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Handbuch Münzensammeln: Münzalben – das Für und Wider. Unterbringung einer Sammlung, Teil III

Aktualisiert: Apr 15


Auf der Grundlage des von Wolfgang J. Mehlhausen verfassten Buches „Handbuch Münzensammeln“ möchten wir in mehreren Teilen einen Leitfaden für das Münzensammeln veröffentlichen – für bereits Aktive und die, die es werden wollen, denn Nachwuchs ist wie überall, wichtig!


Sehr vielfältig ist auch das Angebot von Münzalben im Handel. Man findet von den verschiedensten Firmen attraktive Alben mit unterschiedlichen Blättern und Einteilungen. Auch im Aufbau unterscheiden sich die Produkte teilweise erheblich voneinander, entsprechend differenziert sind auch die Preise. Einige Münzalben sind mit wattiertem Einband versehen, andere hingegen sehen eher schlicht aus. Selbst bei den Farben des Deckels gibt es eine große Auswahl. Und wer die Wahl hat – hat bekanntlich die Qual.


Bei der Kaufentscheidung sollte nicht nur der Preis für das Komplettalbum ausschlaggebend sein. Günstiger als ein billiges Album mit zwölf vorgegebenen und nicht austauschbaren Seiten ist es, ein Markenprodukt zu erwerben, wo Sie selbst bestimmen können, wie viele und vor allem welche Seiten enthalten sein sollen. Was nützt es einem Kleinmünzensammler, dessen Objekte kaum größer als 25 mm im Durchmesser sind, wenn er preiswert ein Album erwerben kann, in dem nur wenige Einlegeblätter in den Durchmessern enthalten sind, die er eigentlich braucht und für Münzen dieser Größe passen. Bei Produkten namhafter Hersteller können Sie in der Regel immer selbst bestimmen, mit welchen Seiten das Album bestückt sein soll.


Die Größe des Felds in der Münzfolie muss in vernünftigem Verhältnis zum Durchmesser der Münze stehen, sie soll weder in die Plastikfolie hineingezwängt werden, noch darin „schwimmen“, also frei beweglich sein. Günstig sind Produkte, wo nicht nur Plastikseiten, sondern auch Zwischeneinlagen aus Papier mitgeliefert werden. Auf diesen kann man sich Notizen zu den Münzen machen. Und es gibt noch ein entscheidendes Argument dafür, Produkte eingeführter Firmen zu kaufen. Bei den Standardsortimenten kann man auch nach Jahren, gar Jahrzehnten einzelne Seiten nachkaufen. Dies ist bei Sonderangeboten in Kaufhäusern kaum möglich.


Münzalbum zur Aufbewahrung gerahmter Münzen.

Wer billig kauft, kauft doppelt

Schließlich ein letztes Argument für die Qualitätsprodukte. Münzalben gibt es schon seit den 60er Jahren, ihr prinzipieller Aufbau hat sich nicht verändert, wohl aber die Qualität. Bei der ersten Generation dieser schönen, durchsichtigen Alben wurde Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, das normalerweise recht spröde und brüchig ist. Um diese Gebrauchseigenschaft zu ändern, werden bis heute dem PVC so genannte „Weichmacher“ beigefügt, die bei Akten oder anderen Anwendungsgebieten keinerlei Schäden hervorrufen. Anders sieht es bei den Münzen aus. Verschiedene chemische Produkte, z. B. Metall-Stearate, können als Weichmacher den Münzen nicht nur schaden, sondern gar einen Totalverlust hervorrufen. Sie „fressen“ beispielsweise regelrecht Kupfer oder andere Metalle aus den Silbermünzen heraus und verderben sie gänzlich. Immer wieder werden beim Münzenankauf Alben der ersten Generation vorgelegt, in denen gute Silbermünzen durch das Plastikmaterial verdorben wurden. Meist ist um die Münzen ein regelrechter grüner Schleim, der auf Kupfer hinweist, zu finden. Man benötigt schon viel Fachkenntnisse, um diese Stücke zu retten, doch manchmal kommt jede Rettung nach 30 oder 40 Jahren zu spät.


Die führenden Münzalben-Hersteller verwenden seit vielen Jahrzehnten nur einwandfreies Material. Die Reduzierung von Weichmachern im PVC führt dazu, dass die Seiten etwas brüchiger werden, besonders wenn die Verschweißung nicht bei der richtigen Temperatur durchgeführt wurde. Und auch hier sind Markenhersteller sehr kulant, was den Umtausch von zerbrochenen Albenseiten angeht. Eine totale Garantie können sie natürlich nicht übernehmen. Doch bei den Sonderangeboten ist die Gefahr sehr groß, dass Plastikmaterial verwendet wurde, das nach heutigem Erkenntnisstand für Münzen ungeeignet ist.


Sollten Sie bei Ihrer Münzsammlung in Alben geringste Veränderungen an den Münzen beobachten, so ist Vorsicht geboten. Silbermünzen können immer etwas dunkeln, partiell oder ganzflächig. Doch wenn beispielsweise die Stücke sehr schnell anlaufen oder Farbveränderungen bei Kupfer- und Kupfernickelmünzen auftreten, so sollte man sofort alarmiert sein und die Stücke aus dem Album entfernen.


Nahezu uneingeschränkt können Alben als Transportmittel und für Präsentationszwecke empfohlen werden. In einem kleinen Taschenalbum, das nicht unbedingt von einem Markenhersteller stammen muss, kann man seine Tauschmünzen ideal zu Veranstaltungen mitnehmen und ausbreiten. Die Münzen bleiben in der Regel nur kurze Zeit in diesen Alben.

Wer sich für die Unterbringung einer Münzsammlung in Ringbindern entscheidet, sollte schließlich noch folgendes bedenken: Niemals soll man diese überladen. Meist bieten Markenhersteller diese mit einer vernünftigen Anzahl von Blättern als Grundausstattung an. Doch man sollte sich davor hüten, zu viele Ergänzungsblätter einzufügen. Da die Münzen ein erhebliches Eigengewicht haben, empfiehlt es sich, die Münzalben nicht wie Bücher aufzustellen, auch wenn diese so aussehen, sondern liegend aufzubewahren.