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Ch’ien

Ch’ien, Chien, Chüam, Tsien (錢; Pinyin: qián; engl. cash): runde, in der Regel gegossene chinesische Bronze­münze mit einem Loch in der Mitte, die schon im 12. Jh. v. Chr. in Anlehnung an die als Tauschwerte fungierenden Kupferringe eingeführt worden sein soll.


Die ältesten C. haben ein rundes Loch zum Aufreihen (→ Loch­münze) und tragen Orts- und Gewichtsangaben, seit dem 6. Jh. v. Chr. bis zum 19. Jh. haben sie einen eingegossenen quadratischen Durchbruch in der Mitte. Die ältesten C. hatten die Bezeichnung Pao hwa (寶貨; Pinyin: bǎo huò), die C. von etwa 330–118 v. Chr. Ban liang (半兩 – „halber Tael“; Pinyin: bàn liǎng; 1⁄2 Liang hatte 25 mm Durchmesser und etwa 3,175 g Gewicht). Um 115 v. Chr. wurde die ­Wushu (五銖 – „5 Shu“; Pinyin: wǔ zhū) eingeführt (Durchmesser 24 mm) und kursierte bis 618 n. Chr. Die Dynastie Tang schuf eine neue ­Münze (Durchmesser 26 mm), mit Inschriften aus vier Schriftzeichen, von denen das obere und das untere das Nian-Hao (Äraname des Kaisers), die anderen beiden in der Regel die Gültigkeit (Pinyin: tōngbǎo; tōng = Umlauf, bǎo = Münze) ausdrücken. Dieser Typus behauptete sich bis in das 19. Jh.


Die C. wurden in der Regel zu 100 Stück auf eine Schnur gereiht, von denen zehn 1 huàn (串) oder diào (吊) entsprachen. Die Schnüre enthielten meist weniger C., die für 1000 angesehen wurden. Die Anzahl der Münzen in einem diào war jedoch örtlich unterschiedlich, es gab auch diào zu 500, 700 und 800 Ch’ien.


Ch’ien, Yuanfeng Tongbao. Nördliche Song-Dynastie, Kaiser Shenzong (1067–85), Ära Yuanfeng (1078–85).

Auf der Vorderseite die Umschrift, diesmal im Urzeigersinn: YUÁNFĒNG TŌNGBǍO; Rückseite blank.

[Bildquelle: Kölner Münzkabinett Tyll Kroha Nachfolger UG, 110. Auktion/1705, 17.11.2018]


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