Aus privaten Sammlungen: Goldabschläge der Kursmünze zu 100 Baisa (Oman, 1975)
- Thomas Rauch
- vor 1 Stunde
- 2 Min. Lesezeit
Im Jahr 1746 begründete Ahmed Ibn Said im Oman die noch heute herrschende Said-Dynastie. Seine Nachfolger säkularisierten das Herrscheramt und betrieben die Ausdehnung nach Ostafrika und an die persische Südküste. Dabei profitierte das Sultanat auch vom Sklavenhandel. In den Jahren 1826 bis 1856 wurde Sansibar zur Residenz. Nach internen Machtkämpfen kam es zu einer Trennung von den afrikanischen Kolonien, in denen sich ein unabhängiges Sultanat herausbildetee. Im Gefolge der internen Konflikte geriet Oman in zunehmende Abhängigkeit von Großbritannien, das sich vertragliche Exklusivrechte im Oman sicherte. Seit den 1960er Jahren rückte das Land in die Riege der wichtigen Ölförderländer auf. Die von den Sultanen lange betriebene Isolationspolitik, die das Land in die Armut stürzte, wurde erst im Jahr 1970 durch Sultan Kabus Ibn Said Ibn Taimur beendet. Nachdem dieser seinen autokratischen Vater entmachtet hatte, leitete er wirtschaftliche Reformen ein. Die sogenannte „Omanische Renaissance“ löste einen Bau- und Wirtschaftsboom aus.
100 Baisa (Oman, 1975, 917er Gold, 22,6 Gramm, 29 mm)
Foto: Thomas Rauch
100 Baisa (Oman, 1984, Kupfer-Nickel, 4,2 Gramm, 21,5 mm)
Bildquelle: Numista, Ulmo
Im Jahr der Machtübernahme wurde die Währungsvielfalt aus indischer Golfrupie, Maria-Theresien-Talerr und lokalen Kleinmünzen durch den Rial Saidi abgelöst. Der neue Rial Saidi entsprach 1.000 Baisa. Im Jahr 1975 erschienen große Stückzahlen an Umlaufmünzen zu fünf und zehn Baisa aus Bronze sowie 25, 50 und später auch 100 Baisa aus Kupfer-Nickel, hergestellt von der Royal Mint in London. Im gleichen Jahr wurde eine kleine Serie von Goldmünzen hergestellt. Sie gehörten zu einem Set, das der Herrscher zu Präsentationszwecken bestellt hatte, etwa zur Übergabe an Staatsgäste oder hohe Würdenträger. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den größeren Umlaufmünzen, damals noch aus Silber, einige Goldabschläge angefertigt. Die Abschläge wurden in unregelmäßigen Abständen nachbestellt. Vom Jahrgang 1395 nach Hidschra (1975) wurden Goldstücke zu 25, 50 und 100 Baisa sowie einem halben und einem Rial geprägt, je 250 Exemplare in Stempelglanz. Die Royal Mint stellte die Münzen für den Versand zu einer repräsentativen Box zusammen.
Thomas Rauch




Kommentare