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Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege


Bei unseren „Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege“ sind wir bei den unedlen Metallen angekommen, also den Metallen, die z.B. bereits mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren. Zuletzt beschäftigten wir uns mit der Reinigung von Münzen aus Kupferlegierungen, nun steht die Behandlung verunreinigter Zinkmünzen an. Sehr oft wird dieses Metall für Münzen und Medaillen nicht verwendet, denn es ist insgesamt sehr heikel. Andererseits kann gerade hier eine Pflege viel bewirken.

Wir orientieren uns wieder am „Handbuch zur Münzpflege“ (4. Auflage Regenstauf 2015, 13,50 Euro) von Wolfgang J. Mehlhausen.

Teil 3.7 Zink

Zink ist ein recht unedles Metall, das in der Spannungsreihe weit links steht und sehr schnell angegriffen wird. Wie schnell Zink korrodiert, wissen wir von Dachrinnen, verzinkten Gartengeräten oder Zäunen. Frisches Zink sieht hellweiß silbern-graustichig aus, oxidiert aber in der Regel sehr schnell. Doch gerade bei Zinkmünzen gibt es immer wieder Überraschungen; einige Exemplare sehen nach 50 Jahren noch prägefrisch aus, andere sind schon nach kurzer Zeit unansehnlich grau oder laufen weiß an, einige sehen sogar regelrecht „zerfressen“ aus. Das liegt unter anderem an der unterschiedlichen Qualität des eingesetzten Metalls. Reines Elektrolytzink wird für Münzen, besonders in Not- und Kriegszeiten, nicht eingesetzt, stattdessen nimmt man Hüttenzink, das 0,5–2,5% Blei enthält. Meist wird Zink durch „Zinkrost“ verunstaltet. Dies sind weiße Ablagerungen aus Zinkoxid, Zinksulfid oder Zinkkarbonat.

Mit Zink werden auch eiserne Gegenstände überzogen und dadurch vor Korrosion geschützt. Manchmal wird Zink auch als „Opfer“ oder „Opferanode“ eingesetzt; es geht eher in Lösung als zum Beispiel das Eisen, das es schützen soll, und sich so selbst „opfert“.

Zinkmünzen kann man schwer zerstörungsfrei reinigen. Daher schwören manche Sammler darauf, die Stücke lieber vorsichtig mechanisch „abzubürsten“ als chemisch zu behandeln. Bei beiden Verfahren geht nicht nur die weiße Schicht verloren, es wird immer auch Material angegriffen. Da Zink sehr unedel ist, geht das in stärkeren Säuren unter Umständen sehr, sehr schnell. Experimentieren Sie hier unbedingt vorher mit praktisch unbrauchbaren Zinkpfennigen der Hitlerzeit und finden Sie die geeignetste Methode heraus, bevor Sie sich an bessere Stücke oder Jahrgänge trauen. Sie bekommen solche billigen Münzen in jeder Münzhandlung oder auf dem Flohmarkt für wenig Geld aus der „Krabbelkiste“.

Wer handwerkliche Fähigkeiten besitzt, wird mit dieser Methode gut zurechtkommen. In der Regel wird nicht nur Schmutz, sondern auch der „Zinkrost“ durch dieses Verfahren schnell entfernt.

Bei Zinkmünzen, die stärker korrodiert sind, kommt meist jede Hilfe zu spät. Bei interessanten Notmünzen oder bemerkenswerten Jahrgängen, die man dennoch in die Sammlung legen will, kann dieses „Bürstenverfahren“ nach einem Säurebad angewandt werden.

Das Säurebad ist einfach zu handhaben. Es eignet sich hier Salzsäure, doch besser ist Schwefelsäure (verdünnt), worunter Konzentrationen um die 20% zu verstehen sind.

Der Autor hat prinzipiell große Bedenken bei der unkritischen Lackierung von Münzen mit Lacken, wie Zaponlack und anderen Substanzen, ganz im Gegensatz zu Autoren anderer Fachbücher. Im Falle der Zinkmünzen ist das Lackieren gebrauchter und behandelter Stücke aber durchaus zu empfehlen.

Doch unterziehen Sie nicht, wie es einige Fachleute immer wieder empfehlen, jede neu erworbene, auch stempelfrische Zinkmünze einer solchen Lackbehandlung. Die Münzen dunkeln beim Lackieren sehr schnell nach und eine unsachgemäße Lackierung ist nicht vorteilhaft. Der Lack ist auch nicht immer so problemlos wieder zu entfernen, wie es in manchen Büchern versichert wird.

Unter günstigen Umweltbedingungen, so in einer modern beheizten Wohnung mit fast gleichen, der Jahreszeit angepassten Temperaturen und nicht zu hoher Luftfeuchte, können auch Zinkmünzen über Jahrzehnte ihren hellen Glanz behalten.

Im nächsten Teil folgen Münzen aus Nickel, Zinn, Blei und Aluminium

#Sammlertipp #Münzen