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Von der Gold-Rallye bis zu den Heiligen Drei Königen: Best of MünzenRevue 2025

Die Türkei ist einer der wichtigsten Goldkonsumenten weltweit. Die Zentralbank hat mit Zukäufen über die zurückliegenden 14 Monate hinweg eine Goldreserve von nunmehr 803,7 Tonnen angesammelt. Damit hat das Land zur Gold-Rallye des zurückliegenden Jahres beigetragen, in deren Verlauf der Goldpreis massiv stieg. Auch der private Goldkonsum spielt in dem Land eine bedeutende Rolle. Ein Teil des importierten Goldes wird nämlich zu Schmuck oder zu Anlagemünzen verarbeitet. Goldmünzen werden als traditionelle Geschenke, zum Beispiel bei Hochzeiten, gehandelt. Angesichts einer Inflationsrate von über 30 Prozent werden sie für schlechte Zeiten zurückgelegt. In der Januar-Ausgabe der MünzenRevue informierte Matthias Hommel die Leser über die aktuelle Situation in der Türkei. In seinem Beitrag 100 Jahre Türkische Republik: Inflation und kein Ende arbeitete er die Entwicklung der Kursmünzen in der jüngsten Vergangenheit auf und warf einen Blick in die Zukunft. In der Türkei wurden jahrhundertelang Umlaufmünzen aus Silber geprägt. Doch im 20. Jahrhundert änderte sich das: "Mit fortschreitender Geldentwertung war die Münzstätte gezwungen, immer preiswertere Legierungen einzusetzen, damit der Materialwert nicht den Kurswert überstieg. Vorerst wurde nur die Masse bei weitestgehend gleichbleibendem Durchmesser reduziert." Ende der 1950er Jahre verschwanden die Silbermünzen ganz aus dem Umlauf. Doch die massive Geldentwertung setzte sich fort. Zum Januar 2005 kam es infolge der Inflation zu einem Währungsschnitt. Eine Million alte Lira wurden gegen eine neue getauscht. Im Januar 2009 entfiel das Attribut neue Lira. Doch inzwischen verliert das Geld weiter an Wert. Ein Teil der umlaufenden Münzen wird damit bedeutungslos: "Das erste Mal seit Einführung der Neuen Türkischen Lira (Yeni Lira) 2005 bzw. der Türkischen Lira seit 2009 wird die Nominalkette wieder überarbeitet. Geschuldet ist dies der andauernden Inflation zwischen 50 und 100 Prozent und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust." Der Autor Matthias Hommel stellte in der MünzenRevue die Änderungen vor und resümierte: "Als Numismatiker sehen wir der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung gespannt zu. Verhältnisse wie in den vergangenen 1990er Jahren mit galoppierender Inflation wünscht der hart arbeitenden türkischen Bevölkerung aber niemand mehr."


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Im Bayerischen Hauptmünzamt

für den Schmelzofen bereitliegende Weihnachtsmünzen

Fotos: Dietmar Kreutzer


In der Dezember-Ausgabe informierte die MünzenRevue über den Ausgabestopp der aktuellen deutschen Sammlermünzen aus Silber: "Infolge des starken Anstiegs des Silberpreises liegt der Materialwert der deutschen 20-Euro- bzw. 25-Euro-Silbermünzen zwischenzeitlich deutlich über dem jeweiligen Nennwert. Die Neuausgabe entsprechender Münzen ist unter diesen Umständen nicht möglich." Ein Leser schrieb daraufhin an die Redaktion: "Ich kann es noch nicht glauben. Die 25-Euro-Stücke Heilige Drei Könige sind fertig geprägt und werden eingeschmolzen. (...) Und die 20-Euro-Münze zur Wuppertaler Schwebebahn soll dasselbe Schicksal ereilen! Unglaublich!" Die im Heft abgedruckte Antwort der Redaktion: "Naja, der Volksmund weiß ja, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Das trifft auch hier zu. Weiter heißt es, dass schon einmal die fertig geprägte Auflage einer silbernen Sammlermünze im Schmelzofen verschwand. Wegen eines vor 50 Jahren mit der Spekulation auf Silber stark gestiegenen Preises mussten 1979 die fertig geprägten 5-DM-Münzen zum 100. Geburtstag des Nobelpreisträgers Otto Hahn wieder eingeschmolzen werden. Auch damals hatte der Materialwert den Nennwert der Münzen überschritten, die für fünf Deutsche Mark verkauft werden sollten: "Die Münze für Otto Hahn wurde nach der Vernichtung der Silberauflage mit einer Kupfer-Nickel-Legierung mit Nickelkern im Gewicht von 10,0 g mit unveränderter Gestaltung neu geprägt und am 24. September 1980 ausgegeben. Auch das Prägejahr 1979 hat man nicht geändert."


Hier eine Auswahl der wichtigen Titelthemen aus den Ausgaben der MünzenRevue im Jahr 2025:


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Heft 1/2025: Die weltweit größte Münzenmesse, die World Money Fair, die vom 30. Januar bis 1. Februar 2025 im Berliner Estrel Congress Center stattfand, präsentierte diesmal die Schweiz als Gastland. Erstmals stellte dabei die Schweizer Prägeanstalt Swissmint die Jubiläums-Münze des 100 Franken-Goldvreneli der Weltöffentlichkeit.


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Heft 2/2025: Der Jugendstil wurde einst als Aufbruch zur Moderne gefeiert, später als "Ornamenthölle" aus Ranken und Blättern abgetan. In nur 25 Jahren hinterließ der Stil jedoch Spuren in allen wichtigen Industrienationen. Einem Überblick zur Entwicklung des Jugendstils folgten fünf Porträts international führender Medailleure, die Schrittmacherdienste für die Bewegung leisteten.


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Heft 3/2025: Der französische Franc entstand aus der Not heraus. Die Schreckensjahre der Revoluition hatten den silbernen Écu und den alten Louis d'or aus dem Umlauf verschwinden lassen. Viele Franzosen sehnten sich nach der "guten alten Zeit" zurück. Napoleon brachte ihnen den "Franc Germinal".

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Heft 4/2025: Der russische Zar Peter I., der Große, war nicht nur Gründer von Sankt Petersburg, sondern ging auch in seiner gewakltsamen und rücksichtslosen Art als Um- und Neugestalter seines Landes sowie als Reformer des noch mittelalterlich anmutenden russischen Münzwesens in die Geschichte ein. Der vor 300 Jahren verstorbene Herrscher führte das Dezimalsystem ein.


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Heft 5/2025: Der sächsische Kurfürst Friedrich III., genannt der Weise, starb vor 500 Jahrenim Schloss Lochau bei Torgau. Als Beschützer von Martin Luther und der 1517 von ihm ausgelösten Reformationsbewegung ging Friedrich in die Geschichte ein. Seine Münzen und Medaillen bilden ein exquisites Forschungs- und Sammelgebiet. Mit seinen 1509 und 1522 geprägten Statthaltertalern betrieb er "politische Landschaftspflege", die Reichsmünze von 1917 mit seinem Bild zählt zu den bekanntesten Prtägungen überhaupt.


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Heft 6/2025: Im Herbst 1929 endeten die fünf "goldenen" Jahre der Weimarer Republik. Auf einen trügerischen Aufschwung ab 1924 folgten zuerst die Weltwirtschaftskrise und dann die Diktatur der Faschisten. Ein Blick auf das letzte Wetterleuchten der Sommermonate von 1929 zeigt, dass sich abseits der wirtschaftlichen Erfolge und der kulturellen Vielfalt die nahende Katastrophe schon abzuzeichnen begann.

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Heft 7+8/2025: Nur der Kirchenstaat und das Königreich beider Sizilien widersetzten sich 1860 noch einem italienischen Nationalstaat. In dieser Situation sammelte der Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi eine Schar von Anhängern zur "Befreiung" des Südens um sich und landete in Sizilien. Er eroberte Palermo und kurze Zeit später Neapel. Der Weg für ein geeintes Italien war frei.


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Heft 9/2025: Das Titelbild zeigt Friedrich II., genannt der Große, nach einem Ölbild, das sich heute in Schloss Sanssouci befindet. Friedrich ist sicher Preußens berühmtester König. Maler, Bildhauer, Grafiker und Medailleure verherrlichten ihn als nimmermüden, weisen und stets um das Wohl seines Volkes bemühten Landesvater, als großen Staatsmann, Feldherrn, Denker und Leuchte des 18. Jahrhunderts.


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Heft 10/2025: Das Titelbild zeigt den Kreml in Moskau, ehemals Sitz der russischen Zaren, heute Sitz des russischen Präsidenten. Die russische Politik war nicht nur unter den Zaren autoritär. Die Sowjets knüpften nach der Oktoberrevolution nahtlos an die Praktiken ihrer Vorgänger an und auch der gegenwärtige Kremlherr betreibt Imperialismus. Das Prinzip spiegelt sich in der wechselhaften Geschichte des Rubels wider.


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Heft 11/2025: Das Pfund Sterling war im 19. Jahrhundert die bedeutendste Währung der Welt. Nach den napoleonischen Kriegen auf dem Goldwert des Sovereigns aufgebaut, konnte Großbritannien unter Königin Vikoria den internationalen Handel beherrschen. Während aber die Aristokraten mit Geld nur so um sich warfen, zahlte das aufstrebende Bürgertum mit Silber, für die Unterschicht blieben Kupfermünzen.

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Heft 12/2025: Viele Staaten Lateinamerikas hatten in den Jahrzehnten nach ihrer Unabhängigkeit eine Währung, die auf Gold und Silber gleichermaßen basierte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderten sich die Verhältnisse jedoch. Drei Beispiele (Venezuela, Mexiko und Kolumbien) zeigen, wie sich der Übergang zum Goldstandard vollzog.


Dietmar Kreutzer


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