Aus privaten Sammlungen: 1000 Jahre Rheinlande bei Deutschland (Fünf Reichsmark, 1925)
Vor etwas mehr als 100 Jahren erschienen im Deutschen Reich die ersten silbernen Gedenkmünzen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Der "Rheinlandritter" auf den Drei- und Fünf-Reichsmark-Stücken war von Renée Sintenis entworfen worden, einer bekannten Bildhauerin und Grafikerin. Die Rückseite entwarf Emil Rudolf Weiß, ihr Ehemann, der als Schriftkünstler und Buchgestalter arbeitete.

5 Reichsmark (Deutsches Reich, 1000 Jahre Rheinlande, 1925, 500er Silber, 25 Gramm, 36 mm, AKS 60)
Foto: Rauch
Die Darstellung des Ritters gab im Jahr 1925 den Anlass zu einer Diskussion, die Helmut Caspar in einem seiner Beiträge zur Brandenburgisch/Preußischen Numismatik (BBPN) wiedergibt:
Die erste silberne Gedenkmünze zeigt einen Ritter mit erhobener Schwurhand und einem vor sich aufgestellten Adlerschild. Dieses Drei- bzw. Fünf-Mark-Stück von 1925 erinnert daran, dass es im Jahre 925 dem König Heinrich I. gelang, die rechtsrheinischen Gebiete mit dem römisch-deutschen Reich zu verbinden. Die Idee für die Münze mit der Umschrift JAHRTAUSENDFEIER DER RHEINLANDE DEUTSCHES REICH soll vom damaligen Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer stammen. In denb Blättern für Münzfreunde vom November 1925 wird die Waffenlosigkeit des Rheinland-Ritters bemängelt, die allerdings zur Entmilitarisierung der Weimarer Republik als Folge des Versailler Vertrags passte. "Wer gewohnt ist, die Markgrafenbilder wie Albrecht des Bären oder Ottos I. von Brandenburg oder sonstige Fürstenbilder des Brakteatenzeitraums in Panzerkapuze oder Haube zu sehen, wird an der Kleinheit des Kopfes dieses Rheinlandritters Anstoß nehmen. Auch ist dieser - zeitgemäß - völlig waffenlos. Eine rolandartige Figur sollte des kräftigen Schwertes nicht entraten." Zur Wertziffer "3" wurde gesagt, dass man sie mit der "5" auf den geplanten Fünf-Mark-Stücken verwechseln wird. "Unser Vorschlag, demnächstige 5-RM.-Stücke wenigstens 0,750 fein zu halten, wie die bewährten ehemaligen preußischen Kuranttaler des Graumannschen Münzfußes (1750-1857) wird aus Gründen begreiflicher, aber bedenklicher Sparsamkeit jedenfalls enttäuscht werden. Aber gute Münze hebt das Ansehen des Staates und festigt die Preise." Die jetzt umlaufenden Reichssilbermünzen sähen bereits rötlich oder gelblich, auch bleifarbig aus und kämen schon grünoxydiert vor, was bei der "bewährten 0,900 feinen alten Reichssilbermünze" nicht vorkomme. Die schlechte Legierung werde dafür sorgen, dass sich die Münzen bei der Geschwindigkeit des heutigen Verkehrs rascher abnutzen als früher.
Heute sind Silbermünzen zwar nicht mehr im regulären Geldumlauf zu finden. Das Absenken einer Silberlegierung auf 0,500 ist aber seit Dezember 2025 erneut Thema. Wegen des gestiegenen Materialpreises ist für die silbernen Sammlermünzen der Bundesrepublik in Stempelglanz sowohl eine Anhebung des Nennwertes als auch eine Reduzierung des Silberanteils beschlossen worden.
Thomas Rauch




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