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Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften und ihrer Münzen und Medaillen

Die Fußball-Weltmeisterschaft entwickelte sich seit 1930 von einem kleinen Turnier in Uruguay zu einem globalen Großereignis mit Milliarden Zuschauern. Im Laufe der Jahrzehnte veränderten sich Spielstil, Bedeutung und weltweite Wirkung der Welttitelkämpfe auf grundlegende Weise – bis hin zur diesjährigen Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Ebenso veränderten sich die die Gedenkprägungen, von Medaillen zu Münzen!


Jose Nasazzi (Uruguay) und Manuel Ferreira (Argentinien)

vor dem Finalspiel in Montevideo (1930)

Bildquelle: Uruguay Football ENG


Fußball-Weltmeister Uruguay (193)

Bildquelle The History Channel


Agenturmünze zur WM-Geschichte für Somalia (2004)

Bildquelle: Münzen am Zoo


1930: WM in Uruguay


Die erste Fußball-WM fand 1930 in Uruguay statt. 13 Nationen nahmen teil, und Gastgeber Uruguay gewann das Finale gegen Argentinien mit 4:2. Das Turnier zeigte bereits großen Kampfgeist, starke Fans und die Bedeutung des Heimvorteils.



Die offiziellen Medaillen aus Gold und Silber für die Teilnehmer sowie Bronze für die Öffentlichkeit zeigt auf der Vorderseite das Wappen von Uruguay mit einem Schriftzug. Auf der Rückseite ist der Turm der Huldigungen (Torre de los Homenajes) mit der zugehörigen Statue zu sehen.


1934: WM in Italien


1934 fand die WM in Italien statt und war stark politisch geprägt. Das faschistische Regime unter Mussolini nutzte das Turnier zur Propaganda, während umstrittene Schiedsrichterentscheidungen Italiens Titelgewinn begleiteten.



Auf der Medaille für den Schweizer Turnier-Teilnehmer Ernst Frick sind auf der Vorderseite drei Fußballer abgebildet. Auf der Rückseite wird das Turnier bezeichnet. Der Name des Teilnehmers ist separat graviert. Die Bronzemedaille von Manetti hat einen Durchmesser von 50 mm.


1938: WM in Frankreich


1938 wurde die WM in Frankreich ausgetragen. Italien verteidigte erfolgreich seinen Titel. Österreich fehlte nach dem Anschluss an Deutschland, und die neu zusammengestellte deutsche Mannschaft schied früh gegen die Schweiz aus.



Eine Siegermedaille der Weltmeisterschaft von 1938 aus 750er Gold, entworfen von Abel Lafleur, dem Schöpfer des FIFA-Weltmeisterschaftspokals. Auf der Vorderseite steht Nike, die griechische Siegesgöttin. Auf der Rückseite befindet sich der Hahn als Symbol für Frankreich.


1950: WM in Brasilien


1950 kehrte die WM nach dem Zweiten Weltkrieg in Brasilien zurück. Uruguay gewann überraschend gegen Gastgeber Brasilien mit 2:1 vor rund 220.000 Zuschauern. Die Niederlage der Brasilianer ging als große Tragödie in die Fußballgeschichte ein.



Hier handelt es sich um eine offizielle Teilnehmermedaille der 4. Fußball-WM 1950 in Brasilien. Das Stück ist aus Bronze, wiegt 11 Gramm und hat und hat einen Durchmesser von 61 mm,


1954: WM in der Schweiz


1954 fand die WM in der Schweiz statt. Deutschland gewann überraschend das Finale gegen die schier unbezwingbaren Ungarn mit 3:2 – das berühmte „Wunder von Bern“. Noch in der Vorrunde verlor man gegen den gleichen Gegner mit 3:8. Das Turnier auf eidgenössischem Boden galt als besonders dramatisch und zeigte die Unberechenbarkeit des Fußballs.



Die Schweizer Siegesmedaille aus dem Jahr 1954 mit dem Abmessungen 30 x 23 mm ähnelt jener aus dem Jahr 1938, ist jedoch nicht aus Gold, sondern vergoldetem Kupfer.


1958: WM in Schweden


1958 fand die WM in Schweden statt. Der erst 17-jährige Pelé führte Brasilien mit spektakulärem Offensivfußball zum ersten Titelgewinn außerhalb Südamerikas. Titelverteidiger Deutschland wurde entthront und verlor das kleine Finale gegen Frankreich mit 3:6.



Die Vorderseite der goldene Siegermedaille von 1958 aus Schweden gleicht jener des zuletzt ausgetragenen Turniers. Lediglich die Rückseite wurde verändert.

1962: WM in Chile


1962 wurde die WM in Chile ausgetragen. Brasilien gewann trotz der Verletzung Pelés dank Garrincha den Titel. Das Turnier war von harter Spielweise geprägt, besonders die „Schlacht von Santiago“ zwischen Chile und Italien. Chile überraschte zudem mit Platz drei.


Das gezeigte Exponat ist weder eine Münze noch eine Siegermedaille, sondern eine bronzene Erinnerungsmedaille Sie zeigt auf der Vorderseite das FIFA-WM-Logo mit der Aufschrift „Copa Jules Rimet Chile 1962“, auf der Rückseite Motive des offiziellen Turnierplakats.


1966: WM in England


1966 gewann England die Heim-WM mit 4:2 gegen Deutschland nach Verlängerung. Das umstrittene Wembley-Tor von Geoff Hurst machte das Finale legendär. Für Überraschungen sorgten Nordkorea mit dem Sieg gegen Italien und Portugal um Eusébio mit Platz drei.


Die Gedenkmedaille aus Messing zeigt Bobby Moore, der den Pokal in die Höhe hält, während er von seinen Mitspielern nach Englands Sieg über Deutschland (4:2 nach Verlängerung) im Finale getragen wird. Auf der Rückseite ist die Aufstellung der Gewinnermannschaft verzeichnet.


1970: WM in Mexiko


Die WM 1970 in Mexiko gilt als eines der schönsten Turniere der Geschichte. Brasilien begeisterte um Pelé mit spektakulärem Offensivfußball und gewann das Finale gegen Italien 4:1. Durch die ersten Liveübertragungen wurde das Turnier weltweit berühmt. Auch die 3:4-Niederlage Deutschlands in der Vorschlussrunde gegen die Squadra Azzurra ist vielen Fans als Jahrhundertspiel in Erinnerung.



Eine der Goldmedaillen zur Weltmeisterschaft in Mexiko zeigt den Pokal über dem Stadion. Oberhalb zweier Weltkugeln sind die Gewinner aller bisherigen Turniere verzeichnet. Auf der Rückseite flankieren ein moderner und ein indigener Spieler die Symbole der Azteken.

1974: WM in Deutschland


1974 gewann Deutschland die Heim-WM mit 2:1 im Finale gegen die Niederlande. Die „Oranje“ um Johan Cruyff prägten den „Totalen Fußball“, unterlagen aber im Endspiel. Gerd Müller erzielte das entscheidende Tor zum Titelgewinn. Die „peinliche“ 0:1-Niederlage im Vorrundenspiel gegen die DDR-Auswahl, die sich nur einmal für die Endrunde qualifizieren konnte, war vergessen.



Die erste Münze, die anlässlich einer Fußball-Weltmeisterschaft erschien, kam vor über 50 Jahren im Rahmen einer kleinen Serie aus einer Gold- und zwei Silbermünzen heraus. Sie erschien als italienische Agenturmünze für den Staat Haiti, der sich überraschend für das Turnier qualifizierte.

1978: WM in Argentinien


Dieses Turnier fand in Argentinien statt und endete mit dem ersten Titel des Gastgebers. Argentinien gewann das Endspiel gegen die Niederlande 3:1 nach Verlängerung, Mario Kempes wurde zur Schlüsselfigur des Turniers. Titelverteidiger Deutschland enttäuschte vor allem gegen Österreich und schied nach dem 2:3 gegen die Nachbarn früh aus.



Die geprägte Münze ist eine 900er-Silbermünze mit einem Nominalwert von 3000 Pesos, einem Gewicht von 25 g und einem Durchmesser 38 mm. Auf der Vorderseite erkennt man die südamerikanische Hemisphäre mit ARGENTINA 78 und Lorbeerzweigen und auf Rückseite das WM-Emblem, den Nominalwert und das Ausgabejahr.


1982: WM in Spanien


Die Endrunde 1982 fand in Spanien statt und wurde von Italien gewonnen, das im Finale Deutschland 3:1 besiegte. Paolo Rossi wurde dabei zur prägenden Figur des Turniers, besonders durch starke Leistungen in den K.o.-Spielen gegen Brasilien und Polen. In Erinnerung sind der 1:0-Erfolg der DFB-Elf gegen Österreich, die als „Schande von Gijón“ bezeichnet wurde und das Horrorfoul des deutschen Tormanns Toni Schumacher im Semifinale gegen Frankreich.



Bei Ausgabe zu 25-Peseten handelt es sich um ein maschinengeprägtes Stück aus 75 % Kupfer und 25 % Nickel mit einem Gewicht zu 8,5 g und einem Durchmesser zu 26,5 mm. Die Vorderseite zeigt König Juan Carlos I., die Rückseite einen Fußball vor dem Tornetz als sportliches Motiv.


1986: WM in Mexiko


Die Fußball-WM 1986 wurde von Argentinien mit Diego Maradona geprägt, der gegen England sowohl die „Hand Gottes“ als auch das „Tor des Jahrhunderts“ erzielte. Argentinien gewann das Finale gegen Deutschland 3:2.



Die gezeigte Münze ist eine 25-Peso-925er-Silbermünze mit einem Gewicht von 8,406 und einem Durchmesser von 26 mm. Auf der Vorderseite sieht man einen Adler mit dem Schriftzug „ESTADOS UNIDOS MEXICANOS“, währenddessen die Rückseite mit Datum, Wert und Fußball im Netz versehen ist.


1990: WM in Italien

Die WM-Endrunde des Jahres 1990 wurde in Italien ausgetragen und von Deutschland gewonnen, das Argentinien im Finale durch einen späten Elfmeter des unvergessenen Andreas Brehme 1:0 schlug. Das Turnier war defensiv geprägt, Kamerun sorgte überraschend für Aufsehen.



Die abgebildete italienische Gedenkmünze von 1989 hat einen Silberanteil von 83,5 %, einen Nennwert von 500 Lire, ein Gewicht von 11 g und einen Durchmesser von 29,3 mm. Sie zeigt vorne einen Frauenkopf mit WM-Trophäe im Haar und hinten eine Karte Italiens mit zwölf Sternen und den Austragungsorten.


1994: WM in den USA


Bereits im Jahr 1994 waren die USA Gastgeber einer Fußball-WM-Turniers. Dieses wurde von Brasilien im Finale gegen Italien im Elfmeterschießen gewonnen. Das Turnier zeigte viele Überraschungen und den globalen Aufstieg des Fußballs. Ein negativer Höhepunkt war das Eigentor des Kolumbianers Andres Escobar, das dafür Sorge trug, dass sein Team die Vorrunde nicht überstand. Zudem wurde er wenige Tage später erschossen.



Die US-Gedenkmünze zu ½ Dollar, einem Gewicht von 11,34 g und einem Durchmesser von 30,61 mm besteht aus einer Kupfer-Nickel-Legierung. Auf der Vorderseite sieht man einen Kicker in Bewegung, auf der Rückseite das WM-Logo mit Lorbeerzweigen und dem Nennwert.


1998: WM in Frankreich


1998 wurde in Frankreich um die begehrte WM-Trophäe gespielt. Das Turnier wurde von der Equipe Tricolore gewonnen, das den Titelverteidiger Brasilien entthronte und im Finale mit 3:0 besiegte. Zinedine Zidane traf doppelt per Kopf und prägte das Endspiel. Kroatien überraschte mit dem Halbfinaleinzug.



Die abgebildete 5-Francs-Gedenkmünze mit einem Gewicht von 13 g und einem Durchmesser von 30 mm besteht aus 900er-Silber und zeigt auf der Vorderseite einen Fußball mit „FRANCE 98“, auf der Rückseite die Weltmeistertrophäe mit dem Stade de France, die Finalbegegnung „FRANCE – BRÉSIL“ und das Datum 12. Juli 1998.


2002: WM in Japan und Südkorea


Im Jahr 2002 fand die Fußball-WM erstmals in Asien ausgetragen. Sie wurde gemeinsam von Südkorea und Japan ausgerichtet. Brasilien mit Ronaldo als prägenden Akteur des Turniers gewann das Endspiel gegen Deutschland, während mit Südkorea eine Gastgeberland überraschend bis ins Semifinale vordrang.



Bereits 2001 wurde die südkoreanische Gedenkmünze zu 10.000 Won und bestehend aus 999er-Feinsilber geprägt. Sie wiegt 31,1035 g und hat einen Durchmesser von 35 mm. Auf der Vorderseite sieht man ein farbiges WM-Logo mit koreanischen und lateinischen Schriftzeichen.


2006: WM in Deutschland

Nach 1974 wurden auch im Jahr 2006 die Fußball-Welttitelkämpfe in Deutschland ausgetragen. Bei durchgehend schönem Wetter wurde das Turnier auch als „Sommermärchen“ bezeichnet. Sie endete mit dem Titelgewinn Italiens im Finale gegen Frankreich nach Elfmeterschießen. Berühmt wurde das Turnier auch durch Zidanes Kopfstoß gegen Materazzi mit dem anschließenden Platzverweis im Endspiel.



Auch wenn die Elf um Trainer Jürgen Klinsmann im Halbfinale unglücklich gegen die Squadra Azzurra den Kürzeren zog, kann man die 100-Euro-Münze aus 999er-Feingold doch eine Besonderheit. Franz Beckenbauer legte Wert darauf, dass zum Ereignis nicht nur eine Silbermünze erschien, sondern zusätzlich eine Goldmünze. Während man auf der Vorderseite einen stilisierten Bundesadler sieht, ist auf der Rückseite die Luftaufnahme eines Stadions abgebildet.


2010: WM in Südafrika


Die 2014-er-WM war die erste in Afrika und wurde von Spanien gewonnen, das im Finale gegen die Niederlande durch ein Tor von Andrés Iniesta in der Verlängerung 1:0 siegte. Deutschland wurde Dritter, während der zweimalige Weltmeister Uruguay überraschend ins Halbfinale kam. Für Verwirrung sorgte die musikalische Umrahmung während der Partien mit den monoton klingenden Vuvuzelas.



Die 2-Rand-Münze, die hier gezeigt wird, hat einen Durchmesser von 33,63 g, ein Gewicht von 38,7 mm und wurde bereits 2007 geprägt. Sie besteht aus 925er-Silber; auf der Vorderseite sieht man Wappen Südafrikas mit dem Schriftzug „South Africa“ in zehn Sprachen. Die Rückseite weist verschiedene über eine Kugel angeordnete Symbole auf.


2014: WM in Brasilien


Im Jahr 2014 ging die Fußball-WM in Brasilien über die Bühne. Die DFB-Auswahl unter der Regie von Bundestrainer Joachim Löw besiegte im Endspiel Argentinien rund um Superstar Lionel Messi mit 1:0 nach Verlängerung. Im Halbfinale wurde das Gastgeberland mit 7:1 im wahrsten Sinne des Wortes in demütigender Manier nach Hause geschickt.



Die abgebildete 2-Reais-Gedenkmünze besteht aus Kupfer-Nickel, wiegt 10,17 g und hat einen Durchmesser von 30 mm Durchmesser. Vorne sieht man einen dribbelnden Spieler, auf der Rückseite ein Fußballmuster, eine Brasilienkarte, den Nennwert und die WM-Trophäe, welche die Hausherren allzu gerne in die Höhe gestemmt hätten.


2018: WM in Russland


Das größte Fußballturnier der Welt wurde 2018 in Russland ausgetragen. In einem spannenden Finale besiegte Frankreich Kroatien mit 4:2. Die deutsche Mannschaft schied nach einem blamablen 0:2 gegen Südkorea schon in der Vorrunde aus.



Die 3-Rubel-Gedenkmünze zeigt auf der Vorderseite das Staatswappen der Russischen Föderation mit Inschriften der russischen Nationalbank und dem Nennwert. Auf der Rückseite des 925er-Silber-Geldstücks sieht man ein Fußballmotiv mit Kartusche des Hauses Sewastjanow und Jekaterinburg. Sie wiegt 33,94 g, der Durchmesser beträgt 39 mm.


2022: WM in Katar


Die Fußball-WM-Endrunde wurde in Katar 2022 ausgetragen; sie war die erste im Winter und eine der emotionalsten überhaupt. Das überaus spannende Finale wurde von Argentinien gewonnen, das Frankreich nach 3:3 nach Verlängerung im Elfmeterschießen besiegte. Messi und Mbappé prägten das Finale, Marokko erreichte als erstes afrikanisches Land historisch die Vorschlussrunde.



Die hier gezeigte Gedenkmünze zu 1 Riyal besteht aus Kupfer-Nickel, wiegt 9,59 g und hat einen Durchmesser von 30 mm. Da es mehrere Varianten dieser 1-Riyal-Münzen gibt, kann das Motiv leicht variieren – der Kern ist aber immer klar der Fußball und die WM 2022 in Katar.


2026: WM in den USA, Kanada und Mexiko


Dieses gigantische Turnier wird erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen. Mit den USA, Kanada und Mexiko gibt es erstmals drei Gastgeberländer. Auch wird erstmals ein Sechzehntelfinale ausgetragen. Die offiziellen Münzen aller drei Staaten sind auch für Sammler begehrenswert. Man hofft auf faire Spiele und viele Tore, aber auch auf einen würdigen Weltmeister, auch wenn – und das ist eine faustdicke Überraschung – der vierfache Weltmeister Italien zum dritten Mal hintereinander nicht dabei ist.


Andreas Raffeiner

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