• Wolfgang J. Mehlhausen

175 Jahre Sparwesen in Rußland


Erstaunlich ist, daß man gerade 2016 an die Geschichte des Sparens in Rußland erinnert. Bekanntlich kannte der „neue“ Rubel, der auch wie seine Vorgänger nach 1914 aus einer gigantischen Inflation hervorgegangen ist, heute nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes hat. Zu sparen bei hoher Inflation in Rubel macht wenig Sinn, wer Geld hat, tauscht dies in Hartwährungen, wo es zwar kaum Zinsen, aber auch keine drastische Geldentwertung gibt. Die 3-Rubel-Münze zeigt neben einer modernen Kreditkarte eine sowjetische Staatsanleihe. Die „freiwillige“ Zeichnung von solchen Anleihen war lange in der UdSSR nahezu eine erhebliche Zusatzsteuer für die Arbeitenden.

Auf der 100-Rubel-Note wird ein patriotisches Werbeplakat für Kriegsanleihen gezeigt. Was der Traktor mit dem Sparwesen auf der 50-Rubel-Münze in Gold zu tun hat, bleibt unklar, denn die sowjetischen Bauern hatte bald nach der Revolution nichts mehr zu sparen, weil sie kaum Geld, sondern nur Naturalien als Lohn für ihre Arbeit in der Kolchose bekamen. Auf dem Goldstück zu 10 000 Rubel wird wieder ein Fragment eines Plakats gezeigt, wo ein Radfahrer einem anderen stolz das Sparbuch zeigt. Das Findelhaus in Moskau in der Soljanka- Straße in Moskau wurde Sitz des sowjetischen Sparkassenverbands und ist auf der 50000-Rubel-Prägung zu sehen. Bemerkenswert ist, daß die Auflagen selbst bei den Riesenstücken deutlich herabgesetzt wurden, weil scheinbar die Oligarchen ein wenig das Interesse an den spekulativen Ausgaben verloren haben oder für sie das Thema „Sparen“ nicht besonders interessant ist.

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