top of page

Lexikon: Grauman(n)scher Münzfuß

1750 durch Johann Philipp Grauman(n) organisierte Münzreform im Königreich Preußen, die einen neuen Münzfuß brachte. Der alte Reichstaler war wegen zu hoher Kosten bei zu feinem Fuß und der deshalb erfolgenden Geldabwanderung (Gresham-Kopernikanisches Gesetz) nicht mehr ausgeprägt worden, die umlaufenden 2⁄3-Stücke (Gulden) hatten die Stelle des Talers eingenommen, flossen aber immer noch ab. Darum wurde durch den Grauman(n)schen Münzfuß ein Taler nach dem 14-Taler-Fuß eingeführt, der 16,704 g Silber enthielt und 100 Jahre lang die Münze Preußens blieb.

Taler (Preußen, 1750, 750er Silber, 22,1 Gramm, 38 mm)

Bildquelle: Staatliche Museen zu Berlin, Münzkabinett


Der parallel dazu weitergeprägte Friedrich d’or wurde im Verhältnis zum Taler (1:5) zu schlecht bewertet und wanderte daher ab. Als Gegenmaßnahme wurde er seit dem Siebenjährigen Krieg (1756 –1763) mit 5 1⁄3 (im 19. Jh. mit 5 2⁄3) Taler bewertet, zugleich verschlechterte sich der Feingehalt der silbernen Münzen, der gute Münzfuß wurde 1764 wiederhergestellt. Völlig zu Unrecht trugen die Taler nach dem Grauman(n)schen Münzfuß die Aufschrift „Reichstaler“. Mit der Dresdner Konvention von 1838 konnte Preußen dann den 14-Taler-Fuß in bei der Mehrzahl der deutschen Staaten durchsetzen.


www.muenzen-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page