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Deutschland und sein Geld. Öffentliche Finanzen zwischen Anspruch, Alltag und Krisen


Jens Bullerjahn, Michael Thöne, Ringo Wagner (Hrsg.): Deutschland und sein Geld. Öffentliche Finanzen zwischen Anspruch, Alltag und Krisen, Magdeburg 2022, 720 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format: 17,5 x 25 cm, Klebebindeeinband, ISBN: 978-3-98628-087-1, Preis: kostenlos.


Der Titel des Buchs verleitet unter Umständen oberflächlich zu einer Fehleinschätzung. Es geht nicht um Münzen und Geldscheine, die in Deutschland ausgegeben wurden. Das wird aber schon mit dem Untertitel verdeutlicht. Vielmehr befasst sich das Buch in 41 Beiträgen und 16 Gesprächen (u. a. mit Olaf Scholz und vielen anderen) mit den gegenwärtigen Problemen und Zielkonflikten nachhaltiger Finanzpolitik. Das Thema wird in vielfältiger Weise und unter verschiedenen Aspekten angegangen. Nachfolgend die Themenübersicht:


– Das Geld für Corona

– Geschichte(n) vom Geld

– Wer zahlt eigentlich Steuern?

– Die Kommunen und ihr Geld

– Die Länder und ihr Geld

– Der Bund und sein Geld

– Die deutschen Finanzbeziehungen

– Nachhaltigkeit und Tragfähigkeit

– Der Finanzmarkt

– Blicke über den deutschen Tellerrand


In verschiedenen Unterkapiteln geht es dann aber doch auch um Münzen, z. B. in dem Beitrag „Das Geld in der deutschen Geschichte”, an dem auch der bekannte Münzexperte Ulf Dräger aus Halle (Saale) mitwirkte. Mit Überschriften wie „Münze, Geldschein und elektronischer Impuls”, „Pfennig, Groschen und Taler”, „Geld aus Papier” oder „Körperloses Geld” werden auch numismatisch vertraute Begriffe in knapper, aber anschaulicher Form erläutert. Auch ein Thema, das von erschreckender Aktualität ist, wird behandelt („Das Trauma. Die völlige Entwertung des Geldes” und „Kipper und Wipper”). Auch auf „Falschgeld

und Geldfälschung” wird eingegangen. Schon die Kapitelüberschriften verdeutlichen, wie die föderalen Strukturen in der Bundesrepublik mit Geld versorgt werden. Dabei werden auch der Finanzausgleich zwischen den Bundesländern und die damit verbundenen Probleme beschrieben. Dabei gibt es immer wieder Informationen, die man nicht vermutet hat, beispielsweise werden die Erhebung und der geschichtliche Hintergrund der Kirchensteuer erläutert. Generell wird im Kapitel „Steuergeschichte: So kommt das Geld der Deutschen zum Staat” auf das Wesen der Steuer eingegangen. Der Autor ist da auch ehrlich, wenn er schreibt: „daher werden Steuer- und Abgabenbelastung nicht sinken – man muss schon froh sein, wenn sie nicht steigen.”

Die Informationsfülle in dieser Publikation ist enorm, die Inhalte konnten hier nur knapp angerissen werden. Der Leser wird definitiv mit zahlreichen Aha-Erkenntnissen belohnt. Da das gewichtige Buch sogar kostenlos über die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung abgegeben wird (Otto-von-Guericke-Straße 65, 39104 Magdeburg), ist eine Bestellung sehr zu empfehlen!

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