Dr. Busso Peus Nachf.: Vorschau auf die große Herbstauktion 446
Die diesjährige Herbstauktion 446 von Deutschlands ältester Münzhandlung Dr. Busso Peus Nachf. beginnt am 4. November 2026 um 9 Uhr mit der Sammlung Wolfgang und Ingrid Suder – Mainzer Münzen und Medaillen, die wegen Ihrer Bedeutung als eigener Hardcover-Katalog vorab erscheinen wird. Hier wurden Münzen seit der Antike, über das Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert gesammelt, und zwar über das Erzbistum und die Prägestätte Mainz hinaus. Ziel der Sammler war, einen Überblick über den Münzumlauf in der Heimatstadt der beiden zu erwerben. Entstanden ist eine Studiensammlung, die für jeden etwas bietet. Eine bisher unerreichte Anzahl an rheinischen Goldgulden, es sind genau 159 (!) Stück, und später der Dukaten des Erzbistums und der in Personalunion verbundenen Bistümer Bamberg und Würzburg seien als erstes genannt. Die Sammlung bietet außerdem zahlreiche Erfurter Brakteaten; Taler, auch der Nebengebiete, Kleinmünzen und bedeutende Medaillen ab dem 16. Jahrhundert. Nach diesem ersten Teil, den Mainzer Münzen und Medaillen im engeren Sinn, folgt ein Überblick über den Münzumlauf in Mainz, beginnend mit den Münzen der römischen Antike, die von den Legionären in großer Zahl in die Stadt getragen wurden (davon werden gut 1500 Exemplare in der Auktion 447 als Konvolute angeboten). Es folgt der Münzumlauf im Mittelalter, darunter erneut Goldgulden und Silbermünzen der im rheinischen Münzverein prägenden Kurfürstentümer Köln, Pfalz und Trier. Weiter folgen in der Neuzeit die Prägungen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, zu dem Mainz seit dem Wiener Kongress 1815 gehörte. Diese Prägung endet erst mit dem 3-Markstück von 1917 auf das Regierungsjubiläum des letzten Großherzogs Ernst Ludwig. Alle zu dieser Sammlung gehörenden Lots mit Ausnahme der Antike werden noch an diesem Tag versteigert.
Von den Raritäten der Sammlung kann hier nur ein Bruchteil genannt werden. Ein Goldgulden o. J. (1346/1353, Felke 2) aus der Münzstätte Eltville fehlte in allen großen Sammlungen bisher. Eine 1/2-Talerklippe 1614 auf den Bau des Aschaffenburger Schlosses aus der bekannten Slg. Walther, 1971 (dort als Unikum bezeichnet), ist laut unserer Kartei nicht wieder im Handel aufgetaucht. Auch sonst finden sich mehrfach Exemplare mit dem Prädikat „einziges Exemplar im Handel“ aus herausragenden Sammlungen. Genannt werden müssen hier ein Halbtaler 1630 aus eben dieser Auktion, zuvor aus der Slg. Fürstenberg, 1932, und eine Goldmedaille zu 10 Dukaten o. J. (1712) auf die 200-Jahrfeier der Kreisverfassung. Ein Goldabschlag von den Stempeln des 2 Kreuzers 1635 scheint überhaupt unediert. Für mehr fehlt hier der Platz. Ansonsten finden sich Münzen in allen Preisklassen. Von der Erfurter Kupfermünze für 10 Euro bis zum Dukat 1772 aus der rheinischen Goldwäsche (sie erbrachte 170 Gramm Gold) findet sich für jeden Sammler etwas.
Am zweiten Auktionstag feiern die antiken Münzen ihren Auftritt. Den Auftakt bilden die keltischen Münzen, darunter weitere Raritäten aus der Sammlung König, die in unserer Frühjahrsauktion für Furore sorgte. Von besonderem Interesse dürfte hier ein Blassgoldviertelstater der Vindeliker vom äußerst seltenen Typ „Lockenkopf“ sein (Nr. 1524, Schätzpreis 2000 €). Einen kleinen aber feinen Schwerpunkt innerhalb der griechischen Abteilung bilden die Münzen Makedoniens und seiner Könige, von denen etliche aus der Sammlung von Alfred Mamroth (1874-1957) stammen, der sich besondere Verdienste auf diesem Gebiet erwarb. Hier finden sich Tetradrachmen Alexanders des Großen mit nach links gewandtem Herakleskopf (Nr. 1607, SP 5000 €), Philipps V. (Nr. 1628, SP 2000 €) und einige von Mamroth in der Zeit der Weimarer Republik selbst publizierte Stücke. Dieser Sammlung gehören auch einige Aurei aus der Zeit der Römischen Republik an, die sich teils bereits in Bahrfeldts Standardwerk publiziert finden (Nr. 1756, SP 15.000 €) und teils illustre Provenienzen aufweisen. Den Abschluss der Antikensektion bildet ein Angebot von gut 150 Lots, die besonders sammlerfreundlich gruppiert sind.
Es folgen traditionsgemäß die Münzen des Auslandes und, zahlreich, der habsburgischen Erblande. Unter den altdeutschen Münzen soll hier zunächst die qualitätvolle Sammlung Kress, Bad Homburg, genannt sein, die neben ausländischen und habsburgischen Münzen v.a. über 120 Einzellose der Stadt Frankfurt enthält. Weiterhin sind erneut - wie in der Sammlung Suder Mainz – die zahlreichen Goldmünzen, meist in herrlichen Erhaltungen bemerkenswert. Besonders eine Serie aus Brandenburg-Preußen besticht durch stempelglänzende Exemplare des 19. Jhs. Daneben finden sich wie immer zahlreiche Taler, Talerteilstücke und Medaillen quer durch das Heilige Römische Reich und darüber hinaus. Danach folgen ebenfalls wie immer die Münzen des deutschen Reiches ab 1871, auch hier besonders zahlreich in Gold. Abwechslungsreiche und numismatisch interessante Lots werden den Abschluss bilden und können ab sofort besichtigt werden. Lots bis 20 Stück sind im Internet abgebildet.

102 Mainz, Erzbistum, Heinrich III. von Virneburg, 1328-1346. Goldgulden o. J. (1346/1353), Eltville. 3.000€

304 Mainz, Erzbistum, Johann Schweikard von Kronberg, 1604-1626. 1/2 Reichstalerklippe 1614, Frankfurt a. M., auf die am 17. Februar erfolgte Einweihung des Aschaffenburger Schlosses. Von den Dicktalerstempeln. 5.000€

318 Mainz, Erzbistum, Anselm Casimir von Umstadt, 1629-1647. 1/2 Reichstaler 1630. 5.000€

320 Mainz, Erzbistum, Anselm Casimir von Umstadt, 1629-1647. Goldabschlag von den Stempeln des 2 Kreuzers (Halbbatzen, Albus) 1635. 3.000€

509 Mainz, Erzbistum, Anselm Franz von Ingelheim, 1679-1695. Doppeldukat 1680. 10.000€

583 Mainz, Erzbistum, Lothar Franz von Schönborn, 1695-1729, seit 1693 Bischof von Bamberg. Goldmedaille zu 10 Dukaten, o. J. (1712). 7.500€

736 Mainz, Erzbistum, Emmerich Joseph von Breidbach-Bürresheim, 1763-1774, seit 1768 Bischof von Worms. Dukat 1772. 7.500€

1015 Hessen, Grossherzogtum, 3 Mark 1917, 25jähriges Regierungsjubiläum. 3.500€

1524 Rhein- und Donaukelten, Vindeliker. Blassgoldviertelstater. 2.000€

1607 Alexander III. der Grosse, 336-323 v. Chr. Tetradrachme 325/315 v. Chr., Pella. 5.000€

1628 Philipp V., 221-179 v. Chr. Tetradrachme 202/200 v. Chr., Pella. 2.000€

1756 C. Cassius Longinus und M. Servilius. Aureus 42 v. Chr., Prägestätte in Kleinasien. 15.000€

2239 Bayern, Königreich, Ludwig II., 1864-1886. 1/2 Vereinskrone 1866. 7.500€

2281 Brandenburg-Preussen, Königreich, Friedrich Wilhelm IV., 1840-1861.
Vereinskrone 1859 A, Berlin. 4.000€

2325 Breslau, Stadt. 3 Dukaten 1612, mit Titel Matthias'. 15.000€

2378 Frankfurt, Reichsstadt, 1311-1806. Dukat 1704. 10.000€

2560 Isenburg-Birstein, Fürstentum, Karl, 1803-1820, seit 1806 Fürst. Doppeldukat 1811,
Frankfurt am Main. 7.500€

2654 Sachsen, Kurfürstentum, Friedrich August II., 1733-1763, König von Polen. Reichstaler 1745, Dresden, auf sein Vikariat. 2.000€
Dr. Busso Peus Nachfolger e.K.
Inhaber: Christoph Raab
Bornwiesenweg 34
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