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Sparen–Geschichte einer deutschen Tugend (Teil 5)


Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse

Bis zum 26. August 2018 zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“, wir stellen Exponate dieser Ausstellung vor.

Auf getrennten Wegen

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die deutschen Sparer durch die Währungsreformen in beiden Teilen des Landes eine erhebliche Abwertung ihrer Sparvermögen. Abermals hielt es sie nicht davon ab, zügig wieder im beträchtlichen Umfang zu sparen.

​​Beide deutschen Staaten förderten das Sparen. In Westdeutschland führte man die Praxis direkter staatlicher Sparförderung fort, die der nationalsozialistische Staat im Krieg begonnen hatte. Mit der westdeutschen Rentenreform von 1957 wurde das Sparen als Vorsorge gegen Altersarmut weitgehend bedeutungslos. Im ostdeutschen Staatssozialismus war es offiziell ohnehin unnötig.

Zunehmend waren Konsumwünsche der Hauptmotor des Sparens. In Westdeutschland setzte sich allmählich auch der Konsumentenkredit durch. Anders als zunächst befürchtet, änderte sich das Sparverhalten dadurch kaum. Noch in der auf die Finanzkrise von 2007/08 folgenden Niedrigzinsphase sparten viele Deutsche im erheblichen Umfang trotz des fragwürdigen wirtschaftlichen Nutzens.

Blech-Spardose mit Werbeaufdruck der Dresdner Bank „Sparen schafft Wohlstand“, nach 1949

© Deutsches Historisches Museum

Das Sparverhalten der Menschen in Deutschland

Die jährliche deutsche Sparquote ist trotz Niedrigzinsphase im internationalen Vergleich hoch und zudem wenig schwankend. Allerdings ist das Sparverhalten der Menschen in Deutschland nicht überall gleich.

Unabhängig von ihrer Haltung zum Sparen gibt es viele Menschen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage sind, Geld zurückzulegen. Etwa 40 % der deutschen Haushalte verfügen über keinerlei Ersparnisse. Diejenigen, die Willens und in der Lage sind zu sparen, tun dies trotz niedriger Zinsen in beträchtlichem Ausmaß. Die Sparvermögen der Menschen in Deutschland erreichten zuletzt Rekordwerte.

Es zeigt sich zudem, dass sich das Sparverhalten der Menschen im Laufe ihres Lebens verändert. Neben dem Umfang der Ersparnisse ändern sich auch die Sparziele. Auch regionale Unterschiede im Sparverhalten sind zu verzeichnen. So sparen die Menschen im Südwesten Deutschlands im Durchschnitt wesentlich mehr als diejenigen im Nordosten.

„The German Problem“, Titelseite der Zeitschrift The Economist zum deutschen Leistungsbilanzüberschuss , London, 8.7.2017 © The Economist

Wir setzen die Vorstellung von Exponaten dieser Ausstellung fort.

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