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Aus privaten Sammlungen: Medaille zum Schwyzer Kantonalschützenfest in Küssnacht (1952)

Mit den diversen Prägungen anlässlich der Schützenfeste in der Schweiz hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Als frühestes Beispiel der münzartigen Medaillen gilt das mit kunstvoller Heraldik verzierte Vier-Franken-Stück zum Eidgenössischen Freischießen von 1842 in Chur. Ab 1855 kamen die Medaillen dann regelmäßig zu einem Nennwert von fünf Franken heraus. Später verschwand der Nennwert zeitweilig. In der Gestaltung lässt sich über die Jahrzehnte hinweg ein Wandel in der Bildsprache vom Spätklassizismus über den Jugendstil bis zur Moderne verfolgen. Das goldene 100-Franken-Stück zum Eidgenössischen Schützenfest von 1934 in Fribourg gilt als eine der letzten Medaillen im traditionellen Stil. Emil Wiederkehr gestaltete die erste Schützenmedaille der Nachkriegszeit, erschienen anlässlich des Eidgenössischen Schützenfestes von 1949 in Chur. Die Tradition der Schützenmedaillen wird seitdem gelegentlich mit Stücken in kleinen Auflagen fortgesetzt.




Schützenmedaille (Schwyz. Kantonalschützenfest 1952)

(900er Gold, 24,3 Gramm, Dm. 33 mm

Richter (Schützenmedaillen) 1109a



Schwyzerisches Kantonalschützenfest Küssnacht 1902

Bildquelle: Via Numismatik E-Live Auktion 4, Los 686

Das hier abgebildete Stück hat Hans Frei (1868-1947) geschaffen, ein bedeutender Schweizer Medailleur. Das Œuvre von Frei umfasst über 450 Medaillen und Plaketten, vor allem für Schützenfeste. Seine Arbeiten befinden sind in vielen Museen und öffentlichen Sammlungen ausgestellt. Im Jahr 1941 erlitt er einen Schlaganfall und war seitdem einseitig gelähmt. Die hier vorgestellte Medaille muss also weitaus früher entstanden sein. Frei fertigte sie bereits in der Frühzeit seiner Tätigkeit als Medailleur, nämlich anlässlich des Schwyzerischen Kantonalschützenfestes Küssnacht von 1902. Die randlose Medaille wirkt wie ein Ausschnitt aus einem Gemälde. Das atmosphärisch starke Motiv darf dem Jugendstil zugerechnet werden. Die Plastik des Schützen begeistert. 50 Jahre später wurde die Medaille noch einmal aufgelegt, diesmal auch in Gold. Es gibt eine "schwere" Variante mit einer Auflage von 30 Exemplaren und eine leichte, von der 460 Exemplare existieren.


Thomas Rauch

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