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Eine Königin kehrt zurück – aus dem Stein auf eine Münze

Es war kein königliches Archiv und keine Chronik, die ihren Namen bewahrte, sondern ein Fund im Boden von Solin: Als der Archäologe Frane Bulić im Jahr 1898 Fragmente einer Grabinschrift freilegte, kehrte eine fast vergessene Gestalt der kroatischen Frühgeschichte ins Bewusstsein zurück. Die Nachricht verbreitete sich schnell – und wurde in Split sogar von Glockengeläut begleitet. Die Bruchstücke eines Epitaphs wurden damit zu einem seltenen Moment, in dem Geschichte nicht erzählt, sondern buchstäblich wiederentdeckt wurde.


Jelena die Glorreiche – dieser Name überlebte nicht ausschließlich als mündlich überlieferte Legende, sondern im Stein. Die Inschrift bestätigte, was zuvor nur bruchstückhaft überliefert war: Jelena war die Ehefrau von König Mihajlo Krešimir II. und die Mutter von König Stjepan Držislav. Doch sie war mehr als eine Figur der Dynastie. Die Worte des Epitaphs zeichnen das Bild einer Herrscherin, die als „Mutter der Waisen und Schutzfrau der Witwen“ erinnert wurde.



Eine Frau im Zentrum der Erinnerung


Die Inschrift macht sichtbar, dass Jelena mehr war als eine Randfigur der Dynastie. Sie wird nicht nur als Ehefrau und Mutter erwähnt, sondern mit einer klaren moralischen Zuschreibung versehen: als „Mutter der Waisen und Schutzfrau der Witwen“. Diese Formulierung rückt sie in eine eigenständige Rolle innerhalb der Erinnerungskultur. In einer Zeit, in der Frauen in den Quellen meist nur indirekt erscheinen, tritt Jelena hier als aktive Gestalt hervor – an der Schnittstelle von Herrschaft, Fürsorge und öffentlicher Wahrnehmung.


Sie verkörpert zudem ein Herrschaftsverständnis, das politische Legitimation und soziale Verantwortung miteinander verbindet. Ihre Stiftungen in Solin, insbesondere die Kirchenanlagen auf dem Otok, waren nicht nur religiöse Bauwerke, sondern Ausdruck eines bewussten Gedenkens: ein Ort, an dem sich Macht, Frömmigkeit und Erinnerung verdichten. Dass ausgerechnet diese steinernen Zeugnisse ihr Andenken bis heute tragen, verleiht ihrer Geschichte eine ungewöhnliche Tiefe.


Königstitel als Ausdruck von Selbstverständnis


Besonders bemerkenswert ist die Verwendung des Titels „rex“ innerhalb der Inschrift. Der Königstitel erscheint hier nicht nur in externen Berichten, etwa aus byzantinischen Quellen, sondern im eigenen kulturellen Kontext. Das deutet auf ein ausgeprägtes Selbstverständnis von Herrschaft hin: Die kroatische Königswürde wird nicht nur zugeschrieben, sondern aktiv dargestellt und kommuniziert. Damit liefert die Inschrift einen wichtigen Hinweis auf die frühe politische Selbstdefinition des Reiches – festgehalten in Stein und für die Nachwelt bestimmt.


Mit der neuen Sammlermünze „Queen Jelena the Glorious“ greift die kroatische Nationalbank gemeinsam mit der kroatischen Münzstätte diese historische Figur auf und führt die „Herrscher“-Serie fort. Ziel der Reihe ist es, prägende Persönlichkeiten der frühen kroatischen Geschichte in numismatischer Form sichtbar zu machen – und damit ein Stück nationaler Identität in ein international verständliches Sammlerformat zu übersetzen.


Das Münzdesign stammt vom kroatischen Künstler Nikola Vudrag. Im Zentrum steht das Porträt der Königin, ergänzt durch die Darstellung der Velebit-Degenie. Diese seltene Pflanze wächst unter extremen Bedingungen im kroatischen Gebirge und dient als bewusst gewähltes Symbol für Widerstandskraft und Beständigkeit. In der Kombination entsteht ein visuelles Narrativ: eine Herrscherin, deren Vermächtnis – ähnlich der Pflanze – über Jahrhunderte hinweg Bestand hat.



Geringe Prägemengen in Gold und Silber


Die Ausgabe umfasst mehrere Varianten in Gold und Silber mit streng limitierten Auflagen. Die Goldmünzen erscheinen in drei Stückelungen: als 1-Unzen-Ausgabe mit einem Nennwert von 100 Euro (100 Exemplare), als 1/4-Unzen-Münze zu 25 Euro (300 Exemplare) sowie als 1/16-Unzen-Version zu 10 Euro (1.500 Exemplare). Ergänzt wird das Programm durch zwei Silbermünzen: eine 1-Unzen-Ausgabe mit 4 Euro Nennwert (2.000 Stück) und eine 2-Unzen-Version mit 6 Euro (500 Stück). Während die 1-Unzen-Goldmünze in der höchsten Prägequalität „Proof“ gefertigt wird, erscheinen die übrigen Ausgaben in „Brilliant Uncirculated“. Die 2-Unzen-Silbermünze wird zusätzlich durch Goldplattierung und Ruthenium-Beschichtung veredelt.


Auch die Präsentation folgt dem Anspruch einer hochwertigen Sammlerausgabe. Die Verpackung wurde von der Designerin Izvorka Jurić entwickelt und greift das Thema der Münze gestalterisch auf. Die hochwertigsten Varianten werden in repräsentativen Etuis ausgeliefert, während die übrigen Stücke in gestalteten Boxen mit Schuber erscheinen. Jede Münze wird in einer Schutzkapsel mit nummeriertem Zertifikat und Begleitbroschüre geliefert.


Der Verkaufsstart erfolgte am 19. März 2026 über den Online-Shop der kroatischen Münzstätte. Aufgrund der begrenzten Auflagen ist die Abgabemenge pro Käufer limitiert. Die 2-Unzen-Silbermünze wird zeitversetzt ab Juni erhältlich sein.


Mit der Ausgabe „Queen Jelena the Glorious“ verbindet sich somit mehr als nur ein weiteres Sammlerprodukt. Die Münze greift eine historische Figur auf, deren Nachruhm nicht aus Überlieferung, sondern aus einem archäologischen Befund erwuchs – und übersetzt diese Geschichte in ein modernes Medium. Aus einem zerbrochenen Stein wird so ein dauerhaftes Sammlerstück, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft.


Näheres unter: Croatian Mint

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