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Lexikon: Fränkischer Gulden

Rechnungsmünze im Fränkischen Reichskreis (Bamberg, Brandenburg-Franken, Würzburg) und Südthüringen (Henneberg, Sachsen-Hildburghausen, Sachsen-Meiningen). Der Fränkische Gulden entsprach im 24-Gulden-Fuß 11⁄4 Rheinischem Gulden, 1 Fränkischer Gulden = 15 Schwere Batzen = 75 Schwere Kreuzer = 90 Leichte Kreuzer. In Würzburg galt die Relation: 1 Fränkischer Gulden = 28 Schiling(er) = 84 Dreier = 168 Pfennig. Hieraus wird deutlich, dass sich die Wertzahl „84“ im Reichsapfel der Dreier (fälschlich manchmal als Körtlinge bezeichnet) auf den Fränkischen Gulden bezieht, nicht auf

den Taler. Wenn z. B. auf Würzburger Münzen als Nominalangabe steht „Leichter Kreuzer“ oder „Leichter Pfennig“, so bedeutet das, daß sie Münzen nach dem Rheinischen Gulden zu 90 Kreuzer, also im 24-Gulden-Fuß, darstellen.


Fränkischer Reichskreis (1789)

Bildquelle: Wikimedia, Mikmaq


Erläuterung zum Fränkischer Reichskreis: einer der zehn Reichskreise des Heiligen Römischen

Reichs Deutscher Nation unter Vorsitz (Kreisdirektoren) der Bischöfe von Bamberg und Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach/Ansbach. Die Kreismünzstätten des Fränkischen Reichskreises befanden sich in Nürnberg, Schwabach, Wertheim und Würzburg. Seine münzprägenden Mitglieder waren: das Königreich Preußen (ab 1791), das Herzogtum Franken unter Bernhard von Sachsen-Weimar (1633 –1634), die Hochstifter Bamberg, Eichstätt und Würzburg, der Deutsche Orden in Mergentheim, die

Markgrafschaften Brandenburg-Ansbach, Brandenburg-Bayreuth, die Landgrafschaft Hessen-Kassel für die Herrschaft Schmalkalden, die gefürsteten Grafschaften Henneberg (nach dem Aussterben des Grafenhauses auch Kursachsen und verschiedene sächsisch-ernestinische Linien) und Schwarzenberg, die Grafschaften Erbach, Hohenlohe (verschiedene Linien), Löwenstein-Wertheim (verschiedene Linien),

Rieneck, die Herrschaft Burgmilchling sowie die Reichsstädte Nürnberg, Rothenburg, Schweinfurt und Weißenburg am Sand.

Der Fränkische Reichskreis hat auch Kreismünzen ausgegeben: 1624/25 Prägungen vom Pfennig

bis zum Taler in Fürth nach der Baiersdorfer Konvention, 1637 nach dem Bamberger Münzkonvent Pfennige, Halbbatzen und Kreuzer, 1693 Gulden und Halbgulden in Nürnberg und 1726 letztmalig 15-Kreuzer-Stücke in Nürnberg und Schwabach. Auch die Gegenstempelung von Zweidrittelstücken 1693 in Nürnberg und Schwabach brachte de facto Kreismünzen hervor. Die zum Fränkischen Reichskreis gehörende Reichsstadt Windsheim ließ 1554 und 1766 Münzen mit den Stempeln Nürnberger Münzen in Nürnberg prägen.


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