• Sylvia Karges

Amerikanische Innovationskraft-Münzreihe: Massachusetts und das Telefon


USA, $1 „American Innovation“, Zink/Magnesium/Nickel/Kupfer, 8,1 g, 26,49 mm, Münzstätte: Philadelphia oder Denver (D), Auflagenhöhe: unbestimmt. [Bildquelle: US Mint].

Eine der insgesamt vier Ausgaben der Reihe „American Innovation“ für das Jahr 2020 feiert das Telefon – eine Erfindung, die unser aller Leben bis heute beeinflusst hat und eine, die sich bis heute auch immer noch weiterentwickelt, denken Sie nur an das neue 5G Netzwerk.

Alexander Graham Bell (1847-1922) erhielt in Boston, Massachusetts, 1876 das erste Patent auf ein Telefon, das er mit Thomas A. Watson entwickelte – ohne die Vorführung, dass es funktionierte, was es zu diesem Zeitpunkt nicht tat. Dieser Teil des Patentprozesses wurde nur Wochen vor der Einreichung des Bell-Patents gestrichen – zum großen Glück des Beantragenden. Wirklich einsetzbar war das Bell-Telefon, das nun das einzige war, da es durch das Patent geschützt wurde, erst 1881. Interessanterweise hatte Bell einen beruflichen Hintergrund in der Sprachtherapie und war Gehörlosenlehrer.


Ähnlich wie bei der Erfindung der Glühbirne, deren Erfindung bereits im letzten Jahr auf einer dieser Reihe zugehörigen 1-Dollar-Münzen auf den Bundesstaat New Jersey geehrt wurde, gilt Alexander Graham Bell nicht als „der“ Erfinder schlechthin. Dieser war wohl vielmehr der in die USA ausgewanderte Italiener Antonio Meucci, dessen Unterlagen und Materialien bezüglich seines „Telettrofono“ an Bell gelangten – und der diese ausgiebig nutzte. Bereits 1830 machte Meucci die Entdeckung, dass Schall durch elektrische Schwingungen in Kupferdraht übertrage werden kann. Nach seiner Immigration in die USA 1850 entwickelte er ein erstes Telefon für die Hausgebrauch, 1860 machte er seine Erfindung publik und beantrage 1871 das Patent. Es wurde nicht erteilt und erlosch. Bell kam wohl an Meuccis Unterlagen, da er für American District Telegraph zu arbeiten begann, wo Meucci seine Erfindung für Testzwecke eingereicht hatte. 2002 wurde Meuccis Arbeit an der Entwicklung des Telefons übrigens vom amerikanischen Kongress gewürdigt. Finanzielle Entschädigungen erhielt er trotz mehrerer Verfahren gegen Bell nie.


Die Bell Telephone Company, die Bell und sein Schwiegervater Gardiner Greene Hubbard (1822-1897), Anwalt und Anleger/ Investor und Schwiegervater, 1877 gründeten, entwickelte sich übrigens zum weltweit größten Telekommunikationskonzern AT&T.


Die immer gleichbleibende Münzvorderseite der Serie zeigt „Lady Liberty“ auf; als Freiheitsstatue. Sie ist bis zur Hüfte nach link abgebildet, trägt ihre Sternenkrone, hält das Buch mit ihrem linken Arm und die brennende Fackel in der nach oben ausgestreckten Rechten. Auffällig ist der leere Hintergrund, der der Münze etwas beruhigendes gibt und „Lady Liberty“ in den absoluten Mittelpunkt stellt. Das gesamte innere Münzfeld der Rückseite zeigt den Wähl-, Nummern-, aber auch Fingerlochscheibe genannten Teil eines Telefons – mit den entsprechenden Zahlen und Buchstaben und dem auf zwei Zeilen im Zentrum befindlichen Wort Tele / phone. Die Scheiben, die die Direktwahl erst ermöglichten, wurden übrigens erst später, ab 1908, eingeführt und waren weltweit noch bis in die 1980er Jahre anzutreffen, bevor sie durch den Tastenwahlblock ersetzt wurden. Die Aufschrift lautet MASSACHUSETTS / (entgegen dem Uhrzeigersinn) UNITED STATES OF AMERICA. Der Rand ist beschriftet mit: 2020 / P (oder D) / E PLURIBUS UNUM.



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