• Andreas Meyer

17. Neumarkter Weihnachtstaler


Alljährlich um die Vorweihnachtszeit tritt der Münzverein Neumarkt in Erscheinung und bringt zur Freude vieler Sammler den Weihnachtsaler in Feinsilber heraus. Zum 17. Male, seit 2002, so der 1. Vorsitzende Andreas Meyer, will man die Serie der beliebten Weihnachtstaler vervollständigen.

Sehr schnell einig war sich in diesem Jahr die Vorstandschaft bei der Suche nach einem geeigneten Jubiläum. 600 Jahre Hofkirche sei schon etwas Besonderes, so Meyer, und das Jubiläum sei gerade für ein Weihnachtsgeschenk ganz besonders geeignet, ist doch die Hofkirche vielen als Tauf-, Erstkommunion-, Firmung- und Hochzeitskirche in Erinnerung. Dabei hat aber die Hofkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ eine sehr abwechslungsreiche und ganz besondere Geschichte.

Im Zuge der Errichtung des Pfalzgrafenschlosses war an der Stelle, an der schon von 975 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts eine Marienkapelle gestanden haben soll, auch eine zugehörige Schlosskirche gebaut worden. Von dieser „neuen Kapelle“ ist erstmals 1418 die Rede, so sagt es die Baugeschichte.

Die „Hofkirche“ in Neumarkt ist seit nunmehr 70 Jahren katholische Stadtpfarrkirche mit dem Patrozinium „Zu Unserer Lieben Frau“ (Maria Himmelfahrt, 15. August). Nach wie vor ist die Bezeichnung „Hofkirche“ gebräuchlich, womit an deren 600-jährige Vergangenheit und ursprüngliche Funktion erinnert wird.

Nachdem bereits 1525 in der Hofkirche evangelisch-lutherische Gottesdienste gefeiert wurden, führte Pfalzgraf Friedrich II. der Weise (1482–1556) 1537 die Reformation ein. Pfalzgraf Johann Kasimir von Pfalz-Simmern (1543–1592) führte 1582 das calvinistisch-reformatorische Bekenntnis ein, in dessen Folge es zu Bilderstürmen in der Neumarkter Hofkirche kam. Im Jahre 1621 kam Neumarkt wieder zu Bayern. Herzog Maximilian I. von Bayern (1573–1651), der ab 1623 auch Kurfürst war, führte als „kaiserlicher Kommissär“ eine Rekatholisierung Neumarkts durch.

Architektonisch besteht die geostete Hofkirche in Neumarkt aus einem dreischiffigen, basilikalen Langhaus zu fünf Querachsen mit fünfgedecktem Mittelschiff und kreuzgratgewölbten Seitenschiffen. Die Hofkirche betritt der Besucher durch eines der drei Portale an der Westfassade; durch das große Hauptportal oder durch eines der beiden schlichten und nur halb so breiten, spitzbogigen Seitenportale.

Die beiden bronzenen Türflügel des mittleren Portals hat 1963 Egino Weinert aus Köln (1920–2012) gestaltet, von dem auch im Kircheninnenraum immer wieder Arbeiten zu sehen sind. Der Bildhauer und Goldschmied Egino Weinert, bei den Medaillensammlern kein Unbekannter, gestaltete neben dem Hauptportal das Taufbecken, die Kreuzwegstationen, den Hauptaltar, Ambo und Tabernakeltüren. Ferner besitzt die Hofkirche einen von Egino Weinert gefertigten Messkelch mit Patene.

Besonders sehenswert ist das spätgotische Tumbengrabmal für Pfalzgraf Otto II. von Pfalz Mosbach (†1499) im rechten Seitenschiff. Es ist aufgrund seiner herausragenden bildhauerischen Qualität das kunsthistorisch bedeutendste Werk in der Hofkirche.

Das ist der 17. Neumarkter Weihnachtstaler:

Die Vorderseite des 17. Neumarkter Weihnachtstalers zeigt in diesem Jahr anlässlich der 600-Jahrfeier die ehemalige Hofkirche und heutige katholische Stadtpfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“. Die sogenannte Hofkirche ist seit nun mehr 70 Jahren katholische Stadtpfarrkirche.

Die bogenförmige Umschrift in zwei Zeilen lautet „WEIHNACHTEN 2018 – 600 JAHRE HOFKIRCHE“, flankiert von acht kleinen Sternen. Unten im Halbrund „NEUMARKT i.d.OPf.“

Die Rückseite des Weihnachtstalers zeigt das links vom Tabernakel im Hochaltar angebrachte Relief, Anbetung des Jesuskindes durch Maria und Josef, sowie die einfache Architektur des Stalles mit Ochs und Esel. Der Engel in der Mitte hält das Tuch, in dem das segnende Kindlein liegt. Der Engel darüber hält ein verschlungenes Schriftband „GLORIA IN EXCELSIS DEO“, also „EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE“.

Die Umschrift der Rückseite im Uhrzeigersinn lautet „ALTARBILD DER HOFKIRCHE“.

Die Ausprägung des Weihnachtstalers erfolgte in Feinsilber (999) Polierte Platte und hat ein Gewicht von 20 Gramm. Der Durchmesser beträgt 35 Millimeter.

Der Preis in Feinsilber beträgt 49 Euro. In Gold nur auf Anfrage, es gilt der Tagespreis! Bestellungen sind auf der Homepage des Münzverein unter www.muenzverein-neumarkt.de möglich.