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Tafelgeschirr, Münzen, Tabakdosen: Die Zukunft der Hohenzollern-Schätze

Vor wenigen Wochen sind Münzen und Medaillen des Hauses Hohenzollern mit einem Erlös von knapp vier Millionen Mark bei Künker versteigert worden. Ob mit weiteren Hohenzollern-Auktionen gerechnet werden darf, ist noch nicht bekannt. Die Auktion wirft noch einmal ein Schlaglicht auf die vor einigen Jahren erhobenen Entschädigungsforderungen der Hohenzollern und das Ergebnis der jahrelangen Verhandlungen. Die Forderungen betrafen die von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland entschädigungslos enteigneten Immobilien und die Rückgabe der seinerzeit in ihnen befindlichen Kunstgegenstände. Bei den etwa 10.000 Kulturgütern, von denen die Rede war, waren etwa 40 Prozent tatsächlich enteignet worden. Der Rest sind sogenannte Leihgaben an den Staat. Der seit dem Jahr 2014 schwelende Streit zwischen dem Haus Hohenzollern und dem Staat bezog sich auf die enteigneten 40 Prozent. Die Öffentlichkeit erfuhr im Jahr 2019 von Verhandlungen 2019. Als es zu einem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Potsdam kam, hatte sich die Auseinandersetzung auf die frage konzentriert, ob der ehemalige Kronprinz Wilhelm von Preußen dem nationalsozialistischen System einen "erheblichen Vorschub" leistete. Dann wäre die Enteignung nämlich rechtmäßig gewesen.


Auf Burg Hohenzollern ausgestellte preußische Königskrone von Wilhelm II.

Bildquelle: Wikimedia, FDV


Diese Frage war aber nicht ohne weiteres zu beantworten. Das Verwaltungsgericht Potsdam rang sich daher zu einer Empfehlung ab, nämlich dass Vergleichsverhandlungen "sinnvoll" seien. Die Vertreter des Staates verlangten jedoch ein Urteil. Im März 2023 erklärte Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Chef des Hauses Hohenzollern, dass er im Hinblick auf die Rolle des früheren Kronprinzen im Dritten Reich seine Ansprüche auf die Rückgabe der 4.000 strittigen Kunstobjekte aufgebe und die beiden anhängigen Klagen auf Entschädigung zurückziehe. Damit war nur über die Leihgaben an Museen zu verhandeln. Im Mai 2025 konnte eine Einigung erzielt werden. Die strittigen Objekte wurden in eine gemeinnützige Stiftung überführt. Die Leihgaben stammten vor allem aus dem Hohenzollern-Museum Schloss Monbijou sowie aus Bibliotheken und Archiven. Die neu gegründete Stiftung wurde zur Eigentümerin der Kunstgegenstände. Damit konnten viele Kunstschätze wie Möbel, Gemälde und Memorabilien in den Museen von Berlin und Brandenburg verbleiben. Als besonders wichtige Objekte benannte Kulturstaatsminister Weimer ein Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, das Kurfürst Joachim I. von Brandenburg zeigt, außerdem die barocken Elfenbeinmöbel des Großen Kurfürsten und das Tafelservice, das Friedrich II. für das Schloss in Breslau herstellen ließ.


Silberkammer der Hohenzollern im Berliner Schloss Charlottenburg

Bildquelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten


Das Haus Hohenzollern hat mit der Gründung der Stiftung teilweise auf seine Besitzanspruche verzichtet. Im Gegenzug werden andere umstrittene Objekte ihrem Eigentum zugeordnet. Dabei handelt es sich um die Objekte einer sogenannten C-Liste, die im Jahr 2018 zusammengestellt wurde. Auf ihr stehen sieben prächtig verzierte Tabakdosen aus der Sammlung von Friedrich dem Großen. Zwei von ihnen sollen als Dauerleihgabe in Museen verbleiben. Über die übrigen fünf, deren Wert nach einem bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel bei 20 Millionen Euro liegt, kann das Haus Hohenzollern frei verfügen: "Verfügen können die Hohenzollern auch über die Objekte, die ihnen zugeordnet werden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt nach eigenen Angaben 2.999 Einzelobjekte ab. Darunter sind allein 2.122 Münzen sowie Fächer, Kästchen, Porzellane und anderes. Der Marktwert dieser Stücke wird laut Spiegel auf gut zwei Millionen Euro geschätzt." (Hohenzollern-Deal; in: monopol, 13.06.2025) Bei den 2.122 Objekten, die im Spiegel unter dem Begriff Münzen zusammengefasst wurden, dürfte sich eine größere Anzahl von Medaillen befunden haben. Zumindest ein Teil davon wurde aktuell versteigert. Sammler dürfen also gespannt sein, was nun mit übrigen Stücken passieren soll.


Münzhumpen in der Schatzkammer Burg Hohenzollern

Bildquelle: Mehr erleben am Bodensee


All jene, die die Schätze der Hohenzollern besichtigen wollen, werden alle wesentlichen Leihgaben damit weiterhin in den Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz finden. Eine der größten Attraktionen ist hierbei die Silberkammer der Hohenzollern in Schloss Charlottenburg, ebenfalls eine Leihgabe der Hohenzollern. Ein weiterer Teil der Schätze ist im Museum der Burg Hohenzollern ausgestellt, die sich im Eigentum von Georg Friedrich Prinz von Preußen befindet. Dort kann unter anderem die Königskrone von Preußen besichtigt werden, die Wilhelm II. anfertigen ließ. Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände des letzten Kaisers sind im holländischen Museum Huis Doorn zu sehen, das der frühere Kaiser von 1920 bis zu seinem Tod im Jahr 1941 bewohnte.


Dietmar Kreutzer

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