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Once in a lifetime – Seltene Gelegenheiten bei Felzmann

Nachbericht Numismatik 170. Auktion, 1. bis 2. Dezember 2020


Die Münzauktion bei Felzmann in Düsseldorf am 1. und 2. Dezember 2020 fand großen Anklang bei Käufern aus aller Welt. An zwei Tagen wurden Münzen, Orden, Medaillen und Geldscheine über das eigene LIVEBIDDING-System im Internet versteigert. Live im Auktionssaal konnten sich telefonische Bieter mit dazuschalten, zuvor waren zahlreiche schriftliche Vorgebote abgegeben worden. Mit einer Verkaufsquote von 83 % und Zuschlägen von insgesamt einem Drittel über dem Schätzpreis war die Auktion ein deutlicher Erfolg und weist auf gute Aussichten im neuen Jahr hin.


Begehrt und teilweise heiß umkämpft waren Top-Raritäten wie der Dukat des Bistums Chur (Los 1221), der mit 15.000 € Ausruf startete und nach einem langen Bietergefecht an einen versierten Sammler aus der Schweiz für 36.000 € zugeschlagen wurde. Das war wohl der bisher höchste, jemals erzielte Zuschlag für diese Münze, die zuletzt im Jahr 2001 auf einer Auktion angeboten wurde. Natürlich war auch die Freude beim Einlieferer groß, der direkt im Anschluss telefonisch informiert wurde.

Los 1221: Chur, Bistum. Dukat 1652. 3.42 g. Bischof Johann VI. Flugi von Aspermont, 1636 - 1661, Av.: IOANNES · D · G · EPIS · CVR · D · IN · G · ENGS, Kartusche mit ovalem, vierfeldigen Wappenschild, Rv.: · FERDINAND · III · D · G · RO · I · S · A · 165Z, nimbierte, doppelköpfige Reichsadler. Prägeschwäche, leicht gewellt, Johann Flugi war der Sohn des bischöflichen Hofmeisters und Hauptmanns zu Fürstenburg Andreas Flugi von Aspermont und dessen Ehefrau Anna Danz aus Zuoz. Er studierte am Schweizerischen Colleg in Mailand und promovierte zum Doktor der Theologie an der Universität Pavia. Bereits 1612 wurde er Domizellar in Chur. 1621 empfing er in der Schlosskapelle auf Fürstenburg vermutlich von seinem Onkel Johann V. Flugi, Bischof von Chur, die Priesterweihe. Bei einer Besichtigung der Baustelle des bischöflichen Schlosses, dessen Renovierung er 1660 veranlasste, wurde er am 7. Januar 1661 bei einem Mauereinsturz so schwer verletzt, dass er an den Folgen am 24. Januar starb. Fr. 204a (Very rare) Haller 2173 Mon. en or 33,10 HMZ 2-426d D.T. 1484b Trachsel 198, 3.42 g. Prachtexemplar. Von größter Seltenheit. Ausruf: 15.000 €, Zuschlag: 36.000 €. [Bildquelle: Auktionshaus Felzmann].

Mit Spannung erwartet wurde dann die Versteigerung der 380 Goetz-Medaillen am zweiten Auktionstag, die in einem eigenen Sonderkatalog präsentiert worden waren. Die Mühe hat sich gelohnt, denn die begehrten Sammlerstücke wurden unter Beteiligung von Bietern aus Nord- und Südamerika sowie Asien und Europa fast restlos verkauft und erzielten dabei einen Zuschlagspreis, der im Schnitt bei 180 % des Schätzpreises lag. Dieses überragende Ergebnis lässt auf den zweiten Teil der Goetz-Sammlung mit zahlreichen Silbermedaillen hoffen, der in der Frühjahrsauktion am 16. und 17. März 2021 bei Felzmann versteigert wird.


Los 365: GOETZ-Medaillen, 1941. 43.19 g. Bronzegussmedaille auf 30 Jahre Luftwaffe, Av.: Doppeldecker in der Luft und am Boden, dahinter Flugfeld, Hallen und Wald, DÖBERITZ / FRANKFURT A/M JOHANNISTHAL · BORK / 1911, Rv.: Adler über modernen Kampfflugzeugen des II. Weltkrieges, DER ALTEN ADLER / 1941 / HELDENSÖHNE, Rand: K·GOETZ. Kienast 592, 43.19 g., 59.0 mm. sehr selten, Ausruf: 150 €, Zuschlag: 3.200 €. [Bildquelle: Auktionshaus Felzmann].
Los 378: 1948. 104.78 g. Bronzegussmedaille auf die Abwertung, Av.: Teufel frisst Reichsmark und Sparguthaben während er DM-Banknoten in der Hand hält, ABWERTVNG, Rv.: Tod sitzt auf einem Sockel mit den Nahrungs-Tagesrationen nach links und hält Waage, darauf § und Kalorien, Randpunze ·GOETZ, eine Medaille von Guido Goetz, dem Sohn von Karl Goetz, mit dem gleichen Revers gibt es auch eine Ausgabe auf die Münchener Leidenszeit. Kienast ---, 104.78 g., 73.5 mm. ex Münzenhandlung Möller, Espenau selten, Ausruf: 100 €, Zuschlag: 2.000 €. [Bildquelle: Auktionshaus Felzmann].

Hervorragend liefen, trotz der zwischenzeitlich wieder gesunkenen Goldpreise, auch die angebotenen Goldmünzen aus Aller Welt ab der Antike. Selbst Goldbarren wurden rund 25 % über dem Goldwert verkauft. Immer begehrt und daher wie erwartet zu Spitzenpreisen verkauft wurde China: von Altchina bis zu modernen Kursmünzensätzen wurden hier einmal mehr TOP-Zuschläge erzielt, z.B. das Rare Proof Coin Set 1985 für 3.120 € (Ausruf 1.500 €).


Los 1577: Volksrepublik. 1985. Rare Proof Coin Set, Year of the Ox, wie verausgabt im leicht fleckigen Umkarton, KM PS - 16, PP, Ausruf: 1.500 €, Zuschlag: 3.120 €. [Bildquelle: Auktionshaus Felzmann].

Dass auch in Zeiten von COVID 19 Münzsammlungen, welche vorab unter Einhaltung der Hygieneregeln besichtigt werden konnten, genau den Preis bringen, welchen sie wert sind, zeigt z.B. Los 2125, eine Sammlung mit hauptsächlich römischen Münzen, die im Bietergefecht von 2.000 € Startpreis auf 12.000 € hochgesteigert wurde.


Gelegenheit zum Kauf gibt es auch noch. Der Nachverkauf der Auktion läuft bis zum 3. Januar 2021. Allerdings sollte man schnell sein, um sich die wenigen Restposten noch zu sichern. Rücklose werden wie gewohnt, mit Ausnahme von limitierten Losen, mit einem Nachlass von 10 % angeboten.


Einlieferungen für die nächste Auktion im März 2021 werden ab sofort entgegengenommen. Hausbesuche und Abholungen können in ganz Deutschland vereinbart werden unter Tel. 0211-550440. Mehr Informationen finden Sie unter: www.felzmann.de


Weitere Bilder und Losbeschreibungen:

Antike, Römer, Av.: TI CLAVD CAESAR AVG P M TRP VI IMP XVIII, belorbeerter Kopf nach rechts, Rv.: SPQR P P OB CS, 3 Zeilen Schrift in Kranz, Ex Künker Auktion 88 Los 416, kleine Kratzer, Ausruf: 2.000 €, Zuschlag: 4.200 €
Los 748: Deutschland, Reuss-Gera, Av.: + MO : NO : AVR · HEINR · IVN · ÆT · SEN · RVTH D · A · PLAVEN, zwei Helme mit Brackenkopf und Kranich über * E · S *, Rv.: + D : I : GRAIZ · CRANCH . F : GERA · SCHLEIZ · ET · LOB :, 4feldiges Wappen unter 16 - 22, Henkelspur, wellig, Ausruf: 3.000 €, Zuschlag: 11.000 €
Los 806: Hamburg, Bankportugalöser zu 10 Dukaten, 1819, Auf das 200-jährige Bestehen der Hamburger Bank, Stempel von H. F. Brandt, Av.: Stehende Harmonia mit Regierungsstab, links hält sie Opferschale über dem Altar des Vaterlandes, Rv.: Eingang des Bankgebäudes, berieben, kl. Rf. Ausruf: 3.000 €, Zuschlag: 3.600 €

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