe, Name und Nummer vermerkt werden, eine Art Quittung samt Datum. Jeder ist willkommen, alles geschieht freiwillig, und so gut wie jeder will mitmachen." Man setzt auf Dividende!


Die Hauptkapitel des Buches sind nach den wichtigen Jahreszahlen der Kompanie benannt: 1602 - 1609 - 1619 - 1648 - 1733 - 1780 - 1796. Dabei geht es häufig um Geld, denn das sollte ja mit dem Indienhandel verdient werden. Die letzten drei Abschnitte in Kapitel 6 beispielsweise sind so überschrieben: Kampf um Geld - Korruption und Dekadenz - Der dreiste Raub. Mit welchen Münzen im niederländischen Fernhandel bezahlt wurde, erfährt man allerdings nicht. Der viel zitierte Gulden war nämlich lange nur eine Recheneinheit. Daher sind ergänzende Recherchen nötig: Zum Einsatz kam beispielsweise der niederländische Dukat mit dem stehenden, gepanzerten Ritter. Die Kompanie exportierte diese Goldstücke in großen Mengen nach Asien, um dort Gewürze, Seide und Porzellan einzukaufen. Wichtiger noch waren Silbermünzen, insbesondere der spanische Piaster und der niederländische Ducaton, der teilweise sogar mit VOC-Monogramm für den Außenhandel geprägt wurde. Im Alltag mangelte es allerdings an Kleingeld, weil nie genügend Kupfermünzen zur Verfügung standen.


Dietmar Kreutzer

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