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Euro-Münzen: Kurz-Leitfaden für Sammler und worauf man bei der Wertbestimmung achten sollte

Die Euro-Münze im Portmonee oder in der Schublade daheim hat im Prinzip einen festgelegten, auf dem Geldstück sichtbaren Wert. Für Sammler und Numismatiker können Euro-Münzen hingegen begehrte Objekte sein, deren Wert über den Nominalwert bisweilen deutlich hinausgeht. Münzenexperte Jacopo Corsi von Catawiki erklärt, was Interessenten über das Sammeln von Euro-Münzen wissen sollten.

Verschiedene Euromünzen. [Bildquelle: Mirko Schöder]

Was macht Euro-Münzen grundsätzlich aus?


Weltweit existieren nur wenige Ländergruppen mit einer gemeinsamen Währung, die eine derartige Vielzahl an Münz-Variationen umfasst. Aktuell sind 23 Länder Teil der Euro-Zone. Bei jeder der herausgegebenen Münzen gibt es bekanntermaßen eine gemeinsame Seite, die für alle Mitgliedstaaten gleich gestaltet ist. Dort findet sich das Nominal, die Europakarte und die Sterne der Europa-Flagge. Die andere Seite gestalten die Euro-Länder individuell unter Verwendung eines spezifischen Designs.


Warum es sich lohnt, Euro-Münzen zu sammeln


Es sind die große Vielfalt und die Individualität, die das Sammeln von Euro-Münzen so interessant machen. Für viele ist das Zusammentragen von Euro-Geldstücken der Einstieg in die Numismatik und das Münzsammeln ganz allgemein. Dank der zahlreichen verschiedenen Gedenkmünzen ist es weiterhin bequem möglich, sich der Geschichte und den Besonderheiten eines jeweiligen Euro-Mitgliedsstaates anzunähern. Außerdem ist das Sammeln von Euro-Münzen für jedermann möglich, da die Preise vieler Geldstücke erschwinglich sind.


Welche Arten von Euro-Münzen sind wertvoll?


Um den Wert von Münzen zu bestimmen, sind in der Regel einige Grundkenntnisse erforderlich – sehen Sie dazu etwa hier. Aktuell lohnen sich besonders die Gedenkausgaben von Euro-Münzen. Die häufigsten Gedenkmünzen kommen bei den 2-Euro-Münzen vor. Den Ländern ist es gestattet, zwei pro Jahr auszugeben. Aber es gibt auch Ausgaben mit ungewöhnlichen Nennwerten wie 1/2, 3, 5, 10, 50 oder 100 Euro.

Gedenkmünzen werden von den nationalen Münzprägeanstalten der EU-Länder speziell für Sammler hergestellt und in der Regel in Plastikkapseln, Etuis und mit Zertifikat angeboten.

Auch falsch geprägte Münzen können begehrte Sammlerstücke sein. Dabei handelt es sich um Münzen, die von einer Münzprägeanstalt aufgrund menschlicher oder maschineller Fehler falsch hergestellt wurden. Fehlprägungen werden von Sammlern sehr geschätzt, da sie selten und auch unter den aktuellen Umlaufmünzen zu finden sind.


Wie man eine Fehlprägung erkennt


Für den Durchschnittsbürger ist es mitunter schwer, eine unsachgemäß geprägte Münze zu entdecken. Einige Münzen sehen aufgrund ihrer Abnutzung ungewöhnlich aus – dies ist aber nicht mit einem Designfehler gleichzusetzen. Wenn jedoch der Stempel, mit dem die Münze geprägt wurde, gerissen ist, weist sie andere Merkmale auf. In dem Fall zeichnet sich der Riss erhaben auf der Münze ab. Solche Fehlprägungen sind jedoch nicht besonders wertvoll. Die wertvollsten Fehlprägungen sind hingegen Prägungen, die nicht mittig platziert sind.

Einige der Bimetall-Münzen, insbesondere die 2-Euro-Münze, weisen interessante Produktionsfehler auf dem Münzplättchen (einer blanken Münze) auf. Hin und wieder kommt auch eine unsachgemäße Verbindung der beiden Prägestempel vor: So prägte beispielsweise Italien 2002 eine 1-Cent-Münze unter Verwendung eines Prägestempels für die 2-Cent-Münze. Die Münze würdigt die sogenannte „Mole“, wobei es sich um ein Denkmal in Turin namens Mole Antonelliana handelt.


Wann man einen Numismatik-Experten konsultieren sollte

Falsch geprägte Münzen sind wertvoll, aber nicht jeder Fehler verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Deshalb lohnt es sich immer, einen Experten zu Rate zu ziehen. Viele Münzen werden oftmals als Fehlprägung eingeschätzt, dies ist aber nicht immer der Fall: Manche Münzen werden beschädigt (auch absichtlich), etwa durch Hammerschläge und/oder indem die Innenseite von 1- und 2-Euro-Münzen durch eine andere ersetzt wird. Diese Münzen sind dann nichts wert, aber diese „Anpassungen“ werden meist nur von Experten entdeckt.


Was sind die seltensten Euro-Münzen?


Interessenten, die mit dem Sammeln beginnen möchten, sollten nach einigen der seltensten Euro-Münzen Ausschau halten: etwa die oben bereits erwähnte italienische 1-Cent-Münze „Mole“ oder die 2-Euro-Münze „Grace Kelly“ aus Monaco von 2007 sowie die als „Sede Vacante“ bekannten Vatikan-Münzen, die man 2002 und 2005 in Erwartung der Wahl des neuen Papstes geprägt hat. Schließlich gibt es noch einige seltene Münzen, die in sehr wenigen Exemplaren hergestellt wurden, zum Beispiel die 5.000-Euro-Münze zum Gedenken an die „French Excellence: Boucheron“, die mit 31 weißen Diamanten verziert ist und nur elf Mal hergestellt wurde.

Im Allgemeinen werden die Preise für diese Stücke vom Markt diktiert, das heißt von der Anzahl der Sammler, die eine bestimmte Münze oder einen bestimmten Münzsatz haben möchten, so dass deren Wert im Laufe der Zeit schwankt.

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