Bilanz 2025 der Monnaie de Paris: Mit innovativen Produkten zum wirtschaftlichen Erfolg
- Dietmar Kreutzer

- vor 50 Minuten
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Keine andere Prägestätte bringt so viele neue Motive auf den Markt wie die Monnaie de Paris. Viele Sammler sprechen von einer „Produktflut“, die es unmöglich macht, den Überblick zu behalten. Die Pariser Kreativität scheint damit in Widerspruch zu ihren numismatischen Wurzeln zu stehen. Es gibt aber Sammler, die gerade diese Vielfalt schätzen - als Beweis für ein lebendiges, zukunftsorientierte Unternehmertum. Anhand ihres kurzlich erschienen Jahresberichtes für das Jahr 2025 schauen wir, ob das Konzept erfolgversprechend ist.

Hauptgebäude der Monnaie de Paris
jetzt Kunst- und Kulturzentrum
Bildquelle: Flickr, Dalbéra
Die Monnaie de Paris ist die älteste Institution Frankreichs und eines der ältesten Unternehmen der Welt.
Im Jahr 864 beschloss Karl II. – genannt der Kahlköpfige – mit der Verkündung des Edikts von Pîtres, eine der Krone unterstellte Münzstätte in Paris zu errichten, die die acht anderen Münzstätten in der Provinz ergänzen sollte. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts prägten zahlreiche Städte Münzen für den König von Frankreich. Dabei ging es um die reibungslose Verbreitung des Geldes, unentbehrlich für das Funktionieren der Wirtschaft. Gab es Ende des 17. Jahrhunderts landesweit noch 27 Münzprägestätten, ging ihre Zahl mit dem Aufkommen leistungsfähiger Prägetechnik nach und nach zurück. Im Jahr 1870 gab es nur noch drei Prägesteätten: Bordeaux, Paris und Straßburg. Seit 1878 ist von ihnen nur noch die Monnaie de Paris in Betrieb. Sie prägt die in Frankreich umlaufenden Euro-Münzen und produziert Fremdwährungen. Hergestellt werden die Münzen seit 1973 allerdings nicht mehr im historischen Hauptgebäudeim an der Seine, sondern im Werk Pessac (Gironde).

Marc Schwartz
Generaldirektor der Monnaie de Paris
Bildquelle: Monnaie de Paris
Die Monnaie de Paris verzeichnete in den letzten Jahren ein sehr starkes Umsatzwachstum
mit einem durchschnittlichen jährlichen Plus von 11 Prozent seit 2020. Diese beschleunigte Entwicklung in einem schwierigen und unsicheren Umfeld ist die Folge einer grundlegenden Umstellung ihres Geschäftsmodells. Marc Schwartz, der Generaldirektor der Monnaie de Paris, konstatiert: „2025 war letztendlich ein sehr erfolgreiches Jahr für die Monnaie de Paris, die an den Erfolg von 2024 anknüpfen konnte, einem außergewöhnlichen Jahr, das von den Olympischen und Paralympischen Spielen geprägt war. Der Umsatz, für den ein Rückgang erwartet worden war, stieg 2025 an, getragen von der raschen Entwicklung der wettbewerbsorientierten Aktivitäten. Die Rentabilität ist gestiegen und im sechsten Jahr in Folge positiv. 2026 wird ein Jahr des Wandels und der Diversifizierung sein, mit der Einführung eines neuen Produkts, des Bullion, das die Rückkehr der Monnaie de Paris auf den Markt für Goldinvestitionen markiert, sowie einer beispiellosen Zusammenarbeit im Uhrensektor.“
DC Comics
100 €, Silber 900/1000, teilweise farbig, 45 g, 45 mm, Auflage: 5.000 in NP
Ob ungewöhnlichen Farben, Formen oder spektakuläre Materialkombinationen: Die Monnaie de Paris präsentiert sich als Labor der modernen Numismatik und erhält dafür regelmäßig Preise. Sie war eine der ersten staatlichen Prägestätten, die auf Popkultur setzten – von Asterix über Star Wars bis zu Harry Potter. Auch im Jahr 2025 spielte die Popkultur eine große Rolle. So erschienen zum 75. Geburtstags der Serie Peanuts mehrere „Snoopy-Münzen“. Auch Disney-Motive, beispielsweise mit dem König der Löwen, waren im Programm. Damit werden gezielt Kinder und Jugendliche angesprochen, die noch keine Sammler sind, aber sich für solche Themen interessieren. Parallel dazu gab es Angebote für die Oberschicht der Sammler, etwa mit Sagen und Mythen rund ums Gold, diesmal mit der Ausgabe El Dorado. Mit French Excellence werden Luxusmarken mit dekorativen Silberausgabe gewürdigt. Die Vielfalt zeigt, wie die Monnaie de Paris traditionelle Numismatik mit modernen Design-Ansätzen kombiniert. Prägekunst kann auch im 21. Jahrhundert Maßstäbe setzen!
Mythen des Goldes: Die Säerin
10 €, Silber 999/1000, 22,20 g, teilweise farbig u. vergoldet, 37 mm, Auflage: 3.000 in PP
Zum Umlaufgeld heißt es im Jahresbericht 2025 der Prägestätte: Die Produktion von Umlaufgeld blieb mit 1,54 Milliarden Stück weiterhin auf hohem Niveau, davon entfielen 70 Prozent auf ausländisches Umlaufgeld. Im Zeitraum 2018–2022 betrug deren Anteil 50 Prozent. Die Produktion französischer Umlaufmünzen belief sich auf 461 Millionen Stück, entsprechend dem jährlichen Auftrag des Staates, gegenüber 554 Millionen im Jahr 2024, was einem Rückgang von 17 Prozent entspricht. Seit 2018 ist der Auftrag des Staates um fast 40 Prozent zurückgegangen und macht nun nur noch 20 Prozent des Umsatzes aus. Der Umsatz mit ausländischen Umlaufmünzen beläuft sich auf 54,5 Mio. €, was einem Anstieg von 32 Prozent gegenüber 2024 entspricht und sich seit 2017 fast verdreifacht hat. Damit gab es einen neuen Umsatzrekord. Das Exportgeschäft übertraf erstmals in der Geschichte der Monnaie de Paris das der Produktion der Landeswährung. Im Jahr 2025 konnte das französische Prägestätte damit ihre Führungsposition unter den Münzexporteuren weltweit behaupten.
Französische Exzellenz: 90 Jahre Lancôme
200 €, Gold 999,9/1000, Lippenstiftorm, 22,2 g, 55,5 x 23,46 mm, Auflage: 200 in PP
Zu den Sammlermünzen heißt es im Jahresbericht: Der Umsatz im Jahr 2025 belief sich auf 82,1 Mio. €, was einem Niveau entspricht, das mit dem von 2024 vergleichbar ist, und sich im Vergleich zu 2017 nahezu verdoppelt hat. Der Erfolg der meisten Kollektionen im Jahr 2025 sowie die guten Zahlen im Verkauf von Goldmünzen ermöglichten dieses Ergebnis. Der Umsatz mit Medaillen ist im Vergleich zu 2024 nach dem außergewöhnlichen Olympiajahr mit der Herstellung der Athletenmedaillen rückläufig. Auch der Kulturstandort an der Seine war gut besucht. Insgesamt habe das Ergebnis selbst intern überrascht: Während nach dem Olympia-Jahr 2024 ein Umsatzrückgang erwartet wurde, erreichte dieser schließlich 197,2 Mio. €, was einem Wachstum von 1,7 % gegenüber 2024 entspricht. Die Ergebnisse des Jahres 2025, so der Vorstandsvorsitzende Marc Schwartz, beruhten auf der bemerkenswert guten Entwicklung des Exports. Von den 1,54 Milliarden Münzen, die im Jahr 2025 das Werk in Pessac verließen, waren 70 % für ausländische Zentralbanken bestimmt.
Währungsgeschichte Frankreichs: Napoleon III.
200 €, Gold 999/1000, 31,10 g, 37 mm, Auflage: 400 in Rev.-PP (nur im 3er-Satz)
Im Jahr 2026 erschließt die Monnaie de Paris mit der Einführung von Bullion-Produkten ein neues Angebot für Anlagemetalle, in dem Münzen nach ihrem Feingold-Gewicht verkauft werden. Der Einstieg in den Bullion-Markt soll den Zugang zum Goldmarkt vereinfachen und ihn durch ein digitales Angebot modernisieren. Die Monnaie de Paris setzt außerdem ihre Strategie zur Diversifizierung fort, indem sie in die Welt der Uhrmacherkunst investiert. Der Einstieg wurde mit der Einführung der ersten Kollektion am 12. März 2026 konkret. Aus einer Zusammenarbeit zwischen der Marke Beaubleu und der Monnaie de Paris ging die Uhrenkollektion La Pièce hervor. Die Kooperation manifestiert sich in der Konzeption und Herstellung hochwertiger Zifferblätter, die in den Werkstätten der Monnaie de Paris hergestellt werden. Dieses Projekt verdeutlicht die Fähigkeit der Monnaie de Paris, ihre historischen Handwerkskünste zu nutzen, und ist Teil eines Bestrebens zur Reindustrialisierung, da Zifferblätter für Uhren seit mehr als zwanzig Jahren überhaupt nicht mehr in Frankreich hergestellt wurden.
Dietmar Kreutzer












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