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Um des Kaisers Bart: Silber, Schätze und Schließfächer in der neuen „Münzen & Sammeln“

Aktualisiert: vor 1 Stunde

Im Vorwort zur neuesten Ausgabe von Münzen & Sammeln fragt Helmut Kahnt: Wohin klettert der Silberpreis denn noch? Silber hat einen weiteren Höchststand erreicht." Kahnt schreibt, dass der Preis für ein Gramm am 12. Januar 2026 bei 2,35 Euro lag. Inzwischen wissen wir, wie weit er noch geklettert ist. Im Laufe des 29. Januar 2026 war er bis auf 101,68 Euro pro Feinunze gestiegen. Das waren 3,27 Euro pro Gramm. Danach ging es rasant bergab. Der Schlusskurs vom 30. Januar 2025, gerade einmal zwei Tage später, lag bei 71,81 Euro pro Feinunze. Das entsprach 2,31 Euro pro Gramm. Gegenüber dem Höchststand war das ein Minus von fast 30 Prozent! Die Prägung deutscher Sammlermünzen aus Silber zum Nennwert von 20 Euro musste gestoppt werden. Doch auch der neue, auf 35 Euro festgesetzte Nennwert reichte nicht mehr für einen rentierlichen Verkauf.


Die Kapriolen des Silberpreises sind nicht das einzige Thema in der Februarausgabe von Münzen & Sammeln. Titelthema ist: Um des Kaisers Bart. Der Autor Arne Schöfert erläutert, dass das geflügelte Wort, das den Titel des Beitrages abgibt, aus einem Gedicht von Emanuel Geibel stammt, in dem es heißt: "Zankt, wenn ihr sitzt beim Weine, nicht um des Kaisers Bart!" Dabei dachte man im Allgemeinen an den gezwirbelten Oberlippenbart von Kaiser Wilhelm II. Doch zeitweise trug der Kaiser auch Vollbart. Was diese Feststellung mit Münzen zu tun hat? Zunächst einmal gar nichts, weil Wilhelm II. auf keiner Münze mit Vollbart zu sehen ist. Es gibt aber einige Medaillen zu den Kaisermanövern des Jahres 1891, auf denen der Monarch mit einem Vollbart porträtiert ist.


Helmut Caspar

Foto: Privat


Gleich mehrfach geht es in der neuen Ausgabe von Münzen & Sammeln um Schatzfunde. Helmut Caspar berichtet in einem Beitrag über die Münzkunde als akademisches Lehrfach von einem Mann namens Johann Peter von Ludewig. Der an der Universität Halle beschäftigte Historiker klagte im Jahr 1709, dass er bei der Sicherstellung eines Schatzfundes in Göhritz (heute Landkreis Merseburg-Querfurt) zu spät gekommen wäre. Von den über 600 Brakteaten seien ihm nur 30 geblieben. Die Münzwissenschaft müsse bekannter werden, damit solche Schätze nicht im Schmeltiegel landeten. Es ging ihm aber nicht nur um die Wissenschaft. Ludewig hatte auch ein ganz persönliches Anliegen: "Weil ich wüntschte / dass meine Begierde / dergleichen Müntzen einzuhandeln andern kunt werden möchte / damit / wann das Glücke iemand wieder treffen sollte / er ehender zu mir / als Goldschmieden und Juden käme". Die "Ausfünder / Schatzgräber und Verkauffer" werde er nicht verraten, sondern ihnen für die Überlassung der Funde das Dreifache von dem zahlen, was andere böten.


Great Baddow Hoard

Bildquelle: Museum of Chelmsford


Von einem im Osten Englands entdeckten Schatz, dem Great Baddow Hoard, berichtet Alexander Glück. Ein Sondengänger fand ihn. Zur Zeit von Caesars zweiter Invasion im Jahre 54 v. Chr. lagen sich die keltischen Stämme der Trinovanten und Catuvellaunen in den Haaren. Es könnte sein, dass der Schatz aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. auf einem ihrer Feldzüge mitgeführt wurde. Vielleicht sollte er aber auch als Tribut an die Römer dienen. Gefunden wurden 930 ostbritische Stater und drei abweichende Prägungen: "Es handelt sich um den größten bisher bekannten Goldschatz dieser Art und Zeit. (...) Die 933 Goldmünzen des Great Baddow Hoard wurden nun vom Museum of Chelmsford aufgekauft und sollen ab dem Sommer 2026 in einer Ausstellung gezeigt werden."


Tresor mit Mietfach

Bildquelle: Trisor


Um solche Schätze nicht vergraben zu müssen, gibt es diesmal für Abonnenten der Münzen & Sammeln einen besonderen Treue-Gutschein: einen Rabatt für ein bei der Firma Trisor gemietetes Schließfach: "Sicher ist sicher sagt sich mancher, der seine Schätze, die er jahrelang engagiert zusammengetragen hat, nun doch schweren Herzens aus dem Haus schafft. Der Kleiderschrank ist wirklich keine Lösung und einen ordentlichen Safe können die wenigsten in den eigenen vier Wänden unterbringen." Also eine Outdoor-Lösung! Die ist einigermaßen sicher. Aber auch nur einigermaßen: "Wie die erschreckenden Bilder der letzten Wochen zeigen, kann man auch auf der Straße stehen und kommt nicht zu seinem Schließfach, das einem dreisten Raub zum Opfer fiel. Sicher ist leider nicht immer ganz sicher." Wenigstens bietet es das Gefühl, irgend etwas getan zu haben!


Dietmar Kreutzer


Münzen & Sammeln, Ausgabe Februar 2026


MünzenRevue, Ausgabe Februar 2026

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