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Lettland: 5 Euro 2018 „Kurische Könige“


Die Latvijas Banka hat eine silberne Sammlermünze herausgegeben, die den „Kurischen Königen“ gewidmet ist. Die Kurischen Könige sind ein Teil der lettischen Nation, die es seit Jahrhunderten geschafft haben, ihre persönliche Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren.

Lettland, 5 Euro „Kurische Könige“,925er Silber, 22,00 g, 35 mm, Auflage 2.500 in PP

Die Münzvorderseite zeigt einen Reiter auf einem Pferd mit einer Feder in seinem Hut, einem Schwert an seiner Seite und einem Banner in seiner Hand vor dem Hintergrund eines Dokuments. Die Rückseite zeigt die Peniki-Säule mit dem Wappen von Koninciems, eine Frau in der Volkstracht und einen Mann mit einem Schwert; im Hintergrund sind die Namen der sieben freien Dörfer Kurlands verzeichnet.

Im Jahr 1230 kam es zu einem Abkommen zwischen König Lamekin (Lammekinus Rex), der die meisten Kuronier vertrat, und einem autorisierten Vertreter des römischen Papstes, der festlegte, dass die Kuronier an Schlachten gegen Heiden teilnehmen und Katholiken bleiben mussten; dafür sollten sie frei zu sein. Das Abkommen war zwar nur von kurzer Dauer, da sich die religiösen Mächte und der Einfluss und die Macht des Livländischen Ordens veränderten, jedoch war damit die Tradition der Freiheit gegründet.

Postkarte vom Beginn des 20. Jhs. zeigt „Kurische Könige“ mit aufgepflanzter Wappentafel. Foto: Wikipedia

Der Titel der „Kurischen Könige“ wurde erstmals 1504 im Lehndokument schriftlich an der Peniki-Säule bestätigt, aber das erste derartige Dokument war bereits 1320 ausgegeben worden. „Kurische Könige“ waren die Kurländer, die in sieben freien Dörfern lebten: Konini, Kaleji, Pliki in der Gemeinde Turlava, Gemeinde Draguni im Rumba, Viesalgi in der Gemeinde Snepele und Sausgali in der Pfarrei Padure. Als Vasallen erhielten sie Land und Privilegien vom Livländischen Orden. Sie hatten die Pflicht, mit ihren Pferden und Waffen den Livländischen Orden zu verteidigen. Sie wurden auch Boten, Dolmetscher, Sekretäre, Tischler, Schmiede und andere Handwerker und waren von Fron und Diensten befreit.

Auch in schwierigen Zeiten konnten die „Kurischen Könige“ ihre persönliche Freiheit und Unabhängigkeit bewahren. Während der Zeit des Herzogtums Kurland und Semgallen (1561–1795) waren die Rechte der „Kurischen Könige“ betroffen, da ihnen die uneingeschränkten Eigentumsrechte der Vasallen an das Land nicht übertragen wurden und sie im 17. Jahrhundert nicht als solche anerkannt wurden. Dennoch behielten sie ihr Recht, vor Gericht zu gehen und ihre Rechte einzuklagen. Die Hartnäckigkeit der „Kurischen Könige“, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen, zeigte sich in jahrelangen Gerichtsverfahren. Mehrere Male erkannte das Gericht an, dass das Lehen der „Kurischen Könige“ nicht das gleiche wie das der Bauern war und die bäuerlichen Pflichten und Dienste ihnen nicht auferlegt werden konnten. Die einst gewährten Jagdrechte, Fischereirechte, Mühlenrechte, Recht zur Bienenzucht und speziell das Recht, ein Wappen und Steuerbefreiung zu haben, stellten die „Kurischen Könige“ tatsächlich Rittern gleich. Die Wappen von Koninciems mit einem Reiter auf einem Pferd, mit einer Feder in seinem Hut, einem Schwert an seiner Seite und mit einem Banner ist ein Beleg des Militärdienstes: Dieses Wappen schmückte auch die Penikisäule, ein Symbol des historischen Selbstbewusstseins der „Kurischen Könige“.

Um dieser außergewöhnlichen Geschichte zu gedenken, widmet die Latvijas Banka den Kurischen Königen diese 5-Euro-Sammlermünze.

Kleidung der Kurischen Könige, 1839. Zeichnung (Ausschnitt) von J. Krēsliņš nach F. Kruse. Quelle: Wikipedia

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